Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schiller: Der Wallenstein-Brief und die Sprachphilosophie

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weimarer_klassik.jpg Die Hauptinitiatorin des Humboldt-Forums Christine von Heinz, beschäftigt sich im folgenden Text mit der Entstehungsgeschichte der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts. Häufig übersehen, doch bestens dokumentiert, ist dabei der Bezug zu Schillers Wallenstein. Ein wichiger geisteswissenschaftlicher Beitrag, der gut zum Geburtstag Wilhelm von Humboldts (22. Juni), zum wiedererwachten Interesse an klassischen Themen sowie der Debatte um das Humboldt-Forum paßt.

von Christine von Heinz


I. Die Freunde Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt

Inmitten der klassischen Literaturgesellschaft im Jena der 1790er Jahre bildete der Freundschaftsbund zwischen Schiller, Körner und Humboldt, dem sich Goethe anschloss, das geistige Zentrum. Humboldts Position, obwohl die des Jüngsten im Bunde, war die des Kunstkritikers, des Ratgebers, des berichtenden und reflektierenden Reisenden, die des mittätigen Freundes, eine Position, deren Chance er wohl sah, die ihm großen Genuss erbrachte, die seine unbedingte Fähigkeit zur Empathie ansprach, die ihm ein großes Glück und eine große Herausforderung bedeutete. Auf den Jahreswechsel 1789/90 gehen die erste Begegnung und auch die schriftliche Äußerung zurück: „Mit Schiller wurde ich sehr vertraut. Ich verbrachte 4 Tage bei ihm, in seinem Hause, zu. Er ist von Geist und Charakter ein überaus interessanter Mensch, und überall ist der Dichter in ihm unverkennbar.“[2] Und Schiller urteilt über den acht Jahre Jüngeren: „Er ist beides, ein äußerst fähiger Kopf und ein überaus zarter, edler Charakter“, eine Beschreibung, in der schon Humboldts Bestreben nach der Verbindung vom Licht der Aufklärung mit der Wärme der Empfindsamkeit durchscheint, die sein ganzes Werk durchzieht. Aber zugleich taucht ein deutlicher Punkt der Kritik auf: „Sein Geist ist durch Kenntnisse reich und geschäftig, sein Herz ist edel, aber ich vermisse in ihm Ruhe und […] die Stille der Seele, die ihren Gegenstand mit Liebe pflegt und mit Anhänglichkeit an ihrem Lieblingsgeschöpf verweilt.“[3] Zunächst scheint sich diese Sicht zu bestätigen. Humboldt selbst sieht sich als rastlos und zweifelt daran, etwas wirklich Bedeutendes hervorbringen zu können. Aber hat das nicht auch etwas mit dem Bannkreis des Genies zu tun, in dessen Nähe er sich in diesen Jahren befindet?

Schillers Jugend- und Wanderjahre waren beendet, eine Zeit der Selbstfindung, des Suchens nach eigenen und neuen Maßstäben und der geistigen Durchdringung historischer Stoffmassen war angebrochen, und zum Jahresende 1791 wurde der Historiker Schiller vom Kant-Enthusiasmus seiner Professorenkollegen erfasst. Seine philosophische Periode beginnt und diese teilte der junge Humboldt. Der hatte sich schon drei Jahre zuvor in Göttingen erste gründliche Kenntnisse der Philosophie Kants erworben, und zu seinen Lehrern hatten so berühmte Wissenschaftler wie Lichtenberg, Schlözer und Heyne, sowie Blumenbach und Forster gehört. Letzteren insbesondere verdankte er sein Interesse und seinen Blick für die Zustände und Veränderungen in der Welt. Nach einer ersten Reise nach Paris zusammen mit Campe im Jahr der Revolution folgten Jahre des Reifens und der Herausbildung seiner Persönlichkeit an der Seite seiner jungen Frau Caroline von Dacheroeden in deren thüringischer Heimat. Jetzt entstanden seine erste staatsrechtliche Schrift (1791) und ein erstes theoretisches Ergebnis seiner Altertumsstudien (1793). Es ist die Zeit von Schillers Über Anmut und Würde. Ab Mai 1794, Humboldt ist nach Jena gezogen, um in Schillers Nähe zu sein, beginnt ein fast täglicher Umgang zwischen Schiller und Humboldt, eine beglückende Zeit ästhetischer, philosophischer, auch naturwissenschaftlicher und philologischer Diskurse in den ‘Wunderjahren‘ in Jena, nun auch für Schiller in der glücklichen Annäherung an Goethe. In diese Zeit fallen sowohl Humboldts Aufsätze Über den Geschlechtsunterschied und dessen Einfluss auf die organische Natur wie Über

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Bildbeschriftung: Friedrich Schiller, Reliefportrait in Gips des Dannecker-Schülers Bernhard Frank (1794) Aus: Bernhard Zeller & Walter Scheffler (Hg.): Friedrich Schiller. Eine Dokumentation in Bildern, Frankfurt/M. 1977, S. 188, Abb.166

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Bildbeschriftung: Wilhelm von Humboldt, Tondo von Gottlieb Martin Klauer (1796) Aus: Christine & Ulrich von Heinz: Wilhelm von Humboldt in Tegel, Berlin 2001

die männliche und weibliche Form und auch Über Denken und Sprechen, die früheste thesenartige Zusammenfassung seiner Gedanken nach der Auseinandersetzung mit Fichte, ebenso wie Schillers Über die ästhetische Erziehung des Menschen, und Über naive und sentimentalische Dichtung bis 1796. Als Humboldt der kranken Mutter wegen Jena verlassen muss, folgt von Juli 1795 bis 1797 ein Briefwechsel in einer Intensität, die Humboldt später Schillers Geistesentwicklung in dieser Zeit als Krisen- und Wendepunkt hat erkennen lassen. Noch einmal werden sie im Winter 1796/1997 für ein halbes Jahr zusammenleben. Sie sehen sich täglich zweimal, meistens allein und das bis tief in die Nacht hinein.

Beide, Schiller und Humboldt, waren von Kant geprägt, auch wenn Schiller sich nicht mit dem gesamten System des Philosophen beschäftigt hatte, nur mit dessen Ethik und Ästhetik. Humboldt analysiert Schillers Kant-Rezeption sehr genau und stellt rückblickend in einem Brief an Körner (1830) fest: „Die Freiheit der Form hätte dabei gewonnen, wenn Schiller seine ihm ganz eigentümlichen Ideen ohne Kant ausgeführt hätte.“ Humboldt ist der Auffassung, dass durch Kants Einfluss die objektiv-idealistischen Elemente von Schillers Theorienbildung zugunsten „einer Überdehnung des subjektiv-idealistischen Standpunktes mit allen seinen Folgen“ zurückgedrängt wurden. Und Humboldt bemerkt weiter: „Ich bin ihm leider in diesem Weg zu sehr gefolgt und habe dazu beigetragen, ihn darin zu bestärken.“[4] Dies bedauere er umso mehr, als Schiller selbst bei seiner Beschäftigung mit Kant bemerkt habe, dass bei diesem die Bedeutung der sinnlichen Kräfte nicht ausreichend gesehen werde. Humboldt wird hier ansetzen und eine Theorie entwickeln, die das Schöpferische in den Mittelpunkt stellen und zugleich die Realität des Objekts mit der des Subjekts zu einer idealen Form vereinen wird.

Man kann aus dieser Briefstelle Verantwortlichkeit heraushören, man kann aber auch das Eingeständnis darin lesen, dass Humboldt in diesen frühen Jahren noch nicht genug Abstand zu seinem Freund Schiller hat und ihm später eine Verzögerung seines unabhängigen, Schiller allerdings nie verleugnenden, sondern ihm so Vieles dankenden Geistes bewusst wird. Schiller beflügelt das gemeinsame Nachdenken: „Humboldt ist mir eine unendlich angenehme und zugleich nützliche Bekanntschaft, denn im Gespräch mit ihm entwickeln sich alle meine Ideen glücklicher und schneller. Es ist eine Totalität in seinem Wesen, die man äußert selten sieht.“[5] In einer Canzone – An Schiller Mitte 1794 spürt man förmlich, wie sich der junge Gelehrte, selbst sich als „gedankenarm“ und „rauh“ charakterisierend, bewundernd seinem Freunde zuwendet und die Inspiration sucht: „Denn allein des vollen Lebens rege Kraft ist‘ s, die wieder aus sich neues Leben schafft“.[6] Schiller tut der dienende, sich ganz in seine Gedankenfülle einwebende Charakter des jungen, ungewöhnlich gebildeten Mannes gut. So kommt es, dass der zu dieser Zeit kaum ohne die inspirierende Kraft des gemeinschaftlichen Denkens auszukommen glaubt.

Was sich fast wie ein Trauma, zumindest aber wie ein Gefühl der Abhängigkeit anhört, das wird Schiller bald ähnlich sehen: „Zum Umgang ist er auch recht eigentlich qualifiziert; er hat ein selten reines Interesse an der Sache, weckt jede schlummernde Idee, nötigt einen zur schärfsten Bestimmtheit, verwahrt dabei vor der Einseitigkeit und vergilt jede Mühe, die man anwendet, um sich deutlich zu machen durch die seltene Geschicklichkeit, die Gedanken des anderen aufzufassen und zu prüfen – So wohltätig er aber auch für jeden ist, der einen gewissen Gedankenreichtum mitzuteilen hat: so wohltätig, ja so höchst notwendig ist es auch für ihn, von außen ins Spiel gesetzt zu werden und zu der scharfen Schneide seiner intellektuellen Kräfte einen Stoff zu bekommen; denn er kann nie bilden, immer nur scheiden und kombinieren […]. Es fehlt ihm zu sehr an einer ruhigen und anspruchslosen Empfänglichkeit, die sich dem Gegenstand hingibt; er ist gleich zu aktiv und dringt mir zu unruhig auf bestimmte Resultate.“ [7] Da hören wir den Dichter, mit dem in seinem Inneren auch Humboldt als einem Lebensbild für sich selbst gerungen hat; aber sein eigener war doch ein anderer Weg. Auf Reisen, noch von Wien aus, schreibt er mitten in seinem Brief am 4. September 1797 an Schiller über seine Zweifel, sich seine ureigene und „einzige Manier“ zu eigen machen zu können, in der er für seine Welt und Nachwelt Bedeutung erlangen könne. Er müsse sein Objekt zugleich mit seinem Subjekt so darstellen, dass es darin nicht verloren ginge, darin sitze eben der „Knoten“. Noch fehlten ihm „Grundgedanken“, solche, auf die er in allem seinem Denken „komme“, die er aber noch nicht „durchschaut“ habe.[8] Diese hat er allerdings in der kritischen Begleitung des Dichterfreundes schließlich gefunden. Humboldts Wirken in der Zeit der großen, sich an theoretischen Schriften abarbeitenden und grundlegenden Wendung Schillers hin zur Klassik war so sehr aktive schöpferische Teilnahme, dass sich in ihm etwas ganz Neues entwickelte.

Ende 1797 trifft Humboldt zu einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris ein, wo die Jenaer Jahre zunächst fortwirken und sich in der ersten großen Literaturkritik Ästhetische Versuche – Über Goethes Herrmann und Dorothea niederschlagen. Humboldt entwickelt in ihr eine eigene Theorie des Epos, der Kunstgattungen im Allgemeinen und eröffnet sie mit grundsätzlichen Reflexionen über das Wesen der Kunst und ihre Bedeutung für den menschlichen Geist überhaupt.

Als 1798 der Wallenstein nach all den Jahren des Ringens fertiggestellt ist, kann sein Verfasser ihn selbst als ein „Kunstganzes“ ansehen und begreifen, das Humboldt sozusagen gut vorbereitet trifft und das er Goethe beglückt ankündigt: „Auf den Wallenstein dürfen Sie sich freuen, es ist mir in meinem Leben nichts so gut gelungen, und ich hoffe, in dieser Arbeit, die Kraft und das Feuer der Jugend mit der Ruhe und Klarheit des reifen Alters gepaart zu haben.“[9] Ein neuer Standpunkt war herangereift. Schiller nimmt die Überdehnung des subjektiv-idealistischen Standpunktes zurück und überwindet den von Kant aufgenommenen subjektiven Idealismus. Der Dichter ist, sagt Schiller, „mit der Wirklichkeit und den höchsten Anliegen der Menschheit gleichermaßen verbunden. […] Die These, dass die Kunst sich über das Leben erheben und alle Wirklichkeit von sich abstreifen muss, besaß keine Gültigkeit mehr“.[10] Er erfasste nun die Dialektik von Inhalt und Form im Kunstwerk und auch die gesellschaftlich-erzieherische Wirkung der Kunst. Die späte, die reife Periode beginnt für den Älteren. Und der Jüngere erlebt zugleich in Paris die große Zeit neuer gesellschaftlicher, kultureller und geistesgeschichtlicher Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund muss man seinen großen Brief zum Wallenstein verstehen. Dort zeigen sich die Konturen fundamentaler, neuer Ideen, die auf den verschiedensten von ihm schon bearbeiteten Feldern anthropologischer Fragestellungen aufbauen und die in sein opus magnum, seine vergleichende Sprachphilosophie, münden werden.

Es kommt noch zu einem Besuch bei Schiller in Weimar im Frühjahr 1801 und schließlich auf der Durchreise nach Rom, Humboldts neuem glücklichen Aufenthaltsort der nächsten sieben Jahre, noch einmal im Herbst 1802. Das sollte ein Abschied für immer werden. Nur in Briefen kann der intensive Gedankenaustausch fortgeführt werden. Am 9. Mai 1805 stirbt Schiller in Weimar. „Nichts hat mich je gleichstark erschüttert“ wird Humboldt am 5. Juni 1805 an Goethe schreiben. „Hätte er gelebt, er hätte endlich klar gesehen und sich bis zum Gipfel hinaus gearbeitet; nach ihm, wer kann auf dieser Bahn weitergehen, in wem ist diese Verbindung kritischer und intellektueller Kraft? Es wäre schrecklich, wenn die deutsche Poesie ihren Zenit schon wieder erreicht haben sollte, da beinahe wir sie im Entstehen sahen.“[11] Und an Körner wenige Tage später: „Mir ist es in der Tat, als hätte ich auf einmal eigentlich den Leitstern aller meiner intellektuellen Richtungen verloren, […] wirklich sprach er die Menschheit nur immer in ihren höchsten Momenten aus und erschien bei weitem mehr individuell als Goethe“.[12]

Auf der Suche nach dem wahrhaft Individuellen im Menschen, der Schöpferkraft, wie sie sich im Dialog zwischen zwei Menschen entzündet und wie sie sich in der Sprache objektiviert, war Humboldt Schiller geistig sehr nahe gekommen, und angeregt durch sein Werk, wie es sich in dem Brief von Humboldt an Schiller vom September 1800 aus Paris wiederspiegelt, hat Humboldt in seiner Auseinandersetzung mit dem Wallenstein seine Ideen zur Sprache erstmals formuliert. In diesem berühmten Wallenstein-Brief hat man zu Recht die ‘Geburtsurkunde‘ der humboldtschen Sprachphilosophie gesehen.[13]

II. Die Befreiung des Denkens bei Wilhelm von Humboldt

1. Humboldts Pariser Aufenthalt im Spiegel der Begegnung mit Madame de Staël

Wie sehr die Jenaer Jahre im Allgemeinen, der Diskurs mit Herder und Fichte und dazu insbesondere die enge Freundschaft, der zeitweilig tägliche Gedankenaustausch mit Goethe und Schiller, Humboldt geprägt haben, das kann kaum überschätzt werden.

Aber nun lebte er mit seiner Familie erstmalig für längere Zeit im Ausland. Frankreich, ein Land, mit dessen Sprache er von Hause aus – die Mutter stammte aus hugenottischer Familie – bestens vertraut war, brachte durch seine Andersartigkeit viele Gedankengänge, ja viele Ideen in ihm in Bewegung. Das lange Unterdrückte bricht wieder aus. Sein ausgesprochener Realitätssinn, die Anschauungskraft, seine unersättliche Neugierde auf alle menschlichen und nationalen Eigentümlichkeiten reagieren sofort auf die lebendigen Phänomene einer großartigen Gegenwart, wie sie das noch von den Nachwehen der Revolution fiebernde Paris darstellt. Vor allem fiel Humboldt auf, wie im französischen Geistesleben das Bewusstsein und das Wissen von der schöpferischen Natur des Ichs schlicht fehlten.[14] Hier hatte sich weder Kants noch Fichtes Denken niedergeschlagen. Den Philosophen mangelte die Einsicht in die Apriorität des Ichs und die Funktion der intellektuellen Anschauung. Es fehlte Ihnen, wie Humboldt sich gegenüber Schiller ausdrückte, der Sinn „für etwas, das außerhalb der Erscheinungen liegt“. So seien ihnen auch „das Ich, das reine Selbstbewusstsein“ unverständliche Dinge, „produktive Einbildungskraft, theoretische und praktische Vernunft […] ganz leere Worte […].“[15] Die ganze Transzendentalphilosophie war zunächst eine deutsche Angelegenheit, für deren Verbreitung sich engagiert einzusetzen er allerdings in Paris beschloss. Denn nach eingehenden Studien der französischen Philosophie, insbesondere der sensualistischen Philosophie Condillacs, hielt er die französische Dichtungsauffassung deshalb geradezu für unzureichend.

Unter diesem Eindruck und im Nachklang der Jenaer Zeit und Schillers Abhandlung Über naive und sentimentalische Dichtung, in der es um die Positionen einer mehr die Natur beschreibenden Dichtungsweise und einer mehr der Vermittlung und Entwicklung von Ideen über die Zeit geltenden Dichtung geht, fand Humboldt den Ansatz zu einer eigenen systematischen Dichtungstheorie. Dabei geht er von einem Begriff der Poesie aus, die als Kernposition den Transzendentalbegriff der Einbildungskraft und die Idealität des dichterischen Kunstwerkes behandelt. Diese Dichtungstheorie legt er in der 1798 geschriebenen Abhandlung Über Goethes Hermann und Dorothea nieder und fasst sie für das französische Publikum zusammen in einem kürzeren Aufsatz, den er an Madame de Staël richtet. Er handelt „von dem absoluten Charakter des Kunstwerks als einer in sich geschlossenen Welt und seiner der Wirklichkeit entgegen gesetzten reinen Idealität“.[16] Dazwischen steht das schöpferische Tun des Künstlers. Mit besonderer Eindringlichkeit erklärt Humboldt Madame de Staël, dass der Mensch sich durch die Dichtkunst über die Grenzen seiner Wirklichkeit erheben könne. Er gebraucht in diesem Zusammenhang das Bild vom „reinen Flug des Geistes“, der über dem Leeren schwebt, dem es nicht auf die Schönheit der gezeigten Gegenden sondern allein auf „die Leichtigkeit des Fluges“ ankomme.[17] Hier rekurriert Humboldt auf einen Schiller und ihm gemeinsamen Begriff, den der Begeisterung als Prinzip der Poesie. Die Einbildungskraft produziert gewissermaßen sich selbst, indem sie zugleich ihr Werk hervorbringt. Dieser Doppelvorgang, ein Sich-gegenseitig-Anregen, wird in das Werk hinein objektiviert.

Als Schiller Humboldts dichtungstheoretisches Hauptwerk zur Begutachtung zugesandt bekommt, beurteilt er „dieses große, ja ungeheuere Geschäft“ seines Freundes wie folgt: „Der Gesichtspunkt, den Sie genommen haben, um dem geheimnisvollen Gegenstande, denn das ist doch jedes dichterische Werk, mit Begriffen beizukommen, ist der freieste und höchste, […]“.[18] So intensiv, wie sich Humboldt hier mit der Einbildungskraft und der Dichtung befasst hat, wird er sich, wie wir sehen werden, später der Bedeutung der Einbildungskraft für die Sprache zuwenden.

Was war in Paris geschehen? Im Spannungsfeld der Begegnung von Deutschland und Frankreich, exemplarisch in der Begegnung zwischen Humboldt und der klugen Schriftstellerin Madame de Staël, zu der es erstmalig im Spätsommer 1798 kommt, gewinnen beide Nationalcharaktere, die Frankreichs und Deutschlands, die Konturen eindrucksvoller Individualität, deren Beurteilung in Humboldts Beschreibung höchst respektvoll und ausgeglichen erscheint. Humboldt zieht die aufgeschlossene und suchende Literatin, in der sich wie in einem Brennglas die französische Geistesgeschichte spiegelt, magisch an. Sie ist unter den vielen geistigen Größen in Paris, mit denen er nun Umgang pflegt, der Kopf, der seiner Dichtungstheorie die lebhafteste Herausforderung bietet. Während Schiller und Humboldt ihre Antworten zur Dichtungstheorie aus der tranzendentalphilosophischen Hinwendung zum Subjekt zu geben suchen, stützt sich Madame de Staël auf Condorcets Geschichtspilosophie. Ihre Frage ist, sehr französisch, „Wie wirkt sich der Fortschritt von Wissenschaft und Kultur auf die Literatur aus?“

In De la Littérature, einem großen Werk, das die Beziehung der Literaturen und ihrer poetischen und kulturellen Umstände seit den Griechen untersucht, ist nicht nur der Beginn einer soziologischen Literaturbetrachtung zu sehen, sondern es geht Madame de Staël hier – wie zuvor Schiller im Gespräch mit Humboldt zum Thema der naiven und sentimentalischen Dichtung – um die Bestimmung der Funktion der Dichtung und Literatur in der modernen, nachrevolutionären Epoche. In dieser, so meint sie, setze sich die moderne Poesie nicht nur aus Bildern, sondern auch aus Gedanken und Empfindungen zusammen. Damit verlässt sie den Bereich der Einbildungskraft, der bei Humboldt zwischen Natur und Mensch tritt. Wie Schiller mangelt es ihr an einem einheitlichen Dichtungsbegriff, der für alte und neue, für naive und für sentimentalische Dichtung gleichermaßen Gültigkeit hat. Sie geht sogar soweit, der Einbildungskraft ausdrücklich jeden Einfluss auf den Fortschritt in Künsten und Wissenschaften abzusprechen. Aber sie spricht eben auch von Empfindungen, was Humboldt hellhörig machen musste.

Ist es doch für ihn, der sich schon 1788 durch die Begegnung mit Jacobis Glaubens- und Intuitionsphilosophie aus den Fesseln aufklärerischer Schulphilosophie befreit hatte, nicht bloß aufgrund seines Kant-Studiums selbstverständlich, dass die Wahrnehmung eines Kunstwerkes mit „Wohlgefallen“ bzw., genauer gesagt, mit „Empfindung“ verbunden ist: Das Eigentümliche der ästhetischen Wahrnehmung liegt in einer Verknüpfung der „denkenden und empfindenden Kräfte“, so heißt es an Körner, und weiter: „Alles Schöne, dünkt mich nämlich, ist allein subjektiv, die Schönheit bloß in uns und das Wesentliche derselben, eine moralische, das heißt unsinnliche Idee sinnlich dargestellt.“ Sinnliche Darstellung einer unsinnlichen Idee bedeutet, dass der dargestellte Gegenstand „sinnlich durch Zeit oder Raum oder beides construirbar“ sein muss, das heißt, er muss „von der Einbildungskraft aufgefasst und dargestellt“ werden können.[19] Im Kunstwerk verschmelzen so beide Elemente, das Sinnliche und Unsinnliche. Aus diesem Grunde drückt das Kunstwerk eigentlich nichts aus, es bedeutet allein durch sein Sein und es kann dadurch schöpferisch wirken. Im Kunstwerk erscheint die „Totalität“ einer ganzen Welt, abgesondert von allem Zufälligen. Sie ist aber nichts weniger als totalitär, sie ist im äußersten Maße individuell und ermöglicht wiederum eine individuelle Reflektion des Menschen und seiner Welt, die Erkenntnis schaffend wirken kann. Hier findet Humboldt den Freiraum des Menschen zu seiner Selbstbestimmung.

In der Triade von Gegenstand, Kunstwerk und Künstler enthält das wirkliche Kunstwerk „in sich vollendet, zugleich alles, was dem Sinn und was dem Geiste genügt, und nur in ihr (d. i. der Mitte zwischen beiden) ist der inhaltsvollste Ausdruck zugleich mit der freiesten Anmuth der Züge verbunden“. In einem Kunstwerk, das immer aus der Einbildungskraft gewonnen wird und auf die Phantasie wirkt, erblickt daher der Betrachter „das ganze Wesen in vollkommener Einheit“ und die Phantasie des Betrachters trennt „nicht mehr die äußere Gestalt von der inneren Bedeutung.“ [20] Die Kunst ist also zu verstehen als „die Darstellung der Natur durch die Einbildungskraft […]. Die Natur als der Stamm bloßer Empfindungen ist der Punkt, von dem wir ausgehen, weil an ihm unser Selbstbewusstsein erwacht; in unserem Selbstbewusstsein aber sind wir immer schon über den Naturzustand des Bewusstseins hinaus.“[21]

Für den modernen Künstler ist die Kunst nicht mehr eine humanisierende Aneignung der Natur, vielmehr ist sie die durch den menschlichen Geist erst geschaffene Gegennatur. Hier findet ein Dialog statt, nämlich zwischen jenen Gebilden, die allein aus der Kraft der Phantasie des Künstlers entstanden sind, und jenen, die nur in der Phantasie eines anderen existieren, zu dem dieser sprechen kann. Vom Standpunkt der Wirklichkeit sind diese Gebilde bloßer Schein. Vom Standpunkt des Künstlers aber und derer, für die er schafft, sind sie wesentlich und „dauerhafter“ als alle Wahrheit.[22] Damit formuliert Humboldt einen absolut neuen Beitrag zum Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit und bereitet einen wesentlichen Gedanken für seine späteren sprachwissenschaftlichen Ausführungen vor.

Nur in der Kunst, wie auch in der Liebe, vermag der Mensch seine eigenen Grenzen zu überschreiten und über sich selbst hinaus zu wachsen. In diesem Sinne fügen sich Humboldts Kunsttheorie und die Anthropologie zusammen. Darin liegt auch der Unterschied zu Madame de Staël. Sie geht von einem eher negativen Bild des Menschen aus, das zwar auch Wandel zulässt, allerdings nur einen von außen induzierten.

2. Schillers Wallenstein in Humboldts Brief aus Paris vom September 1800

In der Wallensteindichtung liegt Humboldt nun Anfang September 1800, wie Schiller es selbst sah, der Prüfstein von dessen Dichtungsfähigkeit vor.

„Schiller hat die Wallenstein-Trilogie zum Ort einer großartigen Synthese seiner bisherigen Arbeit gemacht: als Dramatiker, indem er die zur Verfügung stehenden Gattungsmöglichkeiten in einem Werkzyklus erprobte; als Historiker, indem er – ausgehend vom erzählten Geschichtswerk – der Faktentreue des bloßen Realisten die sogenannte poetische Wahrheit hinzufügt; womit er nach Meinung neuerer Historiker [damit ganz schon Humboldts Postulat in seiner Schrift Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers folgend, Anm. d.Verf.] von dem historischen Wallenstein ein zutreffenderes Bild geliefert habe als in seinem Geschichtswerk, und zwar vor den ihn bestätigenden Quellenfunden des 19. und 20. Jahrhunderts; schließlich als Anthropologe, der auch hier mit seiner Darstellung aller Facetten zwischen Masse und Individuum, zwischen Realismus und Idealismus einen gewissen Kreis vollendet d.h. den ganzen Menschen zeigen wollte.“[23]

Eine einzelne, charismatische Gestalt im Spiegel großer Massen, eine Masse als einen massenphänomenologischen Charakter, die anfängliche Spiegelung der Bühnenfiguren in anderen Personen, ihre persönlichen Empfindungen und die schicksalhaften Umstände, alles hat Schiller in diesem Werk virtuos bearbeitet. Die tragische Titelgestalt sollte – und Schiller hat lange darum gerungen – durch die Umstände niedergezwungen werden. Seinem diesseitigen Realismus, seinem Willen zur Macht stehen bewusst idealistische Züge zur Seite, um die Tragödie umso wirkungsmächtiger zu machen. Das alles fügt sich zusammen zu einem wahren Kunstwerk, einem Abbild der Natur.

Und so kommt es zu einer weiteren Triade: der Wallensteindichtung als dem Gegenstand, mit dem sich Humboldt in der Rolle quasi des Künstlers, in diesem Fall des Kunstkritikers, auseinandersetzt und seinerseits ein Kunstwerk, etwas Neues, nämlich die Grundsätze seiner Sprachphilosophie, hervorbringt.

Humboldt geht von der Betrachtung des Ganzen aus. „Solche Massen hat noch nie jemand bewegt… Sie haben Wallensteins Familie zu einem Haus der Atriden gemacht, wo das Schicksal haust, wo die Bewohner vertrieben sind, aber wo der Betrachter gern und lang an der verödeten Stätte verweilt. Noch kein Kunstwerk hat mich in eine so neue und so konsequent zusammenhängende Welt versetzt, keine Gestalten haben mich bisher so bestürmt und verfolgt.“[24] Die Fülle des Stoffs ist, wie Humboldt es an anderer Stelle in diesem Brief ausdrückt, „zur Welt ausgebildet“; und so spannt der Kritiker gleich anfangs den Bogen von der „Natur“ über den „Kunstgeist“ des genialen Künstlers hin zum Kunstwerk, das als „das höchste“, „was das poetische“ betrifft, bezeichnet wird.

In der Größe der tragischen Wirkung erkennt Humboldt die Intention des Künstlers und zugleich die Eigentümlichkeit seines Freundes. Denn durch den Griff, den dieser „in die Dinge und damit in ihr Schicksal getan“ hat, durch die Hauptcharaktere, „die eine solche Kraft und Lebendigkeit des Wollens besitzen“, entstehen „Begebenheiten, die nicht wie im Drama Folgen einzelner Handlungen, sondern notwendige Begleiter dieser Charaktere“ sind. Wir werden hier hineingezogen in das Humboldtsche Thema von Gegenüberstellungen von „Freiheit und Abhängigkeit des Menschen“, von „Empfindung“ und „Einbildungskraft“, von „starrem Entsetzen“ und vom „Erhabenen“. Schiller gelingt nicht durch das Gefühl, sondern durch das starre Entsetzen, so Humboldt, „durch diese größere Klarheit, die sie dem Blick über Menschheit und Schicksal gewähren der Kreis der tragischen Wirkung“, nämlich endlich die Evozierung der Kraft beim Leser, Freiheit und Schicksal (nämlich in der Phantasie) wieder „zusammenzuknüpfen“. „Alles hängt äußerlich der gewöhnlichen Verknüpfung der Umstände nach, zusammen; Innerlich zeigen sich die echten Quellen, die mächtigsten Triebfedern des Lebens“. Der notwendige, einsichtig gemachte Fortlauf der Handlung, die eigentliche Dynamik verdanken sich Schillers Genie und führen zum Gelingen. „So scheint nun alles freiwillige Bewegung, durch sich selbst organisiertes Leben“, das zuletzt, indem jede angeregte Stimmung mit voller Kraft an ihr Ende geführt wird, so „zerreißend “ der Ausgang des Stückes ist, in „völliger Harmonie und ausgesöhnt mit dem Schicksal und der Menschheit „[25] endet. Die Summe alles Menschseins zieht sich im Wallenstein zusammen, von dem übermütigen Gefühl der Größe bis zu schöner und weiser Mäßigung, ausgearbeitet bis zu großer Vollkommenheit, darin dem antiken Charakter nicht fern und dem Modernen doch offenbar so nah.

Von hier aus wendet sich Humboldt dem entscheidenden Thema von Subjektivität und Objektivität zu. „Vielleicht auf niemanden als auf Sie üben Ideen eine so gewisse und ausschließende Kraft aus […], lieber Freund, […]. Ihre Stücke haben mich eben so sehr zu Ihnen selbst als zu den großen Bildern hingezogen, die Sie zurücklassen.“ [26] Hier wird deutlich, was der Philosoph dem genialen Dichter verdankt. Das Übergewicht, das Schiller charakterisiere, liege in der Einbildungskraft. Wie aus einer unsichtbaren Quelle speise sich diese unverkennbare Kraft ohne Entstehungsgrund und ohne erkennbare Absicht.

„Darin liegt das Dichterische in ihr“. „In Ihrer Einbildungskraft ist das beflügelte Forteilen der Zeit hervorstechend vor der Rückwirkung des erzeugten Stoffs. In jedem Augenblick taucht ein Gegenstand auf, in Ihnen ist das Vorige, das, als Vergangen, schlechterdings hinter uns liegt, verschmolzen, und in dem Dunkel, das ihn noch drückt, liegt das Folgende verhüllt. Jeder Schritt ist eine neue Kraftentwicklung, […] darum erscheint das Einzelne minder freiwillig und zufällig, aber das Ganze gehört keiner Absicht an. […] Die Folge von Bildern, die uns beschäftigt, stammt aus der bewegten Menschennatur, sie eilt nach der Auflösung dieser Bewegung hin, die sich aber, ohne jemals erreicht zu werden, nur in der Unendlichkeit verliert […]“.[27]

Es ist die innere, aus sich selbst schaffende Kraft, die aus der Reibung der Gegenstände im verwirrenden Getümmel entsteht, und zwar im Bunde der Einbildungskraft und der Vernunft, „durch den es scheint, dass nicht das Vermögen der Sinne, sondern die Kraft des Gedankens durch die Phantasie auf einen ihm unbekannten Wege zu einem Ziel geführt werde, das ihm allein unerreichbar gewesen sein würde. Sie zeigen die Unendlichkeit, in dem sie geradezu die Kraft wecken, deren Wesen es ist, der Unendlichkeit nachzustreben, und überraschen uns, indem sie es durchaus als Dichter (allein durch Phantasie) tun.“[28]

3. Der Wallensteinbrief als Anlass zu Humboldts sprachwissenschaftlichem Denken

Die Fähigkeit der Dichtkunst ist es, „[…] innere Gedanken und Empfindungen und äußere Gegenstände vermöge eines sinnlichen Mediums, das zugleich Werk des Menschen und Ausdruck der Welt ist, gegenseitig auseinander zu erzeugen oder vielmehr seiner selbst, indem man sich in beide teilt, klar zu werden“. Diese Fähigkeit „bestimmt sie tätig und allein den Gesetzen der Einbildungskraft gemäß tätig zu sein. Indem sie also den Menschen nötigt, künstlerisch zu wirken, nötigt sie ihn zugleich, nicht nur mit seiner ganzen Menschheit (denn das tut alle Kunst), sondern auch gerade auf die einzige Weise zu wirken, auf welche der Mensch vor sich selbst klar werden und, […] auf welche er sich ausbilden kann.“ Man muss also „außer dem Künstler zugleich in einem hohen Verstande Mensch sein, und da nun neue mächtige Kräfte beschworen und bewegt werden, so gehört wieder mehr Künstlergewalt dazu, diese der Einbildungskraft zu unterwerfen.“[29]

Dieser Gedankensprung im Wallensteinbrief – vom Künstler zum Menschen allgemein und wieder zurück zum Künstler – markiert Humboldts Ernte, die er Schillers Wallensteintrilogie verdankt und die er dort ans Ende seiner sprachwissenschaftlichen Ausführungen stellt. Das heißt, die Sprache, als sinnliches Medium, ist zugleich ein Werk des Menschen und Ausdruck der Welt. Sie erzeugt Gedanken und Empfindungen ebenso wie Gegenstände bzw. Begriffe für Gegenstände. Indem der Mensch sich in beides – in die Welt und in die Idee – teilt, wird er sich seiner selbst bewusst. Genau dies tut Schiller in seinem Werk und genau dies veranlasst Humboldt zu seinen sprachwissenschaftlichen Ausführungen im Kontext des Briefes. Damit sind die drei folgenden Abschnitte bezeichnet, die Humboldts hier höchst essenziell formulierte Gedanken ausführen sollen: Die Sprache, Das Sprechen und Die Einbildungskraft.

a) Die Sprache

Die Sprache wird als ein Wesen eigener Natur angesehen, das die Verbindung zwischen Ideal und Wirklichkeit schafft. Sie ist sowohl realitätsbezogen als auch Erkenntnis schaffend, und sie schöpft aus der Einbildungskraft, deren Wesen es ist, der Menschlichkeit nachzustreben, nicht nur in der Dichtkunst, auch in der Sprache selbst. Denn so, wie der Dichter durch diese Einbildungskraft die Phantasie dessen, den er erreichen möchte, entzündet, so tut es jeder Sprechende im Dialog mit seinem Gegenüber, und so verhält es sich, wird Humboldt später sagen, auch in der Begegnung zwischen zwei Sprachen, zwischen zwei Kulturen.

„Jeder Mensch ist ein Künstler“, diesen Satz wird mehr als 150 Jahre später Joseph Beuys zum Titel eines Buches machen. Und in der Tat findet Humboldt, seine Kunsttheorie auf das Sprechen als Grundlage des Denkens der Menschen beziehend, in diesem Brief über den Wallenstein zu seinem Meisterwerk, zur Sprachphilosophie. Das ist die These dieser kleinen Darlegung. Es ist seine früheste zusammenhängende Ausführung zu diesem reifen Kapitel seiner wissenschaftlichen Arbeit, das ab dem Winter 1800 als großes Projekt vor sein geistiges Auge tritt.

Ein Jahr zuvor war er mit seiner Familie durch Spanien gereist, das Land, seine Kultur und Kunst studierend. Danach schreibt er seinen großen Wallenstein– Brief. 1801 reist er ein weiteres Mal nach Spanien, jetzt mit einem bestimmten Ziel: In einer ersten wirklichen Feldforschung will er die baskische Sprache, mitten in einem ganz fremden Sprachraum liegend, kennen lernen. Er will sie „vorzüglich als den lebendigen Abdruck ihrer Denk- und Empfindungsart darstellen“, es lockt ihn die Verbindung historischer und linguistischer Forschung „vorzüglich, insofern sie in das frühe und dunkle Leben der Völker führt“[30] schreibt er 1821 an Goethe. Ist nicht vielleicht hier schon eine Parallele zu Schillers Ansatz in seinem Werk der Dichtkunst zu sehen? Der Verquickung historischer und psychologischer Schicksalslinien dort entspricht in einer Umkehrung die Analyse des historischen Stoffes, abgesondert von der linguistischen Analyse der Sprache.

Welche Gedanken hat die Beschäftigung mit Schillers dichterischem Kunstwerk in ihm hervorgebracht?

Humboldt setzt da ein, dies wie im Essay, der sich an Madame de Staël wendet, wo er sich ganz nah bei seinem Gesprächspartner weiß, im Metier des Dichters. Ihn fasziniert, schreibt er, „wie Sie die Sprache behandeln, das Verhältnis, in dem Sie zu ihr stehen.“ Treffend arbeitet Humboldt Schillers Modernität heraus, wenn er hervorhebt,

„so halten Sie sich mehr an die sinnliche Wirkung, welche die Sprache, als vom Menschen stammend und mit ihm verwandt, auf sein Denken und Empfinden und mithin auf sein Vorstellen überhaupt ausübt. Sie behandeln dieselbe weniger als ein Mittel, einen Gegenstand […] zu zeigen, sondern bei weitem mehr als ein Erzeugnis des menschlichen Geistes, wodurch er sich das ihm Fremde menschlich aneignet und durch dessen zweckmäßigen Gebrauch er bestimmt werden kann, eine Reihe von Anschauungen und Empfindungen aus sich selbst zu entwickeln. Die Sprache stellt offenbar unsere ganze geistige Tätigkeit subjektiv […] dar, aber sie erzeugt auch zugleich die Gegenstände, insofern sie Objekte unseres Denkens sind. Denn ihre Elemente machen die Abschnitte in unserem Vorstellen, das ohne sie in einer verwirrenden Reihe fortgehen würde. Sie sind die sinnlichen Zeichen, woran wir die verschiedenen Sphären der einzelnen Gegenstände bestimmen und wodurch wir […] gewisse Portionen unseres Denkens zu Einheiten machen, die sich zu anderen Zusammensetzungen und Verrichtungen brauchen lassen. Die Sprache ist daher, wenn nicht überhaupt doch wenigstens sinnlich das Mittel, durch welches der Mensch zugleich sich selbst und die Welt bildet oder vielmehr seiner dadurch bewusst wird, dass er eine Welt von sich abschneidet.“[31]

Das ist Humboldts erster Entwurf einer Sprachtheorie. Darin liegt schon die ganze, 1812 erstmals angekündigte und 1816 erst verspätet veröffentlichte, von der baskischen Sprache ausgehende sprachwissenschaftliche Arbeit Wilhelm von Humboldts. Erst 1820, als er von staatlichen Ämtern befreit ist, folgt die Schrift Über das vergleichende Sprachstudium in Beziehung auf die verschiedenen Epochen der Sprachentwicklung. Und erst ein Jahr nach Wilhelms Tod wird schließlich Alexander von Humboldt dessen theoretisches Hauptwerk veröffentlichen: Über die Kawi-Sprache auf der Insel Java nebst einer Einleitung über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluss auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts. Dass der sprachwissenschaftliche Nachlass des weltweit als Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft anerkannten Forschers mit derzeit über hundert bis hin zu grammatikalischen Entwürfen behandelten Sprachen erst heute bearbeitet und sukzessive veröffentlicht wird, das hat seine Rezeption natürlich außerordentlich schwer gemacht.

Wo liegen die Parallelen zu seiner Analyse des Wallenstein? Die Massen, welche Schiller in der Vorstellung einzelner sehr subtil geschilderter und wirkender Charaktere schicksalhaft miteinander verbunden, bewegt hat, die ganze Fülle eines historischen, ins Tragische gehobenen Stoffes entspricht dem Blick auf ein Charakterbild, das unser „Wesen“, die „Welt“, die „Menschheit“, das „Dasein“ in den verschiedenen Facetten und zugleich in zeitlicher Abfolge schildert. Das ist der erste Aspekt, den ich herausgreifen möchte und den Humboldt, wie ich meine, zum Anlass für seine sprachwissenschaftlichen Gedanken nimmt.

„Alle unsere Endlichkeit rührt daher“, sagt Humboldt nun in seinen Ausführungen zu Wallenstein, „dass wir uns nicht unmittelbar durch und an uns selbst, sondern nur in einem Entgegensetzen eines anderen erkennen können, besteht in einem ewigen Trennen: unseres Wesens in einzelne Kräfte, der Welt in einzelne Gegenstände, der Menschheit in einzelne Menschen, des Daseins in vorübergehende Zeiten.“[32] Das heißt, nur in einem diese Bereiche kunstvoll gegeneinander behandelnden „Kunstganzen“ gelingt es, einen Abglanz von der Welt zu geben, so wie Schiller es getan hat. Oder: In der Sprache, dem Organ, das die Beziehung zwischen Mensch und Welt herstellt, das das Ich vom Du trennt und seine Vorstellungen von Welt im Dialog mit ihm gewinnt, also in der Sprache vollzieht sich die Bildung von Begriffen, kann sich Denken entfalten.

Das schicksalhaft verbundene „Forteilen in der Zeit“ in den verschiedenen Bestrebungen der menschlichen Kräfte zu einer Lösung hinzudrängen – wie es im Wallenstein zur Tragödie gerinnt – drückt in einzigartiger Weise den prozesshaften Charakter, „das Erzeugnis des menschlichen Geistes“ in der Sprache aus. „Das Vergangene ist vergangen, das jetzt Tätige ist nur die durch alle bisherige Übung gestärkte und zu dieser Tätigkeit in diesem Augenblick bestimmte Kraft. Da wir aber die Sprache selbst, und nur nach und nach, und nur für und durch unser Denken mühsam gebildet haben […], so bringt uns die Sprache unaufhörlich die Arbeit unseres Geistes, und zwar in lauter, bis auf einen gewissen Punkt gelungenen, aber immer nur halbvollendeten Versuchen zurück, die also auch immerfort zum weiteren Fortarbeiten, zugleich Stimmung und Leitung gewähren.“ Diese Arbeit, die Kraft der Sprache – ‘energeia‘ wird Humboldt sie später nennen – „ihre Fähigkeit, den Trieb und die Kraft zu erhöhen, immerfort mehr Welt mit sich zu verknüpfen“, diese Stärke der Kraft macht die Bedeutung der Sprache bei Humboldt generell aus. Und wir erinnern uns, wie Humboldt die Hauptcharaktere als die, „die eine solche Kraft und Lebendigkeit des Wollens besitzen“ beeindruckt haben. Denn „da die Endlichkeit des Menschen nicht in der Tat aufgehoben werden kann, so muß sie es in der Idee, da es nicht auf göttliche Weise geschehen kann, so muß es auf menschliche. Des Menschen Wesen aber ist es, sich [zu] erkennen in einem anderen; daraus entspringt sein Bedürfnis und seine Liebe“.[33]

b) Das Sprechen

Subjektive Tätigkeit bildet so im Denken ein Objekt. Und dieses muss wiederum anderen Subjekten entgegengesetzt werden. „Die Sprache muß notwendig zweien angehören, und gehört in der Tat dem ganzen Menschengeschlecht an.“ In der wirklichen Artikulation des Wortes aber wird der Begriff des Gegenstandes im Denken erzeugt. Denn: „Der Begriff erreicht seine Bestimmtheit und Klarheit erst durch das Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft.“[34] So zeigt das Sprechen erst in der Gegenrede, die es auch schon wieder aufhebt, seine Wirklichkeit. Die Sprache kann daher nur gesellschaftlich, als Sprechen in der Rede und Widerrede, zur Wirklichkeit werden.

Humboldt gewinnt hier aus der verlorenen Sicht der Einheit des Menschen, wie das Altertum sie noch in ihrem Mythos zur Dichtung machen konnte, die Einsicht in die Bestimmung des Menschen, nämlich: „Alle zu irgendeiner Zeit und auf irgendeine Weise erlangte Stärke und jegliche Richtung der Kraft so eng in einem Augenblick zu versammeln, daß […] sie doch immer einen [Augenblick] ereile, in dem es voller, an einem größeren Objekt und in innigerer Berührung mit demselben geschehe. Dahin aber zu gelangen, ist die Sprache das einzige sinnliche und […] menschliche Mittel, und zu diesem Zweck muß man sie brauchen und tauglich machen“. Da wird nicht nur Goethes Begriff des „fruchtbaren Augenblicks“ wachgerufen, sondern Humboldts enge geistige Berührung mit Goethe überhaupt. In der Gegenwart liegt die sinnliche Erfahrung, im Augenblick der Punkt, der sich empirisch am genauesten erfassen lässt. Und Humboldt will den Menschen nicht als Werkzeug zu fremden Zwecken ansehen. Er sieht ihn tätig, erzeugend, in der Vereinigung verschiedener Kräfte zu etwas ganz Neuem. „Ein fühlendes und wirkendes Wesen kann die höchste Befriedigung nur in eigener Tat und nur in einem ungeteilten Augenblick, in der Gegenwart finden. Die Zukunft erinnert an Bedürfnis, und die Erinnerung der Vergangenheit ist wehmütig und kalt.“[35]

Vor dem Hintergrund früher anthropologischer, altphilologischer, historischer und auch umfassender literarischer Interessen und Kenntnisse und in Auseinandersetzung mit der französischen Philosophie sowie aufgrund früher naturwissenschaftlicher Studien öffnet sich ihm der Blick für ein neues Forschungsgebiet. Hier, im September 1800, liegt der Moment, in dem Humboldt die Sprache als das Medium erkannt hat, in dem sich der Wandel der Menschheit untersuchen und beobachten lässt, weil sich in ihr die Endlichkeit des Individuums in seiner vereinzelten, auf Entgegensetzung, auf das Sich-Erkennen-Wollen, auf Lösung drängenden Sicht der Welt mit der Summe der mit ihm kommunizierenden Menge, mit der Menschheit verbindet. Das ist die höchste Stufe der dem Menschen möglichen Objektivierung. Im artikulierten Wort ist der Augenblick zu sehen, in dem der Fluss der Sprache einen Moment innehält, um bald wieder neuem Wandel zu unterliegen.

„Alles hängt äußerlich, der gewöhnlichen Verknüpfung der Umstände nach, zusammen; innerlich zeigen sich die echten Quellen, die mächtigsten Triebfedern des Lebens.“ Alles erscheint ihm „durch sich selbst organisiertes Leben“.[36]

Wie sind die „innerlichen“ Zusammenhänge zu verstehen? Gleich zu Beginn seiner sprachwissenschaftlichen Ausführungen (s. o.) spricht Humboldt von der Besonderheit der „sinnlichen Wirkung“, die Schillers Sprache im „Wallenstein“ auszeichne: „[…] nehmen wir unseren Sinn für sie sehr geschärft an, so wirkt der Teil gerade ebenso auf uns als das Ganze.“ Und vier Seiten später „behandeln Sie […die Sprache] mehr ihrer Eigentümlichkeit gemäß und die Dichtkunst mehr wie eine ‘redende Kunst.“ [37] Mir scheint, hier liegt – Schiller mit Goethe vergleichend – der Kern zum Verständnis dessen, was Humboldt später sehr scharf analysieren kann und was er, wie wir oben gesehen haben, in seiner Dichtungstheorie bereits ausgearbeitet hat.

Wir wollen hier zunächst betrachten, wie Humboldt auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft, in der er Sprache immer als gesprochene Sprache, nämlich als „redende Kunst “ behandelt, wie er dies im Brief bezeichnet, Schillers Ästhetik weiterdenkt. Dann werden wir uns in einem zweiten Schritt dem Dialog – so wie er sich bei Humboldt erschließt – zuwenden.

Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung. Schönheit ist Natur in der Kunstmäßigkeit. Über die Schönheit, so lautet ursprünglich Schillers Konzeption, sollen die Menschen zur Freiheit geführt werden. Aber die Zweifel sind der Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen auch schon inhärent. Die Welt der Moderne erscheint ihm mehr durch Zerrissenheit als durch die Aussicht auf mögliche Versöhnung der Widersprüche gekennzeichnet. So ist der Wallenstein als ein geglückter Versuch zu verstehen, ein Sinnbild für die Inszenierung des notwendigen Aushaltens der Widersprüche zu geben. Die empirische Betrachtung des Schönen und seiner Wirkung ist zugunsten einer apriorischen Untersuchung aufgegeben, und damit sind beide Freunde bei der Frage nach dem Menschen schlechthin. Was Schiller als die polaren Triebe, nämlich als „Stofftrieb“ und „Formtrieb“, bezeichnet hatte, das wollte er in einer Wechselwirkung von sinnlicher und moralischer Intensität und Mäßigung zu einer „Einheit der Natur“ zusammenführen; ein Postulat, ein Ideal, das er in seinen theoretischen Schriften vor allem als Aufgabe der Vernunft eingestuft hatte. Sein „Spieltrieb“ war noch als glückende Wechselwirkung im Bereich der Desiderate geblieben: „Der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit der Schönheit spielen“.[38]

Anders klingt es im Prolog der Wallensteintrilogie: „Ernst ist das Leben, Heiter die Kunst.“ Die Widersprüche der „wirklichen Welt“ werden im Wallenstein nicht verdeckt, sie finden im Dichterischen, Subjektiven, eine adäquate Auflösung. Diese dichterische Behandlung der Widersprüche im Wallenstein evoziert bei Humboldt eine Übertragung auf den Bereich, der von ihm als sinnliches Mittel gesehen wird, aber zugleich Anteil an der objektiven Welt gewinnt, die gestaltet, nämlich auf die Sprache. Dabei konnte er zurückgreifen auf seinen schon 1795 entwickelten Schönheitsbegriff, der damit die Grundlage eines dialogischen, also dynamischen Denkmodells werden konnte:

„Die höchste und vollendete Schönheit erfordert nicht bloß Vereinigung, sondern das genaueste Gleichgewicht der Form und des Stoffes, der Kunstmäßigkeit und der Freiheit, der geistigen und sinnlichen Einheit, und dies erhält man nur, wenn man das Charakteristische beider Geschlechter in Gedanken zusammenschmelzt, und aus dem innigsten Bunde der reinen Männlichkeit und der reinen Weiblichkeit die Menschlichkeit bildet.“[39]

Als eine „redende Kunst“ charakterisiert Humboldt Schillers Sprache. In der Rede, das heißt in der letzten Stufe ihrer Individualisierung, erweist sich die Sprache als eine Kraft, als eine Aktualisierung der Dynamik der Sprache, die sich damit zugleich auch überwindet. Im Schöpfungsakt der Sprache, der in der Rede seinen Ursprung hat, vollzieht sich die Hervorbringung der Sprache und jeder Akt wird zur Bedingung neuer Schöpfungsakte. Darin liegt die Priorität, auch die Überlegenheit, der Rede vor der Sprache. „Aus dem Sprechen erzeugt sich die Sprache.“[40] Das ist eine neues Denken bei Humboldt [41] und eine Umkehrung der bis dahin gängigen Tradition grammatikalischer und linguistischer Studien. Sprache wird als Totalität des Sprechens angesehen. Es ist ein unendlicher Zirkel, in dem die Sprache sich individualisierend entfaltet: Von der Sprache als allgemeiner Fähigkeit über die Einzelsprachen bis hin zu den individuellen Sprechakten und umgekehrt von diesen her bis zur Sprache in ihrer Totalität. Das eigentliche Rätsel aber ist das Verstehen, denn aus der Individualität des Sprechens geht unmittelbar die Problematisierung des Verstehens hervor. „Jedes Begreifen einer Sache setzt, als Bedingung seiner Möglichkeit, in dem Begreifenden schon ein Analogon des nachher wirklich begriffenen voraus, eine vorher gängige ursprüngliche Übereinstimmung zwischen Subjekt und Objekt.“[42] So heißt es in Humboldts Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers von 1821. Damit tritt an die Stelle des Monologs der Philosophie der Dialog mit der Geschichte und letzten Endes der Dialog mit dem Du. Die Übereinstimmung mit dem Du ist zugleich eine Bedingung des Verstehensprozesses, das heißt, sie geschieht auf der Grundlage von Toleranz. Verstehen öffnet sich desto tiefer und entsprechender, je freier unser Auffassen im Zusammenspiel (Schiller!) unterschiedlicher Zugänge wird. Es ist nicht weniger individuell als das Sprechen, denn beides beruht sowohl auf der Empfänglichkeit als auch auf der Selbsttätigkeit. „Verstehen und Sprechen sind nur verschiedenartige Wirkungen der nehmlichen Sprachkraft“, die das Andere grundsätzlich in den Bereich des Interesses zieht.[43]

Aber: Hier liegt zugleich auch die Tragik des Verstehens. Denn, wo die Toleranz fehlt, sich auf ein Zusammenspiel unterschiedlicher individueller, auch kultureller Zugänge einzulassen, kann es keine Annäherung im Verstehen geben. Dialogisches Sprechen kann nach Humboldt nie zur Deckungsgleichheit des jeweilig Gemeinten führen. Es bleibt immer im Bereich des Sich-Bemühens. Der tragischen Wirkung, in der Humboldt Schillers Intention und Stärke bewundert, den Verstrickungen, den Abhängigkeiten, den Ängsten und den höchst individuellen Triebkräften der Charaktere entspricht diese Tragik des nie deckungsgleichen Verstehens in Humboldts Sprachphilosophie. Und der Ausgang des Stückes in „völliger Harmonie und ausgesöhnt mit dem Schicksal und der Menschheit“ (s. o.) entspricht Humboldts Gedanke, dass sich die Menschheit nur in der Summe ihrer Individualitäten zu ihrer wahren Humanität erfüllen kann. „Humboldts Reflexion über die Frage des Verstehens stellt zweifellos die tragische Seite seiner Philosophie der Sprache bzw. des Verstehens dar. Die Individualisierung der Sprache setzt dem Verstehen seine Grenze“.[44]

c) Die Einbildungskraft

„Das Übergewicht, das Sie (meiner Meinung nach) in der Tat charakterisiert, liegt in der Einbildungskraft selbst, es ist das der Kraft Ihres fortschreitenden Strebens über das verweilende Vergnügen an der Ausbildung des erzeugten Stoffes.“ Diese Einbildungskraft entzündet sich unaufhörlich „durch eigene Reibung. […] Eine unverkennbare Kraft führt sie herbei, stellt sie zusammen und strömt sie wie aus einer unbekannten Quelle aus. Denn man sieht nirgends, woher diese Kraft nun kommt, sie hat keinen erklärbaren Entstehungsgrund und keine erkennbare Absicht […].“ Sie heftet „die flüchtigen Erscheinungen auch räumlich nebeneinander und macht […] ein gleichzeitiges Überschauen, als [auch] ein vorübergehendes Muster möglich.“[45] An dieser Stelle wird erstmalig ein Potenzial erkannt und formuliert, das durch Reibung Neues entzündet, aus einer nicht zu ortenden oder zu begründenden Kraft hervorgeht und wieder ausströmt. Deutlich wird schon von zwei Ebenen gesprochen. Dazwischen geschieht ein „Zusammenstellen“, das der Sprachwissenschaftler später genauer ausführen wird.

Die Tätigkeiten der Sinne und des Verstandes verbinden sich, um aus der Vielfalt der sinnlichen Eindrücke, die auf das Subjekt einstürmen, die den Gegenstand kennzeichnenden Züge auszuwählen und zu vereinigen. Daraus erwächst eine subjektive Vorstellung, die noch nicht Begriff ist, zu diesem erst durch Objektivierung mittels der Sprache wird. Diese Objektivierung erscheint erst dann als vollendet, wenn das vom Ich geschaffene Wort aus dem Du wiedertönt, wenn es als das Wort eines anderen zurückkommt. Dazu bedarf es der Einbildungskraft. Und dennoch werden das Wort des einen mit dem des anderen nie deckungsgleich werden. Das humboldtsche Ich ist ein in die Gemeinschaft eingefügtes Ich, das letztlich eine transzendentale Subjektivität in der Liebe zum anderen erfährt. In der Selbstbildung des Ich durch das Du ist die „Arbeit des Geistes “ zu erblicken. Aus dem Gleichgewicht der Kräfte erwächst die vollkommene Schönheit, oder aber: das Ideal gelingenden Verstehens.

In Schillers Theorie des Erhabenen, in der es um die anspannende Kraft der Schönheit geht, kann man – vielleicht schon – die Andeutung zu einem Modell einer lebenssteigernden Ästhetik, die das Aushalten von Konflikten einer harmonisierenden Beruhigung vorzieht, sehen. Sie ist – und Humboldt war im Gespräch sicherlich daran beteiligt – wohl Mitte der 90er Jahren entstanden, aber erst 1801, also nach dem berühmten Brief veröffentlicht worden.[46]

Schiller ist immer auf der Suche nach der Begründung der Willensfreiheit des Menschen; mithin geht es ihm in seiner Konzeption um die Frage des Verhältnisses der menschlichen Subjektivität zu naturhaften Mächten. Dabei bleibt aber das Erhabene gekennzeichnet von einer fundamentalen Disharmonie, die eine Versöhnung der Widersprüche als undenkbar erscheinen lässt. Schillers Ästhetik des Erhabenen kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass in der zerrissenen Welt der Moderne die Kunst einer disharmonischen Welt kein Bild der Harmonie entgegensetzen soll, sondern vielmehr die Disharmonien in ihre Darstellung mit aufnehmen soll.“ „Unsere Tragödie […] muß […] Kraft und Charakter zeigen, sie muß das Gemüth erschüttern, zu erhellen, aber nicht aufzulösen suchen. Die Schönheit ist für ein glückliches Geschlecht, aber ein unglückliches muß man erhaben zu rühren suchen.“47 Das ist neu in seinem Werk! Die Unlust, die sich im einzelnen einstellen kann, wird im sublimen Bereich der Kunst kompensiert, und durch die distanzierte Anschauung der „wirklichen Welt“ wird eine Freiheitserfahrung möglich. Genau das bewundert Humboldt an Schillers Wallenstein-Werk: „Die Empfindung […] ist […] starres Entsetzen; und das Entsetzen besteht gerade darin, dass die in niederschlagender Helle erscheinende Furchtbarkeit des Gegenstandes, das Gefühl, das unaufhörlich seine Kraft mit ihm vergleicht, in sich zurückdrängt. Es ist für die Empfindung, was das Erhabene für die Einbildungskraft ist“. Dadurch „flössen [Sie] dem Gemüt eine höhere Kraft ein, Freiheit und Schicksal, die es erst so gewaltsam getrennt sah, wieder zusammenzuknüpfen.“[48]

„Das Entsetzen“, so sagt er, „ist für die Empfindung, was das Erhabene für die Einbildungskraft ist.“ Heißt das nicht, einerseits: die Ruhe, die geradezu göttliche Einheit [Juno Ludovisi, d.Verf.], die das Erhabene gerade aus der harmonischen Vereinigung widerstreitender Kräfte gewinnt, in welche Sinnlichkeit und Verstand, weibliche und männliche Kräfte einfließen, öffnet den Geist des Betrachters für eine tiefe, erkenntnisfördernde Wahrnehmung? Und sollte nicht der Umkehrschluss gelten: das starre Entsetzen, dem ein Schreckensmoment, fast ein Stillstand innezuwohnen scheint, das – wie das Wort es besagt – sich aus einem Zusammenhang ‘heraussetzt‘, ist nicht das beiden Kräften Raum gebende, sondern das sich ganz dem Gefühl hingebende? Allerdings: „Nicht Schmerz, nicht Rührung“, sondern allein die Empfindung, die hermetische Abgeschlossenheit eines Bildes, eines Begriffes kommt in diesem höchsten Grad der Anspannung zum Ausdruck. „Dennoch fühlt sich das Gemüt zuletzt in völliger Harmonie.“[49] Was also hier aus dem Lot geraten ist, das ist der Ausgleich zwischen Sinnlichkeit und Verstand als dem Dualismus, den die Aufklärung hervorgebracht hatte und der einer theoretischen und praktischen Behandlung bedurfte.

So wie Humboldt die Wirkung der Katastrophe im Wallenstein zuletzt sich in völliger Harmonie auflösend sieht, und dies darauf zurückführt, dass „jede angeregte Stimmung nur in voller Kraft bis an ihr Ende“ durchgeführt werden müsse, so ist sein sprachwissenschaftliches Modell, das Widersprüche und Nicht-Verstehen unter den Individuen als vorgegeben einbezieht, auf Verständigung der ganzen Menschheit ausgerichtet.

Aus dem Dualismus von „männlicher und weiblicher Form“, aus dem Gegenüber von „Natur“ und „Kunst“ kommt Humboldt zur Form des Dialogs in der Sprache. Der Freiraum, die Freiheit des Menschen, wird bei Humboldt nicht mehr im Einzelnen, er wird in der sich im größtmöglichen Gedankenaustausch befindenden Menschheit insgesamt gesehen. Jeder Mensch bringt nämlich schon ein individuelles Bewusstsein mit, bevor er mittels der Einbildungskraft sich sein ureigenes Bild von der Wirklichkeit macht. Sinnlichkeit und Verstand werden gebündelt zu einer Kraft, die ihrerseits eine neue Einbildungskraft hervorbringt. Und so wie die Einbildungskraft aus sich neues hervorbringt, so tut es der Mensch im Dialog und wandelt sich sein Bild von der Welt in der wechselnden Rede. Das Subjekt ist nun real angebunden an eine sich in den verschiedensten Individuen objektivierende Welt und deren Sicht von der Welt, die diese wiederum einbringen in ihren Dialog mit den Mitmenschen. Damit wird die Problematik und Dichotomie von Gefühl und Verstand, den Kräften, die Schiller noch einerseits mehr den ‘Naiven‘, den ‘Barbaren‘ und andererseits dem gebildeten Menschen der Aufklärung, der seine Sinnlichkeit zu beherrschen weiß, zugeordnet hatte, aufgehoben.

Und nicht mehr wie bei Kant und auch noch bei Schiller wird die Einbildungskraft des Künstlers allein aus Sinnlichkeit und Verstand hervorgehend verstanden, sondern sie wird zur Wurzel menschlichen Sprechens und Denkens überhaupt.[50] Sie ist damit Ausgangspunkt und zugleich Mittel seiner Aneignung von Welt durch Sprache. Darin liegt Humboldts ganz neue Idee, die sich an Schillers Werk entzündet hat.

„Rezeptivität und Spontaneität“, zunächst dem weiblichen und dem männlichen Prinzip entsprechend, „da sie einer gemeinsamen Wurzel entstammen, sind als solche nur relativ: Rezeptivität ist ihrerseits auch spontan, Spontaneität ihrerseits auch rezeptiv. In der Synthesis der Einbildungskraft verknüpfen sich die „zwei Stämme“ jeweils wieder.“ [51] Das Wirken der Einbildungskraft erreicht jedoch sein Ziel nicht in der Selbsterkenntnis: Die Synthese wird tatsächlich nur in einem anderen Subjekt vollendet. Das heißt, nur in der Sprache ist echte Reziprozität gegeben. Sie überwindet in der Reziprozität von Ich und Du die Scheinhaftigkeit, von der sich die Kunst nie frei machen kann. [52]

Aus der Natur muss der Mensch sich besser verstehen lernen und „bei ihr den Stamm aufsuchen, von dem nur die feinste Blüthe in ihm sprießt“.[53] Humboldts Ästhetik, untrennbar mit seinen großen Dichterfreunden Goethe und vor allem Schiller verbunden, kommt aus der Metaphysik als Naturphilosophie und führt zur Metaphysik als Sprachphilosophie. Seine Ideen und seine sprachwissenschaftlichen Erhebungen und Studien laufen in einer Philosophie zusammen, die auf das Verstehen der menschlichen Natur in der Verschiedenheit ihrer individuellen Formen zielt.

III. Zusammenfassung

Einen Monat nach seinem bedeutenden Brief zum Wallenstein schreibt Humboldt: „Der Wallenstein hat mich ein paar Wochen hindurch sehr ernsthaft beschäftigt. Es ist ein ungeheures Leben in diesen drei Stücken, eine wirkliche neue Welt.“ [54] Und etwa gleichzeitig: „Ich fühle mich nicht ohne Fruchtbarkeit […] Ich fühle, […], daß ich in meinen Ansichten eine eigentümliche Richtung habe, daß ich innerlich in mir konsequent bin und vieles, auch mit Deutlichkeit, bis auf die ersten Grundsätze zurückgeführt habe. […] Auch ist in mir ein wunderbares Schwanken zwischen reinen Ideen und Beobachtungswesen […] Auf jeden Fall ist es mir gut wieder auf einen neuen Schauplatz gekommen zu sein […]. Helle und Anschaulichkeit gibt mir nur noch das eigene Anschauen. Darum ist es mir gut, daß ich ehemals selbst unser schönes Zusammenleben trennte und reiste, und auch die jetzige Reise wird mir wohltun. Verzeihen Sie lieber, teurer Schiller, […] Ich liebe Sie unendlich und vertraue niemandem so wie Ihnen“.[55]

Der anregende Gedankenaustausch insbesondere mit Schiller, dessen intellektuelle Stärke und poetische Kraft ihm – wie er in diesem Brief auch ausdrückt – zu den grössten Hoffnungen hinsichtlich einer modernen Dichtung, die über die der ‘Alten‘ noch hinausgehen könne, Anlass gebe, war übergegangen in unabhängiges und selbst bestimmtes Denken. Das Gespräch, die Kritik bleiben gesucht, aber die Distanz bleibt zugleich auch gewahrt. So wie ein gleichzeitiges Interesse an der Idee wie an der Anschauung zu einer Auflösung gefunden hatte, so erkennt Humboldt schließlich: „Die Sprache muß […] die doppelte Natur der Welt und des Menschen annehmen, um die Einwirkung und Rückwirkung beider auf einander wechselseitig zu befördern; oder sie muß vielmehr in ihrer eignen, neu geschaffenen, die eigentliche Natur beider, die Realität des Objekts und des Subjekts vertilgen, und von beiden nur die ideale Form beibehalten.“[56]

Schillers großes Werk der Dichtkunst, sein Wallenstein, und Humboldts großer Brief als Reaktion darauf müssen einander zugeordnet werden. Insbesondere die sprachwissenschaftlichen Sätze sollten im engsten Zusammenhang und in aller Tiefe auf die poetologischen Ausführungen bezogen werden, wie es hier nur unzureichend geschehen konnte. Sie stehen nicht zufällig und beiläufig in diesem Kontext. Es erscheint naheliegend, dass hier der Anstoß zu Humboldts Hauptwerk, der Sprachphilosophie, liegt, die auf so umfangreichen Sprachkenntnissen aufbaut, wie sie wohl nie wieder erreicht worden sind. Schiller hat für diesen Zusammenhang nie großes Interesse gezeigt. Sein dichterisches Werk aber hat von hier aus wieder eine große Kraft und Inspiration entfaltet. Wehmütig blickt der Freund in seinen Vorbemerkungen zum gemeinsamen Briefwechsel zurück: „Es ist in hohem Grade zu beklagen, aber auch gewissermaßen zu verwundern, dass Schiller bei seinen Räsonnements über den Entwicklungsgang des Menschengeschlechts auch nicht einmal der Sprache erwähnt, in welcher sich doch gerade die zweifache Natur des Menschen, und zwar nicht abgesondert, sondern zum Symbole verschmolzen, ausprägt. Sie vereinigt im genauesten Verstande ein philosophisches und poetisches Wirken in sich, letzteres zugleich in der im Wort liegenden Metapher und in der Musik seines Schalles. Zugleich bietet sie überall einen Übergang ins Unendliche dar.“[57]

ANMERKUNGEN

1. Der Brief ist vollständig abgedruckt in: Siegfried SEIDEL (Hg.): Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, 2 Bde., Berlin 1962, 189-212.

2. Zitiert von Friedrich SEIDEL in der Einleitung zum Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, XI.

3. Schiller an Ferdinand Huber, 13.1.1790, in: Friedrich SCHILLER: Briefe, hg. von Fritz JONAS, 3 Bde., Stuttgart 1893, Bd. III, 19.

4. Siehe Siegfried SEIDEL: Humboldts Freundschaft mit Schiller. Zu den geistigen Grundlagen ihrer Korrespondenz, in: Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a.a.O., Bd. 1, XLII.

5. Schiller an Körner, 18.5.1794, in: Friedrich SCHILLER: Briefe I: 1772-1795, hg. von Georg KURSCHEIDT (Werke und Briefe in 12 Bänden, Bd.11), Frankfurt/M. 2002, 681. 6. Wilhelm v.Humboldt an Schiller, in: Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 58.

7. Schiller an Körner, 6.8.1797, in: Friedrich SCHILLER: Briefe II: 1795-1805, hg. von Georg KURSCHEIDT (Werke und Briefe in 12 Bänden, Bd.12), Frankfurt/M. 2002, 309.

8. Wilhelm v.Humboldt an Schiller, 4.9.1797, in: Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a.a.O., Bd.2, 120.

9. Schiller an Goethe, 5.1.1798, in: Friedrich SCHILLER: Briefe II, a. a. O., 360.

10. Siegfried SEIDEL, a. a. O. (wie oben Anm. 4), XLI /XLII.

11. Wilhelm v.Humboldt an Goethe, 5.6.1805.

12. Wilhelm v.Humboldt an Körner, 8.6.1805, in: Siegfried SEIDEL, a. a. O. (wie oben Anm. 4), LIII.

13. Tilman BORSCHE: Wilhelm v.Humboldt, München 1990, 142.

14. Siehe dazu im Folgenden Kurt MÜLLER-VOLLMER: Poesie und Einbildungskraft. Zur Dichtungstheorie Wilhelm v.Humboldts, Stuttgart 1967.

15. Humboldt an Schiller, 23.6.1798, in: Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.2, 153.

16. Kurt MÜLLER-VOLLMER, a. a. O. (wie Anm.13), 2.

17. Ebenda, 109f., sowie Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.2, 200-204.

18. Schiller an Humboldt, 27.6.1798, in: Friedrich SCHILLER: Briefe II, a. a. O., 159 f.

19. Wilhelm v.Humboldt an Körner, 18. 3.1794, in: Wilhelm von HUMBOLDT: Briefe an Körner, hg. von Albert LEITZMANN, Berlin 1940, 11 und 16f.

20. Wilhelm von HUMBOLDT: Über die männliche und weibliche Form (1795), in: ders.: Gesammelte Schriften (Akademieausgabe), hg. von Albert LEITZMANN u.a., 17 Bde., Berlin 1903-1936, Bd. I, 364.(im Folgenden zitiert mit dem Kürzel G.S. sowie mit Band- und Seitenangabe).

21. Siehe dazu insbesondere Tilman BORSCHE, a. a. O. (wie Anm.12), 129 und 132.

22. Kurt MÜLLER-VOLLMER, a. a. O. (wie Anm.13), 111 f.

23. Götz-Lothar DARSOW: Friedrich Schiller, München 2003, 179.

24. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 189.

25. Ebenda, 190f.

26. Ebenda, 199.

27. Ebenda, 201.

28. Ebenda, 202.

29. Ebenda, 209.

30. G.S. XIII, 16.

31. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 206f.

32. Ebenda, 208.

33. Ebenda, 207f.

34. G.S. VI, 180.

35. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 208.

36. Ebenda, 191.

37. Ebenda, 207 und 211.

38. Siehe dazu Michael HOFMANN: Schiller. Epoche – Werke – Wirkung, München 2003, 103 ff.

39. Wilhelm v. HUMBOLDT: Über die männliche und weibliche Form (1795), in: G.S. I, 335.

40. G.S. IV, 181.

41. Siehe dazu Donatella DI CESARE: Einleitung, in: Wilhelm v. HUMBOLDT: Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues, hg. von Donatella DI CESARE, Paderborn 1998.

42. G.S. IV, 47.

43. Ebenda.

44. Donatella DI CESARE, a. a. O. (wie Anm. 40), 104.

45. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 200.

46. Michael HOFMANN, a. a. O. (wie Anm. 37), 109.

47. Schiller an Goethe, 26.7.1800, in: Friedrich SCHILLER: Briefe II, a. a. O. (wie Anm. 7), 522.

48. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 190.

49. Ebenda, 193.

50. Donatella DI CESARE, a. a. O., 42.

51. Ebenda.

52. Ebenda.

53. Wilhelm v.HUMBOLDT: Über den Geschlechtsunterschied (1794), in: G.S. I, 314.

54.Wilhelm v.Humboldt an Goethe, 10.10.1800, in: Wilhelm v.HUMBOLDT: Über Schiller und

Goethe. Aus den Briefen und Werken, hg. von Eberhard HAUFE, Weimar 1963, 48.

55. Wilhelm v.Humboldt an Schiller, 30.4.1803, in: Der Briefwechsel zwischen Friedrich Schiller

und Wilhelm von Humboldt, a. a. O., Bd.1, 239ff.

56. Wilhelm v.HUMBOLDT: Über Latium und Hellas (1806), in: G.S. VI, 168.

57.Wilhelm v.HUMBOLDT: Über Schiller und den Gang seiner Geistesentwicklung (1830), in: G.S. VI/2 , 507.

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Abbildung 1: „Terpsichore“, Frontispiz zum Musen-Almanach für das Jahr 1797, hg. von Schiller. Zweyte Ausgabe, erschienen im November 1796, Tübingen, in der J.G. Cottaischen Buchhandlung. Aus: Gabriele Busch-Salmen/Walter Salmen/Christoph Michel: Der Weimarer Musenhof, Stuttgart-Weimar 1998, S. 116, Abb.59

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