Joseph. A. Schumpeter und die Krise

Share

J. Schumpeter auf dem Harvard YardUnbestritten ist, dass Joseph A. Schumpeter einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts war. Gerade angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise wäre eine Rückbesinnung auf seinen wirtschaftswissenschaftlichen Beitrag überaus sinnvoll. Nun ist Schumpeters 1000-seitiges Hauptwerk Konjunkturzyklen, das für ein angemessenes Verständnis der Krise besonders wichtig ist, keine leichte Lektüre. Im Folgenden wird versucht, die Kernelemente der Schumpeterschen Theorie der Konjunkturzyklen herauszuarbeiten.

Von Michael Liebig


Vorbemerkung

Insbesondere zu Beginn der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise wurde bei Versuchen, deren Ursachen zu ergründen, gelegentlich auch auf Joseph A. Schumpeter (1883-1950) verwiesen. Meistens bleiben derartige Hinweise aber ziemlich vage. Außerhalb der Wirtschaftswissenschaft beschränkt sich das Wissen um das Werk Schumpeters meist auf seinen Satz, dass „kreative Zerstörung“ ein Wesenszug des kapitalistischen Systems sei. Und auch innerhalb des wirtschaftswissenschaftlichen Diskurses scheint Schumpeter derzeit nur ein Nebenrolle zu spielen.

Die verbreitete Unkenntnis des Werkes Schumpeters ist umso bedauerlicher, weil es ohne Einbeziehung seines wirtschaftstheoretischen Beitrages kaum möglich sein wird, die Ursachen der aktuellen Krise angemessen zu analysieren, was wiederum die Voraussetzung dafür ist, dass nachhaltige Strategien zur Überwindung der Krise gefunden werden können.

Dabei sei gleich darauf hingewiesen, dass Schumpeter dem Begriff Krise wenig abgewinnen kann. Er hält ihn für zu unbestimmt, oberflächlich und zugleich ideologisch aufgeladen. Für ihn verbirgt sich hinter dem, was als Krise wahrgenommen wird, das zyklische Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung im inhärent instabilen kapitalistischen Wirtschaftssystem. Für Schumpeter ist Kapitalismus ohne konjunkturelle Schwankungen ein Widerspruch in sich. Staatliche Wirtschaftspolitik kann und soll das Ausmaß der Ausschläge und die Dauer konjunktureller Schwankungen in der Realwirtschaft beeinflussen, aber nicht verhindern.

Für Schumpeter ist das Eingreifen des Staates nur dann wirklich gefordert, wenn eine Depression vorliegt, wenn also ausgehend vom Finanzsektor die zyklische Abwärtsbewegung eine ungebremste, autodestruktive Eigendynamik annimmt. Im Gegensatz zur Realwirtschaft kennt die Finanzsphäre keine „physischen“ Schranken und keine inhärente Tendenz zur Gleichgewichtsstabilisierung – weder im Aufschwung noch im Abschwung. Deshalb ist für Schumpeter die Kopplung von Realwirtschaft und Finanzsphäre die wichtigste Aufgabe staatlicher Wirtschaftspolitik: „Der einzig gültige Schluss ist der, dass der Kreditapparat so gebaut ist, dass er der Verbesserung des Produktionsapparates dient und jede andere Verwendung unter Strafe stellt.“[1]

Den heutigen Leser von Schumpeter mag es verwundern, dass er den Begriff Kapitalismus ganz selbstverständlich gebraucht, obgleich er anti-kapitalistischen, insbesondere sozialistischen Positionen völlig fern steht. Für Schumpeter ist Kapitalismus der wissenschaftlich korrekte Begriff für das Wirtschaftssystem, das seit dem 17. Jahrhundert die ihm vorausgehenden statischen sozialökonomischen Systeme abgelöst hat. Das dynamische kapitalistische Wirtschaftssystem hat einen in der Geschichte beispiellosen materiellen und gesellschaftlichen Fortschritt hervorgebracht – aber es hat keine geschichtliche Bestandsgarantie. Schumpeter sieht Degenerationssymptome im Kapitalismus, die seine ureigene Stärke – Veränderung und Neuerung – untergraben. Diesen Befund begründet er wirtschaftswissenschaftlich, nicht geschichtsphilosophisch. Schumpeter lehnt den Marxismus als ideologisches Konstrukt ab, aber seine Haltung zu Marx selbst ist sehr differenziert. Er sieht in Marx einen der ganz großen wissenschaftlichen Ökonomen, verwirft aber dessen Gesellschafts- und Geschichtstheorie.

Schumpeters Opus Magnum Konjunkturzyklen

Den Schwerpunkt der folgenden Darlegungen bildet der Versuch einer Rekonstruktion der Kernelemente der Schumpeterschen Theorie der Konjunkturzyklen. Über wenige Seiten die Kernkonzepte von Schumpeters mehr als 1000-seitigem Werk Konjunkturzyklen herauszufiltern ist selbstverständlich höchst problematisch. Doch unter Inkaufnahme von konzeptionellen Verkürzungen soll es hier versucht werden. Ergänzt wird die Rekonstruktion mit einem Exkurs zu Nikolai Kondratieff, dessen Zyklentheorie einen bedeutenden Einfluss auf Schumpeters Konjunkturtheorie genommen hat.

Konjunkturzyklen erschien 1939 unter dem englischen Originaltitel Business Cycles. A Theoretical, Historical and Statistical Analysis of the Capitalist Process. Schumpeter geht es um „die Verbindung von historischer, statistischer und theoretischer Analyse“[2] zur Durchdringung der Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. „Konjunkturzyklen zu analysieren heißt nicht mehr und nicht weniger als den Wirtschaftsprozess des kapitalistischen Zeitalters analysieren.“[3] Dabei bearbeitet er eine enorme Menge historischen und statistischen Materials aus Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Nach der Erstveröffentlichung von Business Cycles meinte ein Rezensent: „Es wird immer ein Wunder bleiben, wie solch ein Buch von einem einzigen Mann geschrieben werden konnte.“[4]

Unser Versuch einer Rekonstruktion der Theorie der Konjunkturzyklen von Joseph A. Schumpeter befasst sich nur mit dem theoretischen Teil von Konjunkturzyklen, im wesentlichen mit Kapitel III „Wie das wirtschaftliche System Entwicklung hervorbringt“ und Kapital IV „Grundzüge wirtschaftlicher Entwicklung“. In diesen beiden Kapiteln arbeitet Schumpeter ein theoretisches Modell des Konjunkturzyklus – seiner Phasen und inneren Ausformungen – und der Konjunkturzyklen – verschiedener Typen von Zyklen in ihrem Zusammenhang – in der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung heraus.

Schumpeters Wissenschaftsmethodik

Rund die Hälfte des Texts von Konjunkturzyklen ist der „theoretischen“ wirtschaftswissenschaftlichen Erörterung gewidmet, die andere Hälfte befasst sich mit der wirtschaftshistorischen Darstellung. Wenn Schumpeter von Wirtschafts-„Theorie“ spricht, meint er die Herausarbeitung analytischer Modelle, „model building“,[5] Er hat in mehreren Aufsätzen seinen wissenschaftsmethodischen „Werkzeugkasten“ dargestellt. Die wissenschaftliche Vorgehensweise hin zum theoretischen Modell lässt sich folgendermaßen skizzieren:[6]

„Vision“ – Ausgangshypothese

„Rohstoff“ – Datenmaterial

Begriffsbildungen – Abstraktionen

Beziehungen – Zusammenhänge

MODELL

Einbeziehen neuer, zusätzlicher Daten

neue Begriffsbildungen

neue Zusammenhänge

verbessertes MODELL

Entsprechend diesem methodischen Ansatz nähert sich Schumpeter in Konjunkturzyklen in aufeinander aufbauenden konzeptionellen Annäherungsschritten seinem komplexen Modell der Konjunkturzyklen. Das folgende begriffliche Schema soll eine erste Vorstellung von Schumpeters „model building“ in Konjunkturzyklen geben.

„Fundament“: Privateigentum, privates Unternehmertum

Innovation

Diskontinuierliche Wirtschaftsentwicklung

Konjunkturzyklen

Kredit, Kreditschöpfung.

. 1. Modell : Ein Konjunkturzyklus mit zwei Phasen:

Prosperität/Rezession

„Zweite Welle“ in der Finanzsphäre

2. Modell : Vier Phasen des Konjunkturzyklus:

Prosperität-Rezession-Depression-Erholung

„Zweite Welle“ und Depression

3. Modell: Drei Typen von Konjunkturzyklen

Kondratieff-Zyklus: rund 50-60 Jahre

Juglar-Zyklus: rund 10 Jahre

Kitchin-Zyklus: rund 40-Monate

Ungleichzeitigkeit und Überlappung

Theoriegeleitete Untersuchung der wirtschaftsgeschichtlichen und statistischen Daten der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Vorabend des Zweiten Weltkrieges.

Innovation als innere Triebkraft wirtschaftlicher Entwicklung

Schumpeters schreibt in Konjunkturzyklen, dass er „vor dreißig Jahren mit der Erforschung des Konjunkturzyklus begann“[7] und bezieht sich dabei auf sein Werk Die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (1911) und der Vorarbeit dazu Über das Wesen der Krisen (1910). Darin hatte er die auf Innovation basierende Dynamik wirtschaftlicher Entwicklung als spezifisches Unterscheidungsmerkmal des kapitalistischen Wirtschaftssystems herausgearbeitet.

Für Schumpeter sind Innovationen die zentrale, inhärente Triebkraft wirtschaftlicher Entwicklung im Kapitalismus. Innovationen sind grundlegende Veränderungen in der Wirtschaft, die durch innere Wirkkräfte der kapitalistischen Wirtschaft selbst hervorgebracht werden. Veränderungen in der Wirtschaft, die durch exogene Faktoren hervorgerufen werden, können dramatisch sein, sie interessieren aber Schumpeter nur nachrangig. Sein Erkenntnisinteresse ist auf die innere Logik des kapitalistischen Wirtschaftsprozesses fokussiert, nicht auf äußere Einwirkungen auf die Wirtschaft wie politische Ereignisse, Kriege oder wechselnder Zeitgeist. „Die Veränderungen im wirtschaftlichen Prozess, die durch die Innovation hervorgerufen werden, zusammen mit all ihren Wirkungen und der Reaktion des ökonomischen Systems auf diese Veränderungen, werden wir mit dem Ausdruck wirtschaftliche Entwicklung bezeichnen.“[8]

Neben der strikten Unterscheidung zwischen innerer Triebkraft und äußeren Einwirkungsfaktoren sondert Schumpeter noch vermeintlich innere Wirkkräfte für Wirtschaftsentwicklung aus. So verneint er, dass das Bevölkerungswachstum eine „Bewegungsursache im Prozess der inneren wirtschaftlichen Veränderung“[9] darstelle und verweist auf das damalige China und Indien, wo trotz großer und wachsender Bevölkerung die Wirtschaft stagnierte. Auch ein inkrementales Anwachsen des Vorrats an langlebigen Wirtschaftsgütern – des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks – hält er im Gegensatz zur Innovation nicht für eine unabhängige Variable, eine Bewegungsursache wirtschaftlicher Entwicklung.

Für Schumpeter bedeutet Innovation den „Einsatz bestehender Produktionsfaktoren zu neuen Verwendungszwecken.“[10] Beispielsweise „[t]echnologische Veränderungen in der Produktion von Gütern, die schon auf dem Markt sind, die Erschließung neuer Märkte oder neuer Hilfsquellen, Taylorisierung der Arbeit, verbesserte Materialbehandlung, die Einrichtung neuer Geschäftsorganisationen wie etwa Warenhäusern – kurz, jedes ,Andersmachen‘ im Gesamtbereich des Wirtschaftslebens.“[11] Schumpeter grenzt Innovationen von Erfindungen ab: „Es ist völlig bedeutungslos, ob eine Innovation wissenschaftliche Neuheit beinhaltet oder nicht.“[12] Zwar sind wissenschaftlich-technische Erfindungen oft der Ausgangspunkt von Innovationen, aber erst durch ihre Umsetzung und Vermarktung durch Unternehmer oder Wirtschaftsunternehmen werden sie tatsächlich zu Innovationen.

Innovation und Konjunkturzyklen

Der Innovationsprozess als Neukombination von Produktionsfaktoren ist aber kein organischer und kontinuierlicher Prozess, sondern er verläuft nichtlinear-dynamisch, ja disruptiv. Schumpeter stellt dazu fest:

  • „Erstens, dass Innovationen nicht isolierte Ereignisse bleiben und nicht einmal zeitlich gleichmäßig verteilt sind, sondern dass sie die Tendenz haben, stoßweise und geballt aufzutreten, einfach weil zunächst einige und danach die meisten Unternehmen im Fahrwasser erfolgreicher Innovation folgen; zweitens, dass Innovationen zu keiner Zeit wahllos über das ganze Wirtschaftssystem verteilt sind, sondern die Tendenz haben, sich auf bestimmte Sektoren und ihre Umgebung zu konzentrieren.“[13] [Hervorhebung M.L.]
  • „Industrielle Veränderung ist niemals harmonisches Fortschreiten“, sondern „schief, diskontinuierlich und unharmonisch[14]. [Hervorhebung, M.L.]
  • „Die Geschichte des Kapitalismus ist mit heftigen Ausbrüchen und Katastrophen übersät, die mit der alternativen Hypothese [klassische Ökonomie, Walras, Marshall], die wir hiermit endgültig aufgeben, wenig zusammenpassen, und es mag dem Leser erscheinen, dass wir uns ganz unnötig Mühe gegeben haben, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass Entwicklung eine Störung vorhandener Strukturen ist und eher einer Reihe von Explosionen gleicht als einer allmählichen, wenn auch unablässigen Umformung.“[15] [Hervorhebung M.L.]

Innovation ist also nicht nur innere Triebkraft wirtschaftlicher Entwicklung im Kapitalismus, sondern Innovationen sind die Ursache dafür, dass die Wirtschaftsentwicklung im Kapitalismus nicht gradlinig und einförmig, sondern in mehr oder weniger heftigen Schwankungen – eben in Konjunkturzyklen – verläuft.

Innovation, Kredit und Kreditschöpfung

Schumpeter untersucht Innovationen und die durch sie hervorgerufenen Konjunkturschwankungen im kapitalistischen Wirtschaftssystem: „Unser Modell und sein Funktionieren [ist] natürlich seinem Wesen nach institutionell gebunden…Wir setzen nicht nur das Privateigentum und die Privatinitiative voraus, sondern sogar einen bestimmten Typus der beiden; nicht nur Geld, Banken und Bankenkredit, sondern auch eine bestimmte Einstellung, einen Moralkodex, eine geschäftliche Tradition und ein ,Usance‘ der Bankenwelt; vor allem aber einen Geist der industriellen Bourgeoisie.“[16] [Hervorhebung M.L.]

Unter den institutionellen Voraussetzungen des kapitalistischen Wirtschaftssystem nimmt der Kredit eine herausragende Stellung ein. Ohne Kredit kann es kein kapitalistisches Wirtschaftssystem geben, denn nur durch Kredit wird dieses System dynamisch. Der Kredit erlaubt den Unternehmern den Zugriff auf Produktionsfaktoren zum Zwecke ihrer Umlenkung und Neukombination. Kredit ist also die Voraussetzung von Innovation.

Schumpeters Theorie des Kredits unterscheidet sich radikal von „klassischen“ Kredittheorien, die im Wesentlichen auf der Gleichsetzung von „Erspartem“ und verfügbarem Kredit ausgehen und daher behaupten: „Bankiers können nur das ausleihen, was ihnen von ihren Kunden anvertraut wurde.“[17] Schumpeter bestreitet die mechanische Verknüpfung von Sparen und Investieren. Für ihn besteht wohl ein loser Zusammenhang zwischen Einlagen bei der Bank und Darlehen durch die Bank an Unternehmer, aber entscheidend ist für ihn die Kreditschöpfung durch die Zentral- und Geschäftsbanken.

Bei Schumpeters Theorie der Kreditschöpfung geht es aber nicht primär um finanztheoretische oder -technische Fragen. Für ihn ist der Zweck der Kreditschöpfung entscheidend. Dabei bezieht er sich ganz unbefangen auf John Law, den vermeintlichen Prototypen der frühkapitalistischen Finanzspekulation, der Anfang des 18. Jahrhunderts durch groß angelegte Papiergeld- und Wertpapieremissionen wesentlichen Anteil an der Spekulationsblase um die französische Kolonie Louisiana in Nordamerika und den „South Sea Bubble“ hatte.[18] „Verkehrt an John Law war nicht, dass er Zahlungsmittel in vacuo schuf, sondern dass er sie für Zwecke verwandte, die scheiterten.“[19] Auch Friedrich List habe erkannt, wie gut die Finanzierung des Eisenbahnbaus in den Vereinigten Staaten durch die Ausweitung der Papiergeldausgabe funktioniert habe.

Ihr Zweck ist das Entscheidende bei der Kreditschöpfung und dieser Zweck ist die Finanzierung der Innovation. Schumpeter betrachtet Kreditschöpfung als „das monetäre Ergänzungsstück zur Einführung einer Innovation.“[20] Die Innovation ist der Kreditschöpfung logisch vorgeschaltet: Es gibt Kreditschöpfung, weil es Innovation gibt – nicht umgekehrt.

Schumpeter räumt ein, dass seine Theorien über Kreditschöpfung und das Verhältnis von Kredit und Innovation „höchst unrealistisch aussehen und, in diesem Fall mehr als in anderen Fällen, in völligem Widerspruch zu den Tatsachen zu stehen scheinen. Es ist in keinem Falle leicht, das Element der Innovation unter der Masse ausgelöster, abgeleiteter und hinzugekommener Phänomene zu erkennen, die es überdecken. Aber in der Sphäre des Geldes und des Kredits ist die Schicht so dick und die Oberfläche so völlig in Widerspruch zu den darunter vor sich gehenden Prozessen, dass der erste Eindruck des Lesers leicht ein vernichtender sein kann.“[21]

Die Ein-Zyklus-Hypothese: Prosperität und Rezession

Schumpeter schreibt, dass im Alltag des Wirtschaftslebens die Akteure ganz selbstverständlich und ohne tiefere theoretische Einsicht von Konjunkturschwankungen im Wirtschaftsverlauf ausgehen. Nicht nur jeder Unternehmer, sondern jeder Zeitungsleser weiß, dass „die Wirtschaft“ im Kapitalismus darin besteht, dass Unternehmer bezüglich ihrer Geschäftsideen Pläne machen, Bankkredite aufnehmen, Produktionsfaktoren – Arbeitskräfte, Maschinen und Vorprodukte – einkaufen, die Produktion anfahren und schließlich neue Produkte auf den Markt werfen. Wenn sich innovative Produkte gut verkaufen, wächst schnell die Zahl der Nachahmer-Unternehmer, was die Preise von Produktionsfaktoren und die Zinsen für Kredite steigen lässt. Unflexible, statische Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz bedroht, wieder andere versuchen sich anzupassen.

Da also der Innovationsprozess disruptiv und disharmonisch abläuft, erzeugt er kein stabiles „Prosperitäts-Plateau“, sondern es entsteht „ein Ungleichgewicht, das einen Anpassungsprozess erzwingt.“[22] Die nun folgende Phase des Wirtschaftsprozesses kann als Reaktion des Wirtschaftssystem insgesamt auf den Innovationsschub und seine Auswirkungen gesehen werden: „Anpassung an die neu geschaffenen Gegebenheiten, einschließlich der Ausschaltung dessen, was nicht anpassungsfähig ist, Absorbierung der Ergebnisse der Innovation durch das System, Reorganisation des Wirtschaftslebens, um es in Übereinstimmung mit den durch die unternehmerische Tätigkeit veränderten Daten zu bringen, Umformung des Wertsystems, Liquidation der Verschuldung.“[23]

Die Innovationsphase hat das alte Gleichgewicht zerstört, während die darauf folgende Bereinigungsphase ein neues, anderes Gleichgewicht durchsetzt, nur um im Sinne einer Negation der Negation wiederum durch innovative Unternehmer zerstört zu werden.

Der Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung vollzieht sich „in Perioden, die voneinander durch Gleichgewichtsnähen getrennt sind. Jede dieser Perioden wiederum besteht aus zwei besonderen Phasen; während der ersten Phase bewegt sich das System unter dem Einfluss der Unternehmertätigkeit von einem Gleichgewichtszustand fort, während der zweiten strebt es einem neuen Gleichgewichtszustand entgegen.“[24] Diese beiden Phasen des Konjunkturzyklus sind Prosperität und Rezession.

Den Konjunkturzyklus beschreibt Schumpeter als „die Wirtschaft durchdringende ,Welle'“, eine „Abfolge von Ereignissen, die wir im Verlauf jener Schwankungen im Wirtschaftsleben erkennen, […] und welche, wenn man sie in die Sprache der Diagramme überträgt, das Bild einer wellenförmigen Bewegung in absoluten Zahlen oder Entwicklungsabläufen darbieten.“[25]

Schumpeter räumt ein, dass die Innovation zwar logisch ausreiche, um Zyklen mit Prosperität und Rezession hervorzubringen, daraus könne aber nicht geschlossen werden, dass empirische Konjunkturzyklen damit bereits angemessen theoretisch erfasst sind.

Schumpeter listet dann eine Reihe von Annahmen auf, die in Hinblick auf die Ursachen von Konjunkturzyklen gemacht werden, die er aber für falsch hält und deshalb aussortiert.

Unter anderem geht er auf die Annahme ein, „Konjunkturen mit Fehlurteilen, Unmäßigkeiten (Übertreibungen) und schlechter Führung in Beziehung zu setzen.“[26] Seine sarkastische Antwort auf die These, dass intellektuelles und moralisches Fehlverhalten den Verlauf von Konjunkturzyklen bestimmten, lautet: „Jede ,Theorie‘, die sich hiermit zufrieden gibt, muss voraussetzen, dass sich die Menschen periodisch in einer dem Wirtschaftswissenschaftler passenden Weise irren.“[27]

Ein Zyklus ist eine repetitiv auftretende Periode der Wirtschaftsentwicklung. Die Dauer des Zyklus bzw. die Dauer seiner Phasen von Prosperität und Rezession hängen von drei Faktoren ab :

  • „dem Wesen der besonderen Innovationen, die den Zyklus tragen“
  • „der Struktur des industriellen Organismus, der darauf reagiert“
  • „den finanziellen Bedingungen und Gewohnheiten“[28]

Der dritte Punkt ist von herausragender Bedeutung: Er knüpft an Schumpeters Theorie des Kredits und der Kreditschöpfung an und weist auf eine weitere Dimension des Konjunkturzyklus hin.

Die „zweite Welle“

Neben den durch die Innovation in der Realwirtschaft getriebenen primären Konjunkturzyklus setzt Schumpeter eine „zweite Welle“ in der Finanzsphäre, die „ihre Wirkungen denen der primären Welle überlagert.“

Zu den Phänomenen der „zweiten Welle“ zählt Schumpeter unter anderem:

  • Finanzspekulation im engeren und weiteren Sinne
  • „Kreditaufnahme von Nicht-Unternehmern“
  • „unproduktive Darlehen“
  • „durch billiges Geld induzierte Überschuldung“
  • „verantwortungslose, betrügerische und in anderer Weise erfolglose Unternehmungen“.[29]

Die zweite Welle betrifft also Phänomene der Finanzsphäre. Die „zweite Welle“ ist einerseits ein Derivat des primären Zyklus in der Realwirtschaft. Andererseits ist die zweite Welle vom Prozess der Realwirtschaft abgekoppelt und tendiert zu einer Eigendynamik. „Die Phänomene dieser ,zweiten Welle‘ können in der Tat – und sind es im allgemein auch – quantitativ von größerer Bedeutung sein als jene der primären Welle. Da sie außerdem weitere Bereiche erfassen, sind sie viel leichter zu beobachten…“[30]

Wie schon in der Vorbemerkung erwähnt nimmt Schumpeter eine geradezu radikale Position ein, was die Abkoppelung der Finanzsphäre von der Realwirtschaft und die spekulative Eigendynamik im Finanzsektor betrifft: „Aber obwohl Empfehlungen kein Teil der Aufgabe dieses Buches sind, muss darauf hingewiesen werden, dass eine Unterscheidung der Schulden nach Zweckbestimmung, so schwierig sie auch durchzuführen ist, für die Diagnose immer von Bedeutung ist und für eine vorbeugende Politik von Bedeutung sein kann.“[31]

Weil Spekulation, unproduktive Kredite, Überschuldung und ähnliche Phänomene im Finanzbereich weit umfangreicher und ungebremster sind als die innovationsbedingten Verwerfungen in der Realwirtschaft, stellt Schumpeter fest, dass es in der zweiten Welle folglich „viel mehr zu liquidieren und auszugleichen gilt“[32] als in der primären Welle.

Wie die finanziellen Exzesse in der Prosperitätsphase selbst, so verläuft auch der Liquidierungsprozess der Exzesse im Finanzbereich weit dramatischer als der rezessive Bereinigungsprozess in der Realwirtschaft. Wenn Schumpeter an früherer Stelle, gegen Walras und Marshall gewandt, davon sprach, dass es im Kapitalismus immer wieder zu „Katastrophen“ und „Explosionen“ kommt, so bezieht sich das zuallererst auf die zweite Welle. Das „braucht alles noch nicht unbedingt die Ausmaße einer Panik oder einer Krise anzunehmen – keines dieser Worte, daran sei erinnert, ist ein Fachausdruck -, aber es induziert sehr leicht Panik und Krisen.“[33]

Auch ohne Paniken kommt es bei der zweiten Welle zu einer allgemeinen Abwärtsspirale, da jeder Wertverlust, der zur Liquidation zwingt, weitere Wertverluste nach sich zieht und so zu einer Kettentraktion tendiert. Das gleiche gilt für das Eintreiben von Außenständen, das Kündigen von Kreditlinien oder das Einfrieren von neuen Krediten. Diese negative Eskalationsdynamik der zweiten Welle äußert sich auch darin, dass sich Pessimismus im Wirtschaftsleben oft bis zur Hysterie steigert, bemerkt Schumpeter. Bei der zweiten Welle zeigen sich also Symptome im konjunkturellen Phasenverlauf, die nicht mehr zu denen einer Rezession passen, vielmehr tritt ein andersartiges Phänomen auf.

Der Vier-Phasen-Zyklus und die Depression

Ohne Berücksichtigung der Phänomene der zweiten Welle, schreibt Schumpeter, „hatten wir nur zwei Phasen – Prosperität und Rezession – in jeder Periode des zyklischen Prozesses; jetzt aber können wir verstehen, dass unter dem Druck des Zusammenbruchs der zweiten Welle… unser Prozess im Allgemeinen – wenn auch nicht notwendigerweise – über die angestrebte Gleichgewichtsnähe hinausschieß[t] (sie in der Regel auch verfehl[t]) und damit in eine neue, in unserer ersten Annäherung noch nicht vorkommende Phase eintreten wird, deren charakteristisches Merkmal wir als abnorme Liquidation bezeichnen wollen… Für diese Phase wollen wir uns den Ausdruck Depression vorbehalten.“[34] [Hervorhebung M.L.]

Damit führt Schumpeter an Stelle des Zwei-Phasen-Modells für den Konjunkturzyklus das Konzept des Vier-Phasen-Konjunkturzyklus ein: Prosperität-Rezession-Depression-Erholung.

„Wir wollen Prosperität und Erholung die positiven Phasen eines Zyklus und Rezession und Depression die negativen Phasen eines Zyklus nennen.“[35] Aber dabei ist unbedingt zu berücksichtigen, dass „die Erholung die letzte, nicht die erste Phase eines Zyklus [ist]“, denn der Zyklus ist nur begreifbar, „wenn wir von einer der Prosperität vorausgehenden Gleichgewichtsnähe ausgehen.“[36] Es gibt eine „grundsätzliche Unterscheidung zwischen Erholung und Prosperität“[37], die darin besteht, dass nur die Prosperität vom Innovationsimpuls getrieben ist, während die Erholungsphase nur die Stabilisierung der destruktiven Folgen der Depression herbeiführt. Denn „liegt eine Depressionsphase vor, dann ist das Wellental [der Rezession]… nicht mehr wie im Zwei-Phasen-Zyklus ein Gleichgewichtszustand.“[38]

Der Konjunkturzyklus ist aber auch ohne Depression, also „nur“ mit einer Rezessionsphase, „vollständig“, schreibt Schumpeter. Ob aus der Rezession eine Depression wird, „hängt von zufälligen Umständen“ ab.[39] Zu letzteren gehören nicht nur das Ausmaß finanzieller Exzesse, sondern exogene Faktoren wie politische Fehlentscheidungen. Folglich „lässt sich keine theoretische Erwartung über das Auftreten und das Ausmaß von Depressionen bilden“.[40]

Schumpeter betont, dass die Rezession nach einiger Zeit ihre Bereinigungs- und Liquidations-„Arbeit“ geleistet hat. Damit kann aus einer neuen Gleichgewichtsnähe heraus ein neuer Aufschwung durch Innovationen erfolgen.

Demgegenüber hat die Depression keine realwirtschaftlich notwendige „Arbeit“ zu leisten, denn es geht zunächst um die Liquidation fiktiver Finanzwerte, die – von der Realwirtschaft abgekoppelt – mit der zweiten Welle des Konjunkturzyklus entstanden sind. Dennoch entfaltet die „abnorme Liquidation“ eine massive Wirkung auf die Gesamtwirtschaft und „bringt einen Mechanismus in Bewegung, der, wenn man ihn isoliert betrachtet, aus eigener Kraft unbeschränkt weiterlaufen könnte.“[41] Die Depression ist „im Gegensatz zur Rezession ein pathologischer Prozess“.[42] Die Depression „vernichtet… viele Dinge, die ohne sie am Leben bleiben könnten und am Leben geblieben wären.“[43] [Hervorhebung M.L.]

Der kumulative und zerstörerische Niedergangsprozess der Depression macht deshalb „Hilfe von außerhalb des Wirtschaftsorganismus, durch Regierungsmaßnahmen“ erforderlich, wenn nicht eine „Periode völliger Desorganisation von unbestimmter Dauer eintreten soll.“[44]

Es besteht also ein qualitativer Unterschied zwischen Depression und Rezession, die zwar auch „zerstörerisch“ ist, aber eben im Sinne von „creative destruction[45], um hier einen späteren Begriff Schumpeters zu benutzen. In der Rezession schlummert schon das Potential für einen neuen Innovationsschub. Demgegenüber ist die Depression ein sich selbst verstärkender Zerstörungsprozess, der staatliches Eingreifen notwendig macht.

Das Drei-Zyklen-Modell

Innovationen sind die Ursache der Konjunkturzyklen im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Innovationen sind aber mannigfaltig. Wenn es unterschiedliche Typen von Innovationen gibt – solche mit großer und solche mit kleinerer Wirkung -, dann müssten sie auch unterschiedliche Typen von Konjunkturzyklen zur Folge haben. Es geht Schumpeter jetzt nicht mehr darum, die Phasen bzw. Dimensionen – also die „zweite Welle“ – innerhalb eines Zyklus theoretisch herauszuarbeiten, sondern darum, zu untersuchen, ob die Wirtschaftsentwicklung als komplexes, mehrdimensionales Modell der unterschiedlicher Konjunkturzyklen darstellbar ist. Dazu schreibt Schumpeter:

„Als der Verfasser vor dreißig Jahren mit der Erforschung des Konjunkturzyklus begann, hat er die Ein-Zyklus-Hypothese als Selbstverständlichkeit anerkannt und er betrachtet heute diese Entwicklung als einen sehr bedeutungsvollen Fortschritt, wenn auch als einen jener Fortschritte, die zunächst ebenso viele Probleme aufwerfen, wie sie lösen.“[46]

Bei der Darstellung des Vier-Phasen-Zyklus hatte Schumpeter angemerkt: „Das eben Gesagte trifft nur solange zu, als wir uns an die schon bald aufzugebende Hypothese halten, dass der zyklische Entwicklungsprozess in einer Folge von ,Einheiten‘ eines einzigen Wellentypus besteht. Sobald wir diese Hypothese fallen lassen, bietet sich ein für die Diagnose, vielleicht sogar für die Prognose hoffnungsvolleres Ergebnis dar.“[47]

Nun gibt Schumpeter die „Ein-Zyklus-Hypothese“ auf, denn „es besteht kein Grund dafür, dass der zyklische Entwicklungsprozess nur eine wellenförmige Bewegung hervorbringen sollte“; vielmehr sei es „viel natürlicher, das Vorhandensein vieler Schwankungen von verschiedener Spannweite und Intensität anzunehmen, die einander zu überlagern scheinen.“[48]

Wenn Innovationen die eigentliche Ursache zyklischer Schwankungen sind, „dann kann man nicht damit rechnen, dass diese eine einzige wellenförmige Bewegung darstellen, weil die Perioden des Anlaufs und der Absorption der Wirkungen durch das Wirtschaftssystem im Allgemeinen bei Innovationen, die zu irgendeiner Zeit vorgenommen werden, nicht die gleichen sein werden. Es gibt Innovationen von relativ langer Spanne, und zusammen mit ihnen werden andere Innovationen durchgeführt, die auf dem Rücken der durch die ersteren hervorgebrachten Wellen in kürzeren Perioden ablaufen. Dies deutet sofort auf eine Vielfalt der Schwankungen und auf die Art von Störungen zwischen ihnen, die wir erwarten müssen.“[49]

Vielfältige Innovationen haben vielfältige Wirkungen auf den Wirtschaftsprozess, deshalb gibt es „eine theoretisch unbeschränkte Zahl von Schwankungen, die zu jedem Zeitpunkt in unserem Material vorhanden sind, wobei das Wort vorhanden bedeutet, dass echte Faktoren am Werk sind, um diese Schwankungen hervorzubringen, nicht aber, dass man das Material nach formalen Methoden in solche Schwankungen zerlegen kann…“[50]

Das Problem besteht aber darin, die von unterschiedlichen Innovationen induzierten unterschiedlichen, aber sich überlagernden Zyklen zu identifizieren und voneinander zu trennen.

Schon bei seiner Darlegung des Zwei-Phasen-Zyklus in der „ersten Annäherung“ hatte Schumpeter auf den französischen Ökonomen Clement Juglar und den 1860 von ihm entdeckten rund 10-jährigen Zyklus von Prosperität und Rezession verwiesen.[51] Nun kommt Schumpeter auf Juglar zurück, der sich „als erster eine klare Vorstellung darüber bildete, wie Theorie, Statistik und Geschichte auf unserem Gebiet zusammenwirken sollten.“[52] Er habe die Zwei-Phasen-Sequenz erkannt, aber dabei geglaubt, dass es nur einen einzigen Zyklus-Typ gebe.

Schumpeter macht den Juglar-Zyklus zum Ausgangspunkt seines mehrdimensionalen Zyklenmodells. Recht pragmatisch meint er, dass aus der Vielzahl von Zyklen, soweit sie von der Wissenschaft erkannt sind, ein längerer und ein kürzerer als der Juglar-Zyklus auszuwählen sei. „Wir wollen im Zusammenhang mit diesem Fortschritt nur diejenigen Beiträge erwähnen, die unmittelbar von Bedeutung für unsere Arbeit sind. Sie beziehen sich auf eine wellenförmige Bewegung, die viel länger, und eine andere wellenförmige Bewegung, die viel kürzer ist als die von Juglar beschriebene.“[53] Erstere bezieht sich auf die „langen Wellen“, die Nikolai Kondratieff entdeckte, und letztere auf den Kurz-Zyklus, der auf Forschungen des britischen Ökonomen Joseph Kitchin zurückgeht.

Kondratieff-Zyklus: rund 50-60 Jahre

Juglar-Zyklus: rund 10 Jahre

Kitchin-Zyklus: rund 40-Monate

Das „Drei-Zyklen-Schema“ ist für Schumpeters Modell der konjunkturellen Wirtschaftsentwicklung nicht logisch zwingend, sondern nur zweckmäßig, eben weil damit lange, mittlere und kurze Zyklen vertreten sind. Diese drei zyklischen Bewegungen „lassen sich mit den Begriffen des Prozesses der wirtschaftlichen Entwicklung, wie sie durch unser Modell beschrieben sind, erklären. Innovationen, ihre unmittelbaren und ferneren Auswirkungen, und die Reaktion des Systems sind die gemeinsame Ursache.“[54]

Aus der theoriepragmatischen Entscheidung, „die in Wirklichkeit vorhandene unbeschränkte Vielfalt der Zyklen durch [nur] drei Zyklenordnungen darzustellen“, deren Zeitdauer stufenweise zunimmt, folgt: „Abgesehen von wenigen Fällen, in denen Schwierigkeiten auftreten, kann man, historisch wie statistisch, sechs Juglar-Zyklen auf einen Kondratieff-Zyklus und drei Kitchin-Zyklen auf einen Juglar-Zyklus rechnen – nicht im Durchschnitt, sondern in jedem Einzelfall.“[55]

Schumpeter betont, dass sich Regelmäßigkeit der Zyklen aus dem historischen und statistischen Datenmaterial ergibt, obgleich dies eigentlich so gar nicht zu erwarten gewesen sei. „Logischerweise würde man auf Grund der grundlegenden Idee Unregelmäßigkeit erwarten; denn es ist in der Tat schwer einzusehen, warum Innovationen, die nach der Anlaufzeit und der Frist, die das System für ihre Absorption braucht, sich so stark unterscheiden, immer Zyklen von jeweils knapp 60 Jahren, knapp 10 Jahren und knapp 40 Monaten hervorbringen sollen.“[56] Durch seine eigenen empirischen Untersuchungen im zweiten Teil der Konjunkturzyklen sieht Schumpeter die Forschungen von Juglar, Kitchin und vor allem Kondratieff aber bestätigt.

Es stellt sich hier noch eine Frage, die über die Regelmäßigkeit der Dauer unterschiedlicher Zyklen hinausweist und sozusagen die „Qualität“ der Zyklen betrifft. Letztere würde ja von der unterschiedlichen Qualität der ihnen zugrunde liegenden Innovationen bestimmt. Würden also „strategische“ Basisinnovationen den dadurch verursachten „langen Wellen“ eine andere, höhere Ordnungs-Mächtigkeit verleihen – gegenüber „kleinen“ bzw. „taktischen“ Innovationen, die Juglar- oder Kitchin-Zyklen hervorbringen? Gibt es eine Art Ordnungshierarchie unter den drei Zyklustypen? Und was würde dies für die aus ihnen abgeleiteten „zweiten Wellen“ bedeuten?

Schumpeter belässt es bei der Feststellung, dass er „keine Hypothese über die genaue Form des Verhältnisses zwischen Zyklen verschiedener Ordnung aufstell[en]“ wolle.[57] Er verweist allerdings auf die Milderung bzw. Verschärfung des Konjunkturverlaufs, die sich durch die zeitliche Verschiebung bzw. die Überlappung der Phasen unterschiedlicher, aber sich überlagernder Zyklen ergibt.[58]

Schumpeter und Kondratieff

Nachdem Schumpeter sein komplexes theoretisches Modell der Konjunkturzyklen dargelegt hat, analysiert er über 557 Seiten hinweg die empirischen Daten der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung zwischen 1796, dem Beginn des ersten Kondratieff-Zyklus, und 1939, dem Erscheinungsjahr der Business Cycles. Er versucht, unter Einbeziehung des umfangreichen historischen und statistischen Datenmaterials, die drei Typen von Konjunkturzyklen in der Wirtschaftsentwicklung dieses Zeitraumes zu differenzieren und zugleich ihre Ungleichzeitigkeit bzw. Überlappung zu identifizieren. Dies auch nur annäherungsweise nachzeichnen zu wollen, würde natürlich den Rahmen dieser Darlegungen sprengen.

Bei seiner Analyse der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung gibt Schumpeter der Untersuchung der Kondratieff-Zyklen eine Vorzugsstellung. Dies deswegen, weil er die Innovation als Triebkraft von Konjunkturzyklen beim Kondratieff-Zyklus am deutlichsten hervortreten sieht: Industrielle Revolution; Stahl und Eisenbahn; Elektroindustrie, Chemie und Verbrennungsmotor. Auch der Juglar-Zyklus, schreibt Schumpeter, lässt sich „mit ganz bestimmten Innovationsprozessen in Industrie und Handel verknüpfen“, während eine „historische Verknüpfung dieser Art bei den Kitchin-Zyklen am fragwürdigsten“[59] ist.

Schumpeter hatte bereits 1926 dafür gesorgt, dass Kondratieffs Aufsatz Die langen Wellen der Konjunktur in der Zeitschrift Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik auf Deutsch veröffentlicht wurde. Und es war Schumpeter, der den Begriff „Kondratieff-Zyklus“ in seinem Werk Konjunkturzyklen in die Wirtschaftswissenschaft eingeführt hat:

Wegen der überragenden Bedeutung der Kondratieff-Zyklen für Schumpeters Konjunkturtheorie erscheint eine Skizzierung dieses Zyklustypus und seines Entdeckers sinnvoll.

Der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai D. Kondratieff (1892-1938) war ein Schüler des Ökonomen Mikhail Tugan-Baranowskij. 1920 gründete Kondratieff in Moskau das „Konjunktur-Institut“ zur Erforschung der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft, das bereits 1928 wegen „revisionistischer“ Positionen wieder geschlossen wurde. 1930 wurde Kondratieff wegen partei- und staatsfeindlicher Aktivitäten inhaftiert und 1938 im Rahmen der Stalinschen „Säuberungen“ erschossen.

In seinem Aufsatz The Concepts of Economic Statics, Dynamics and Conjuncture von 1924 definiert Kondratieff den Begriff „Konjunktur“ wie folgt: „By economic conjuncture at any given time we understand the direction and the degree of change in the set of all elements of national economic life in comparison to a previous time.“[60] Kondratieff kannte Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung; er bezieht sich darauf in dem eben erwähnten Aufsatz.

In Kondratieffs Aufsatz Long Cycles of Conjuncture von 1926 wird Schumpeter merkwürdigerweise nicht erwähnt. In diesem bahnbrechenden Aufsatz ist eine kurze Skizze über die Herausbildung der Konjunkturtheorie enthalten, darin heißt es:

„The point of departure from which economic thought turned to the question of these wave-like cyclic fluctuations in the dynamics of capitalist national economy was the study of crises. Capitalist crises with their disruptive effects on the economy were too spectacular phenomena of economic activity to fail to attract the relatively early attention of economists.“[61] Zu diesen Ökonomen gehörten bereits die Begründer der Klassischen Schule, insbesondere David Ricardo. In den 1850er und 1860er Jahren sei dann von Marx, Rodbertus-Jagetzow und Juglar erkannt worden, dass die kapitalistischen Krisen periodisch auftreten und dem kapitalistischen System inhärent sind. Durch die Arbeiten von „Tugan-Baranowskij, Hilferding, Pohle, Spiethoff, Lescure, Aftalion, Mitchell et al.“ sei deutlich geworden, dass die Krise nur eine Episode im kapitalistischen Gesamtzyklus sei. Sombart habe dann Anfang des 20. Jahrhunderts die Position vertreten, „that the theory of crises should be turned into a more general theory, namely the overall theory of conjuncture and its fluctuations. In fact, the subsequent development of theory followed this direction“.[62]

Das Problem besteht laut Kondratieff darin, dass bis zu seinen eigenen Forschungen kurzfristige Konjunkturzyklen (Juglar und Kitchin) ganz im Vordergrund der Konjunkturtheorie gestanden hätten. 1922 habe er erstmals mit seinem Aufsatz The World Economy and its Conjuncture during and after the War eine Theorie langer Konjunkturzyklen vorgelegt, deren statistische Datenbasis aber noch sehr fragmentarisch gewesen sei. Vier Jahre später, in Long Cycles of Conjuncture, meint Kondratieff, habe er dieses Problem im Wesentlichen gelöst. Er habe Daten über die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, Frankreich, England und den USA verwendet, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückgehen, aber erst seit Mitte des Mitte des 19. Jahrhunderts die für wissenschaftliche Arbeit notwendige Zuverlässigkeit aufweisen. Zu den von ihm erhobenen Daten gehören: Zinsraten, Löhne, Bankdepositen, Außenhandelsvolumen, Produktions- und Verbrauchzahlen von industriellen und landwirtschaftlichen Schlüsselprodukten sowie Bevölkerungsgrößen.

Kondratieff führte eine Zwei-Phasen-Theorie des langen Konjunkturzyklus ein: aufsteigende Welle und abfallende Welle. Er weist darauf hin, dass es bei der Festlegung der „langen Wellen“ und ihrer jeweiligen Auf- und Abstiegsphasen Grenzbereiche von 5-7 Jahren gibt, und identifiziert dann folgende Zyklen[63]:

Aufstiegsphase des Ersten Zyklus:

Von Ende der 1780er Jahre bis 1810-17

Abstiegsphase des Ersten Zyklus:

Von 1810-17 bis 1844-51

Basisinnovationen: „Industrielle Revolution“, Dampfmaschine, Textilmaschinen

Aufstiegsphase des Zweiten Zyklus:

Von 1844-55 bis 1870-75

Abstiegsphase des Zweiten Zyklus:

1870-75 bis 1890-96

Basisinnovationen: Stahl, Eisenbahn, Maschinenbau

Aufstiegsphase des Dritten Zyklus:

Von 1891-96 bis 1914-20

Abstiegsphase des Dritten Zyklus:

1914-20 -…….

Basisinnovationen: Elektrotechnik, Chemie

Über das Entstehen „langer Wellen“schreibt Kondratieff: „For approximately two decades before the start of the rising wave of a long cycle, a revival of technical inventions is observed. Before and at the start of the rising wave, broad application of these inventions to industrial practice is observed, with related industrial reorganisation. The start of long cycles usually coincides with the broadening of the orbit of world economic relationships. Finally, the starts of two successive cycles are preceded by serious changes in the extraction of valuable metals and in the monetary circulation.“[64]

Sein theoretisches Verständnis der „langen Wellen“ formuliert Kondratieff folgendermaßen: „We know that the system of the elements of a capitalist economy is never in a state of ideal equilibrium, But, the fact that, as previously mentioned, the dynamics of this system is subject to wave-like fluctuations, where these waves surge upwards and then subside downwards, is evidence that this system has a tendency towards equilibrium and that, at any given period, its wave-like oscillations take place around a given equilibrium level…[T]he wave-like fluctuations or fluctuations of conjuncture of a capitalist economy are processes which disrupt the equilibrium of the capitalist system, at times strongly, at times weakly, at times increasing and at times decreasing its deviation from the equilibrium level… [But] a capitalist economy does not only experience wave-like fluctuating processes. It also evolves and changes. In this evolutionary process its very equilibrium level changes.“[65]

Dabei müsse aber einschränkend berücksichtigt werden: „[W]hen constructing the model of the evolution of long cycles we ignored the existence of medium-length cycles and other oscillations of conjuncture which complicate the course of long cycles considerably.“[66]

Abschließend und zusammenfassend schreibt Kondratieff: „[E]ach successive phase of the cycle is the consequence of the condition accumulating over the preceding period and each new cycle, in accordance with the principles of the capitalist economic system, follows the last just as regularly as one phase of a cycle follows another. But here, we recall that each new cycle occurs under new concrete and historical conditions at a new level of development of the productive forces and, therefore, in general, is not a simple repetition of a previous cycle.“[67]

In seiner Einführung zur Neuausgabe von Schumpeters Konjunkturzyklen spricht Cord Siemon von der „Wiederentdeckung der Kondratieff-Dynamik“.[68] Das gilt nicht nur für eine wachsende Anzahl von Ökonomen [69], unter denen insbesondere Gerhard Mensch hervorzuheben wäre.[70] Es ist schon bemerkenswert, wenn das NATO Institute for Advanced Studies eine Expertentagung über Kondratiev Waves, Warfare and World Security abhält, das sich mit den sicherheits- und geopolitischen Konsequenzen der Kondratieff-Zyklen in der Wirtschaft befasst.[71]

Fazit: Schumpeters Theorie der Konjunkturzyklen und die aktuelle Krise

Schumpeters Theorie der Konjunkturzyklen ist für die Diagnose der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise von hoher Relevanz, aber es sind m. E. Zweifel angebracht, ob Schumpeter diese Krise als „globale Depression“ oder „neue Weltwirtschaftskrise“ charakterisiert hätte.

Trotz oder paradoxerweise gerade wegen der „Globalisierung“ hat sich die Weltwirtschaft heute stark differenziert. Neue Wirtschaftsgroßmächte – China, Indien oder Brasilien – sind entstanden, die jeweils über eine große Realwirtschaft und einen großen Binnenmarkt verfügen sowie ihre Finanzsektoren in signifikanten Maß autonom gehalten haben.

Schumpeter hatte vor 70 Jahren festgestellt: „Die Finanz- und Wirtschaftslage eines kapitalistischen Landes [ist] in jedem Augenblick das Ergebnis einer nationalen (zyklischen) und einer internationalen Komponente.“[72] Das gilt auch heute. Die finanzielle und realwirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten unterscheidet sich ganz wesentlich von der Kontinentaleuropas und das gilt noch weit mehr für die aufstrebenden Wirtschaftsmächte in Asien und Lateinamerika.

1929-33 lag die Schwerpunkte der Krise gleichermaßen in Deutschland und den Vereinigten Staaten, auch wenn die anderen Sektoren der Weltwirtschaft mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen wurden. Heute liegt das Zentrum der Krise eindeutig in den USA.

Für die Wirtschaft und das Finanzsystem der Vereinigten Staaten treffen m. E. Schumpeters Kriterien einer Depressionsphase im Konjunkturzyklus zu. Dabei ist das Problem der „zweiten Welle“ entscheidend. Die Anfälligkeit für eine von der „zweiten Welle“ induzierten Depression ergibt sich aus folgenden Faktoren:

  • relatives Gewicht des Finanzsektors in der Gesamtwirtschaft
  • Grad der Abkopplung des Finanzsektors von der Realwirtschaft
  • vorherrschende „Kultur“ der kurzfristigen Gewinnmaximierung
  • Ausmaß „unproduktiver“ Verschuldung bei Unternehmen, Privathaushalten und dem Staat

Deshalb trifft Schumpeters Einschätzung der Depression in Amerika 1929-33 m. E. im Wesentlichen auch für die heutige Situation in den USA zu:

„Die Verschuldungslage in Amerika und die amerikanischen Bankenepidemien – es gab ihrer drei – bilden eine Klasse für sich. Bei der Art und Weise, in der sowohl Unternehmungen wie auch Haushaltungen sich während er zwanziger Jahre in Schulden gestürzt hatten, ist es klar, dass die aufgelaufene Belastung… ursächliche Bedeutung für das plötzliche Hinabstürzen in die Depression hatte. […] Aber eine Zunahme der Gesamtverschuldung mit einer Rate, mit der sie in den USA eintrat, ist weder ein normales Element des Mechanismus der Kondratieffabwärtsbewegungen… noch in sich selbst eine ‚verständliche‘ Begleiterscheinung wie spekulative Auswüchse und die durch sie ausgelösten Schulden.“[73]

Demgegenüber stellt sich für die Weltwirtschaft insgesamt, insbesondere die Volkswirtschaften Kontinentaleuropas und der aufstrebenden Wirtschaftsmächte, die Frage, ob und inwieweit eine Rezessionsphase des „Kondratieff-Zyklus“ vorliegt.

Wenn der „Vierte Kondratieff-Zyklus“ (1940-1973) von den Innovationen um das Automobil, die Petrochemie und die Luftfahrt bestimmt war und der „Fünfte Kondratieff-Zyklus“ von der Informationstechnologie, dann stellt sich Frage, ob wir uns weltwirtschaftlich seit der Jahrtausendwende (Platzen der „New Economy“-Blase) in der Rezessionsphase dieses „Fünften Kondratieff-Zyklus“ befinden.[74]

Daraus folgt die Frage, ob es sich bei der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise um eine Überlappung der Depressionsphase der „zweiten Welle“ in den USA und der Rezessionsphase des „Fünften Kondratieff-Zyklus“ in der Weltwirtschaft insgesamt handelt. Dabei muss offen bleiben, ob die Überlappung und Interaktion dieser beiden Zyklen krisenmildernd oder krisenverschärfend wirken wird.

Und dann stellt sich schließlich die Frage, wie durch konzertiertes Handeln von Staat und Privatwirtschaft Innovationen – neue Technologien und soziale Organisationsformen – vorangetrieben werden können, um in eine neue, innovationsgetriebene Prosperitätsphase des „Sechsten Kondratieff-Zyklus“ eintreten zu können.

Auf jeden Fall kann Schumpeters mehrdimensionales Modell der Konjunkturzyklen wesentlich dazu beitragen, die Krise kompetent und nüchtern zu diagnostizieren. Für die Einschätzung der aktuellen Krise ist höchst bedenkenswert, was Schumpeter über die Weltwirtschaftskrise 1929-33 in Konjunkturzyklen schrieb:

„Und auf jeden Fall war sie [die Weltwirtschaftskrise] – wiederum im Wesentlichen – kein neuartiges Ereignis, keine nie da gewesene Katastrophe als Ausdruck für das Auftauchen neuer Faktoren, sondern nur die Wiederkehr dessen, was bei ähnlicher Lage der Dinge auch schon früher eingetreten war.“[75]

Schumpeter hat sich nicht damit begnügt, Konjunkturzyklen als Datenmengen in Schaubildern abzubilden, sondern sich in seiner Forschungsarbeit auf die Kausalität von Konjunkturzyklen konzentriert, als die er Innovationsschübe identifiziert. Und er hat die Finanzsphäre – mit ihrem Doppelcharakter: Innovationsfinanzierung und spekulative Eigendynamik – in die Gesamtbetrachtung des Konjunkturverlaufs hinzugenommen. Sein theoretisches Modell der Konjunkturzyklen ist ein entscheidender Erkenntnisfortschritt für das Verständnis von Konjunkturzyklen und damit auch der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Was die „Konjunkturpolitik“ daraus macht, bleibt dann eine Frage von Einsicht und Interessen.

Literaturverzeichnis

Schumpeter, Joseph A.:

  • Konjunkturzyklen – Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses, Einleitung v. Cord Siemon, Göttingen 2008
  • Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin 2006
  • Geschichte der ökonomischen Analyse, (2 Bde), hg. v. Elizabeth B. Schumpeter, Göttingen 1965
  • Essays, hg. v. R.V. Clemence, New Brunswick 1989
  • Beiträge zur Sozialökonomik, hg. v. S. Böhm, Wien 1987
  • Capitalism, Socialism and Democracy, London 1987 (1943)

Händeler, Erik: Die Geschichte der Zukunft, Moers 2007

Hausherr, Hans: Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit, Weimar 1955

Kondratiev, Nikolai D.: The Works of Nikolai D. Kondratiev (Bd. 1), hg.v. N. Makasheva, W.J. Samuels, V. Barnett, London 1998

Mensch, Gerhard: Das Technologische Patt – Innovationen überwinden die Depression, Frankfurt/M. 1975

Nefiodow, Leo A.: Der Sechste Kondratieff, Sankt Augustin 1997

Schäfer, Annette: Die Kraft der schöpferischen Zerstörung, Frankfurt 2008

Schmölders, Günter: Konjunkturen und Krisen, Hamburg 1955

Tausch, Arno: Nikolai Kondratjew und die Zukunft der Konflikte in der Weltgesellschaft, in: Österreichische Militärische Zeitschrift, III/2008

Vasko, Tibor (Hrsg.): Selected Papers from an IIASA International Meeting on Long-Term Fluctuations in Economic

Growth: Their Causes and Consequences, held in Weimar, GDR, 1985, Springer, Berlin/Heidelberg 1987

Endnoten

1 Joseph A. Schumpeter: Konjunkturzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses, mit einer Einführung von Cord Siemon, Göttingen 2008, S. 156f

[Fußnoten, bei denen nur die Seitenzahl angegeben ist, beziehen sich auf dieses Werk.]

2S. 5

3S. 5

4Hans Neisser: Business Cycles by Joseph Schumpeter, in: Annals of the American Academy of Political and Social Science, Vol. 208, 1940, S. 205f; zitiert in Annette Schäfer, Die Kraft der schöpferischen Zerstörung, Frankfurt/M. 2008, S. 150

5Essays of J. A. Schumpeter, hg. v. R.V. Clemence, Cambridge (Mass.), 1951, S. 277

6Joseph. A. Schumpeter, Geschichte der ökonomischen Analyse, hg. v. Elizabeth B. Schumpeter, Göttingen 2007, S. 82f

7S. 173

8S. 94

9S. 81

10S. 93

11S. 91

12S. 91

13S. 108

14S. 109f

15S. 110

16S. 154

17S. 123f

18Hausherr, 1955, S. 196ff

19S. 122

20S. 119

21S. 117

22S. 143

23S. 146

24S. 147

25S. 147

26S. 149

27 S. 149

28 S. 152

29S. 156ff

30S. 155

31 S. 156f

32 S. 157

33 S. 157

34 S. 158

35 S. 159

36 S. 166

37 S. 166

38 S. 162

39 S. 159

40 S. 160

41 S. 160

42 S. 164

43 S. 159

44 S. 164

45 Schumpeter, Capitalism, Socialism and Democracy, London, 1987, S. 81ff

46 S. 173

47 S. 160

48 S. 171

49 S. 176

50 S. 178

51 S. 148

52 S. 172

53 S. 173

54 S. 181

55 S. 183

56 S. 183

57 S. 183

58 S. 176

59 S. 180

60 Nikolai D. Kondratiev: The Works of Nikolai D. Kondratiev; hg. v. N. Makasheva, W.J. Samuels, V. Barnett, London 1998, S. 19

61 a.a.O., S. 26

62 ibid.

63 a.a.O., S. 36

64 a.a.O., S. 41

65 a.a.O., S. 54

66 a.a.O., S.60

67 ibid.

68 Konjunkturzyklen, S. XL

69 cf. Tibor Vasko (Hrsg.): Selected Papers from an IIASA International Meeting on Long-Term Fluctuations in Economic Growth: Their Causes and Consequences, held in Weimar, GDR, 1985, Springer, Berlin/Heidelberg, 1987

70 cf. Gerhard Mensch: Das technologische Patt – Innovationen überwinden die Depression, Frankfurt/M, 1975

71 Arno Tausch: Nikolai Kondratjew und die Zukunft der Konflikte in der Weltgesellschaft, in: ÖMZ III/2008, S. 289ff

72 S. 689

73 S. 938

74 cf. Leo A. Nefiodow, Der Sechste Kondratieff, Sankt Augustin 1997; Erik Händeler: Die Geschichte der Zukunft, Moers 2007. Beide Bücher sind anregend, aber tendenziös.

75 S. 937

Bildnachweis: J. Schumpeter auf dem Yard der Harvard University. Aus den Archiven der Harvard Universität mit freundlicher Genehmigung (LINK).

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag wurde beendet.