Sagen als Antworten? Zeugnis und Prophetie in Levinas’ Jenseits des Seins – zweiter Teil eines Kommentars

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Im ersten Teil hatten wir die stete Wiederholung des Wortpaares „Sagen und Gesagtes“ als Orgelton des gesamten Textes von „Jenseits des Seins“ benannt. In heutiger Zeit scheint dies in einem philosophischen Text ominös, und also des jeweils neuen Nachbohrens bedürftig. Wiederholen wir zunächst auf schlichte Weise: das Gesagte könnte man als das schon einmal Gesagte lesen, mithin als das Bekannte, Verständliche, sogar als Jargon könnte man es unter bestimmten Voraussetzungen bezeichnen. Zumindest aber als Worte, die als bereits gesagte zwar – so wie Levinas es beschreibt – thematisieren, informieren oder mitteilen, aber indem sie scheinbar eindeutig ihre Stelle im Kanon der Bedeutungen längst gefunden haben, auch schon verblasst und erstarrt sind, ihr Leben verloren haben, als bleiche Schatten ihrer selbst nur mehr die Kommunikation als leblose Abstraktion eines Gesprächs zulassen. Das Sagen demgegenüber finge je neu an, geschähe im Augenblick des lebendigen Zuhörens und Sprechens mit einem Anderen.

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Zeugnis vom Unzerstörbaren…..zu dem Buch „Uns kriegt ihr nicht – jüdische Überlebende erzählen“

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Tina Hüttl/Alexander Meschnig: „Uns kriegt ihr nicht / Als Kinder versteckt – jüdische Überlebende erzählen“, Piper Verlag München 2013

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Schmerz, Verantwortung, Sagen: Aspekte der Sprache in Emmanuel Levinas’ „Jenseits des Seins“ (Teil 1)

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Wie, wenn das Philosophieren nicht länger vom autonomen Ich ausginge, sondern vielmehr von dessen Verwundbarkeit und Ausgesetztheit? Ein solches Denken entzöge dem Ich zunächst seine Sicherheit – wurde doch und wird, zumeist und in der vordersten Linie des Denkens, die Selbstbestimmung des Ich als Befreiung und Verheißung gelesen; das autonome Ich, das sich seiner – religiösen, mythologischen oder politisch-gesellschaftlichen – Fesseln entledigt, wurde in eine Position scheinbarer Stärke eines wissenden Zugriffs gerückt, der sich die Welt nicht länger zu entziehen schien.

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Ist das Lesen von Gedichten politisch? Erster Versuch….

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Statt einer Einleitung ein wenig leerer Raum, um die Frage klingen zu lassen .

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Öffentlichkeit und Öffnung – die Dialogik des individuellen Bewusstseins

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Zum neuen Buch von Volker Gerhardt : „Öffentlichkeit – die Politische Form des Bewusstseins“ (Verlag C.H.Beck, München 2012)

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Plurale Ökonomie – Reichtum, Entfaltung und Fülle in Zeiten der Krise

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In seinem neuen Buch zur „Pluralen Ökonomie“ zeigt Rudolf zur Lippe Wege auf, wie die ökonomische Theorie und die öffentliche Debatte zu Fragen der Wirtschaft aus ihrer einseitigen Verengung auf Optimierungsstrategien, Input-Output-Modelle und Kosten-Nutzen-Analysen zu befreien wären und der Entfaltung des Lebens mehr Raum zu geben wäre. (Rudolf zur Lippe: „Plurale Ökonomie – Streitschrift für Maß, Reichtum und Fülle“, Verlag Karl Alber, Freiburg 2012).

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Denken mit Glissant – Poesie und Philosophie der Vielfalt aus karibischer Sicht

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Ein Jahr vor seinem Tod wurde ein Film über den karibischen Dichter, Essayisten und Philosophen Edouard Glissant (1928 – 2011) gedreht, der nun in voller Länge im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ gezeigt wurde. Anschließend gab es ein Gespräch zwischen dem Regisseur Diawara Manthia und dem Schriftsteller Mukoma Wa Ngugi, das von Barbara Wahlster vom Deutschlandradio moderiert wurde. Der Autor hat seine Eindrücke zu diesem Abend im Folgenden zusammengetragen.

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Die „apolitische Politik von Auschwitz“ – Fragen zum Verhältnis von Vernunft und Moral

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Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Jean-Francois Lyotard und Zygmunt Bauman In Fortsetzung des kurzen Kommentars zu Lyotards Buch „Heidegger und die Juden“ (Solon, 17.4.2012) soll versucht werden, einige schwierige Passagen in Lyotards Text im Lichte von Zygmunt Baumans Werk „Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust1“ weiter zu beleuchten – wie auch umgekehrt Baumans Text durch Lyotard anders wahrzunehmen.

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Cecile Wajsbrots „Die Köpfe der Hydra“: von der Scham des Überlebens und der Abwesenheit der Sprache

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Die Schriftstellerin Cecile Wajsbrot, als Tochter polnischer Juden in Frankreich geboren und aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren wechselweise in Paris und Berlin. Dort hat sie Ende März ihr neuestes Buch „Die Köpfe der Hydra“ – erschienen 2012 im Verlag Matthes und Seitz – einem breiteren Publikum vorgestellt. Von Frank Hahn

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Jacques Derrida: Denken in und mit der Sprache

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Die drei Autoren dieses Beitrags haben im Rahmen ihrer Forschungen zum Thema Sprache gemeinsam einen Text von Jacques Derrida gelesen, den sie im Folgenden versuchen zu kommentieren und zu „entschlüsseln“. Es handelt sich um Derridas Aufsatz „Babylonische Türme“, der selbst ein Kommentar zu Benjamins berühmten Text „Die Aufgabe des Übersetzers“ ist. Die folgenden Seiten sind also ein Kommentar des Kommentars zum Thema Sprachverwirrung, Übersetzung, Namensgebung, das so alt ist wie die Geschichte vom Turmbau zu Babel – und so neu wie jeder Tag der Begegnung unterschiedlicher Menschen in dieser vielfältigen Welt. von Katrin Funke, Frank Hahn, Reinhard Hildebrandt

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