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Beiträge zu Manes Sperber |
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9. Dezember 2008 |
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30. September 2008 |
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Manes Sperber, in jungen Jahren Gegner des Zionismus, änderte nach dem
Holocaust vorsichtig und differenziert seine Einstellung gegenüber
einem selbständigen jüdischen Staat. Seine Begegnung mit Israel
hinterläßt uns weise Worte zum israelisch-palästinensichen Konflikt
sowie zum kulturellen Selbstverständis des heutigen Israel, die
aktueller denn je erscheinen. Der Autor des folgenden Beitrags ist
Kurator am Jüdischen Museum Wien. Er trug den vorliegenden Text in
einer leicht gekürzten Version anlässlich der Eröffnung der Manes
Sperber-Ausstellung in Berlin vor.
von Dr. Marcus Patka
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1. Oktober 2008 |
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Zum Namen Manes Sperber fällt den meisten spontan der Titel
seiner Trilogie „Wie eine Träne im Ozean" ein. Und wie geht es weiter, oder
besser wie fing alles an? Wer war dieser Manes Sperber, der sich selbst „treuer
Ketzer" und „Wasserträger Gottes" nannte? Im Literaturhaus Berlin
läuft noch
bis zum 19.Oktober eine Ausstellung über Sperber, die bereits im
Jüdischen
Museum Wien zu sehen war. Der Besuch dieser Ausstellung ist nur zu
empfehlen, da Sperbers aufwühlender Lebens- und Ideenweg in den Wirren
und Katastrophen des 20.Jahrhunderts dem Publikum in anschaulicher
Weise nahegebracht wird. Manes Sperber verdient deutlich mehr
Beachtung, sein
Lebensweg und seine poetische Prosa erschüttern, rühren und ermuntern
uns. Im
galizischen Zablotow 1905 geboren, wächst Sperber in die Welt des
chassidischen
Judentums hinein. Vier Brüche kennzeichnen Jugend und frühes
Erwachsenenleben:
1918 der Bruch mit dem jüdischen Glauben, 1923 der Bruch mit dem
Zionismus,
1931 der Bruch mit der psychologischen Lehre Alfred Adlers und
schließlich 1937
der Bruch mit der kommunistischen Partei. Wie schafft es ein Mensch mit
diesen Erfahrungen, dass seine Seele nicht zerbricht? Sperber hat seine
innerhalb
weniger Jahre gemachten Erfahrungen mit dem Faschismus und dem
Kommunismus bereits 1938 in seinem Buch „Zur Analyse der
Tyrannis" verarbeitet. Dieses Thema wird künstlerisch fortgeführt und
variiert im Roman
„Wie eine Träne im Ozean", dessen Verfilmung an zwei Sonntagen im
Oktober im
Berliner Literaturhaus zu sehen ist.
Die Ausstellung wurde im Rahmen der jüdischen Kulturtage am
14.September mit zwei anregenden und einfühlsamen Reden eröffnet, die
wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren veröffentlichen. Anders
als beim Eröffnungsakt beginnen wir mit dem Essay von Frau Dr. Mirjana
Stancic von der
Ruhr-Universität Bochum zum Thema „Zur Analyse der Tyrannis.
Manes Sperber".
von Dr. Mirjana Stancic
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