Zur Sprache Adornos

Kontrapunktisch, hellhörig

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Der vorliegende Text war seinerzeit von Rudolf zur Lippe für das Projekt eines deutschen Literaturlexikons geschrieben worden, dann wurde er vom Autor als Redebeitrag auf einer Arbeitstagung verlesen, die 2003 zum Thema „Die Lebendigkeit der kritischen Gesellschaftstheorie“ aus Anlass des 100.Geburtstages von Theodor W.Adorno an der Universität Frankfurt/Main stattfand. Alle Beiträge zu dieser Tagung sind in einem Sammelband zusammengefasst, der von Andreas Gruschka und Ulrich Oevermann im Pandora-Verlag unter dem Tagungs-Titel erschienen und inzwischen vergriffen ist. Deswegen freuen wir uns besonders darüber, auf der Solon-Website diesen Text zur Sprache Adornos der breiteren Öffentlichkeit vorstellen zu können.

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Ist das Lesen von Gedichten politisch? Erster Versuch….

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Statt einer Einleitung ein wenig leerer Raum, um die Frage klingen zu lassen .

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Denken mit Glissant – Poesie und Philosophie der Vielfalt aus karibischer Sicht

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Ein Jahr vor seinem Tod wurde ein Film über den karibischen Dichter, Essayisten und Philosophen Edouard Glissant (1928 – 2011) gedreht, der nun in voller Länge im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ gezeigt wurde. Anschließend gab es ein Gespräch zwischen dem Regisseur Diawara Manthia und dem Schriftsteller Mukoma Wa Ngugi, das von Barbara Wahlster vom Deutschlandradio moderiert wurde. Der Autor hat seine Eindrücke zu diesem Abend im Folgenden zusammengetragen.

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Industrielle Entwicklung und Verortung Russlands in der globalen Machtstruktur

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Die Berichterstattung über Russland wechselt von traditionellen Vorurteilen – wie z.B. die Einschätzung als rückständiges Land weit im Osten Europas – zu bewusst abschätzigen Bemerkungen über sein Gesellschaftssystem; von der Furcht vor unkontrollierbaren Einfluss in der Energieversorgung Europas zu missionarischen Forderungen nach Demokratisierung des Landes. In einer Analyse der augenblicklichen strategischen Position Russlands im Weltgeschehen erweisen sich solche Meinungsäußerungen als große Hindernisse, die schleunigst überwunden werden müssen.

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Die „apolitische Politik von Auschwitz“ – Fragen zum Verhältnis von Vernunft und Moral

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Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Jean-Francois Lyotard und Zygmunt Bauman In Fortsetzung des kurzen Kommentars zu Lyotards Buch „Heidegger und die Juden“ (Solon, 17.4.2012) soll versucht werden, einige schwierige Passagen in Lyotards Text im Lichte von Zygmunt Baumans Werk „Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust1“ weiter zu beleuchten – wie auch umgekehrt Baumans Text durch Lyotard anders wahrzunehmen.

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Jacques Derrida: Denken in und mit der Sprache

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Die drei Autoren dieses Beitrags haben im Rahmen ihrer Forschungen zum Thema Sprache gemeinsam einen Text von Jacques Derrida gelesen, den sie im Folgenden versuchen zu kommentieren und zu „entschlüsseln“. Es handelt sich um Derridas Aufsatz „Babylonische Türme“, der selbst ein Kommentar zu Benjamins berühmten Text „Die Aufgabe des Übersetzers“ ist. Die folgenden Seiten sind also ein Kommentar des Kommentars zum Thema Sprachverwirrung, Übersetzung, Namensgebung, das so alt ist wie die Geschichte vom Turmbau zu Babel – und so neu wie jeder Tag der Begegnung unterschiedlicher Menschen in dieser vielfältigen Welt. von Katrin Funke, Frank Hahn, Reinhard Hildebrandt

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Henry Kissinger “On China” – Analyse eines Konzepts

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Henry Kissinger definiert für den Zeitraum von 1945 bis zum Ende des Ost-West-Konflikts (1990) das Verhältnis der USA zur konkurrierenden Sowjetunion nicht als Herausbildung und Funktionsweise einer dualen Hegemonie, sondern versetzt beide zusammen mit China in ein Dreiecksverhältnis unterschiedlich mächtiger, aber prinzipiell gleichrangiger Kontrahenten. Zur Erhaltung des Kräftegleichgewichts zwischen diesen drei Polen sei die atomare Abschreckung eine unbedingte „Notwendigkeit“ gewesen, behauptet Kissinger. Darin ist er sich mit seinem späteren Außenministerkollegen George Shultz, dem früheren US-Verteidigungsminister Bill Perry und dem ehemaligen US-Senator Sam Nunn einig. Für die Zeit nach dem Ost-West-Konflikt vertritt er jedoch die Auffassung, dass eine von nuklearen Waffen freien Welt die bessere Alternative darstellt. Welcher Paradigmenwechsel verbirgt sich hinter dieser neuen Rationalität bzw. von welcher Theorie hat sich der Stratege Kissinger verabschiedet? Ein Blick in den Epilog des Buches vermittelt mehr Aufschluss (Kissinger, Henry, On China, London, 2011)

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Das Unbegründete nicht vergessen

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Gedanken zum Anti-Semitismus heute und gestern Wie anti-semitisch ist unsere Gesellschaft noch oder schon wieder? Die Frage wird gerade in diesen Wochen verstärkt aufgeworfen – Antworten aber, die sich als offen zu haltende Fragen läsen, gehen im Getöse des Meinungsstreits unter oder werden erst gar nicht ausgesprochen. Wir wagen an dieser Stelle zumindest einen Zwischenruf zum Thema – unter Bezugnahme auf Überlegungen des Philosophen Jean-Francois Lyotard.

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China – An Attempt at Understanding a Complex Power Structure

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China, “a socialist state under the democratic dictatorship of the people”, is in a state of transition today that outsiders would hardly be in a position to fathom. Perhaps those in power would themselves not have too clear a picture. Whether the information that is freely available provides a realistic analysis of the existing situation is anything but certain. The present work draws from both personal impressions as well as reports. Most importantly, it provides the tools for obtaining a more exact picture, based on the theoretical analysis it undertakes.

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Die Rolle der Tragödie in der zeitgenössischen Philosophie – Über die ethisch-politische Dimension tragischer Erfahrung

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Dem Athen des 5. Jahrhundert v. Chr. verdanken wir zwei kulturelle Ereignisse, deren globaler Erfolg bis heute nicht zu überschätzen ist: die Tragödie und Sokrates. Die zeitnahe Entstehung argumentativ operierender Philosophie und dramatischer Kunst in der attischen Polis ist keine zufällige Koinzidenz. Vielmehr entwickelt sich die philosophische Reflexion des platonischen Sokrates, Mitbürger und Gesprächspartner von Sophokles und Euripides, in Konkurrenz zur Kunst der Tragödie, die sie einerseits mit einer inhaltlichen, insbesondere ethisch-politischen Kritik und andererseits durch eine Transformation des Dramas in den Dialog abzulösen beansprucht.1 Richtet sich die inhaltliche Kritik gegen den von der Tragödie vorgeführten Bruch zwischen dem gutem, im sozialen Zusammenhang der Polis sich behauptenden Leben und der es leitenden Rationalität, nimmt die Form der platonischen Philosophie das Dialogische auf, um es von seiner bis zur Peripethie zugespitzten Dramatik und der Funktion des Chores zu trennen. Beides, die inhaltliche Kritik an der Tragik der Tragödie und die Auflösung der Tragödie in den Dialog und seine sich „diesseits von Tragik und von Komik“2 entfaltende Dialektik, hat nach Platon allerdings nicht zur endgültigen Aufhebung der Tragödie oder zu ihrem seit Nietzsche mehrfach proklamierten „Tod“3 durch Reflexion geführt.4 Von Asmus Trautsch

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