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Philosophie
Vom Denken des Ursprungs zum Sprachdenken: Hermann Cohen und Franz Rosenzweig PDF Drucken E-Mail
Philosophie
14. Juni 2010

Portrait vom Autor Frank Hahn Immer wieder gilt es zu erinnern, welchen Verlust das deutsche und europäische Geistesleben durch Vertreibung und Vernichtung der Juden unter der NS-Diktatur erlitten hat. Die Namen Hermann Cohen und Franz Rosenzweig sind unter Philosophen natürlich bekannt, aber die Bedeutung dieser jüdischen Denker im Kontext unserer Geistesgeschichte wird selten in der Tiefe gewürdigt und verstanden. Frank Hahn hat in einem philosophischen Kolloquium an der Humboldt-Universität Berlin über die Bedeutung des Infinitesimalen bei Hermann Cohen und das Sprachdenken von Franz Rosenzweig gesprochen. In der jüdischen Denkwelt hat das gesprochene Wort eine gleich große Bedeutung wie das geschriebene Wort, verhindert das Sprechen im Augenblick doch das Erstarren des Denkens in Dogmen und abgeschlossenen Systemen. Das Sprachdenken Rosenzweigs will zu dieser Methodik des Nicht-Systemdenkens vordringen und die Dynamik des Lebens, das sich immer im Jetzt und immer wieder neu vollzieht, besser erfassen. Die jeweilige Öffnung des Systems und die Dynamisierung der Begriffe war auch Cohens Anliegen, jedoch mithilfe der Mathematik und nicht der Sprache. Die Verwandtschaft mancher Aspekte des jüdischen Denkens mit der ostasiatischen Gedankenwelt unterstreicht die Aktualität der Themen – schließlich wird das Bedürfnis nach einem Gespräch der Kulturen immer drängender. Es folgt der überarbeitete Vortrag

von Frank Hahn

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Schillers Jungfrau von Orleans PDF Drucken E-Mail
Philosophie
5. Juni 2010

Image of Joan of Arc, Painted between 1450 and 1500In der „Jungfrau von Orléans“ sind verschiedene Ebenen ineinander verwoben. Obwohl sich Schiller in diesem Drama so weit wie in keinem anderen von der Geschichte entfernt, existiert dennoch die historische Jeanne d’Arc. Selbstverständlich gibt es den Bezug auf die politische Situation und die Ereignisse zu Schillers Lebzeit und die Bezüge zur Literatur und Philosophie. Das Drama gilt wohl deswegen als schwierig, weil keine dieser Ebenen überbewertet oder verkürzt werden darf, wenn man versucht, Schillers Wirken und Absicht als Künstler zu verstehen. Dieses wird in dem folgenden Aufsatz versucht.

von Ralf Schauerhammer

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Leibniz und die Musik – Aspekte einer neuen Ästhetik? PDF Drucken E-Mail
Philosophie
19. März 2010

Gottfried Wilhelm Leibniz, um 1700, Öl auf Holz von Johann Friedrich Wentzel d. Ä.In seiner Schrift „Von der Weisheit“ entwirft Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) in der ihm eigenen frohen Art eine „Wissenschaft der Glückseligkeit“. Freude und Vollkommenheit werden in ihren Eigenschaften untersucht. Die Neigungen des Menschen zum Angenehmen, aber auch seine Abwehr von Schmerz und Hässlichem werden erforscht. Mittendrin beschreibt Leibniz, wie oft in seinem riesigen Oeuvre, als erklärendes Beispiel seiner Methode Eigenschaften der Musik, ihr Ordnungsgefüge und ihre Wirkung auf den Menschen. Aus heutiger Sicht erscheinen Leibniz’ Untersuchungsmethoden zur Wirkung von Musik und Kunst allgemein sehr aktuell.

Von Anno Hellenbroich

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Der gemeinwohlorientierte Staat PDF Drucken E-Mail
Philosophie
29. Januar 2010

Foto von Dr. Reinhard Hildebrandt Die Addition der (privaten) Eigenwohle ergibt nicht das Gemeinwohl. Die Gewährleistung des Gemeinwohls ist aber die Voraussetzung der Selbsterhaltung der Gesellschaft und der Staat ist der historisch gewachsene Akteur ihrer Sicherstellung. Nur der Staat kann die Grenzen ziehen, innerhalb derer das Gemeinwohl und damit die Selbsterhaltung der Gesellschaft gesichert bleibt. Je schwächer er wird, desto weniger ist er dazu in der Lage.

Von Reinhard Hildebrandt

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Lebensprozess und Mitteilung: Bewusstsein als Organ des Menschen PDF Drucken E-Mail
Philosophie
12. November 2009

Volker Gerhardt

 

Die Frage nach dem Bewusstsein stellt uns - gerade angesichts eines manchmal überzogenen Anspruchs der Neurowissenschaften - vor nicht geringere philosophische Schwierigkeiten als die nach dem Leben. Volker Gerhardt, der an der Berliner Humboldt-Universität Philosophie lehrt (Web-Präsenz), scheut die Erörterung dieser Fragen schon deswegen nicht, weil er der Versuchung endgültiger Antworten widersteht und also Fragen offen lässt. In vorliegendem Text überrascht Gerhardt zunächst mit der These vom Bewusstsein als einem „Organ". Die noch überraschendere Beobachtung jedoch hebelt die scheinbar gängige - in Wahrheit von Internalismus und Idealismus verbreitete - Vorstellung vom Bewusstsein als Ausdruck einer „autistischen Binnensphäre des Selbstbewusstseins" aus, denn für Gerhardt ist das Bewusstsein unser „Organ der Welterschließung". Dass diese nur in der „Öffnung für anderes und Andere" gelingen kann und so das Ich allein durch seinen Bezug zu einem Du Sinn bekommt, leuchtet unmittelbar ein, ist jedoch im philosophischen Diskurs nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Gerhardt spannt denn auch den Horizont der Fragestellung viel weiter auf, indem er nach dem wechselweisen Bezug von Subjektivität und Objektivität, Individualität und Universalität, privatem und öffentlichem Leben in ihrer jeweiligen Verbindung und Abgrenzung sucht.  Der vorliegende Beitrag wurde von Volker Gerhardt am 16. April 2009 auch als Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe „Funktionen des Bewusstseins“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gehalten.

Von Prof. Dr. Volker Gerhardt

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