Redaktion

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Die Redaktion von Solon-line stellt sich vor (alphabetische Reihenfolge)

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Patrick Grete, Physiker, Web-Techniker hinter Solon-line; patrick.grete(Adresse geschützt vor Spambots)solon-line.de

Ich habe Physik studiert, da ich an den naturwissenschaftlichen Grundlagen von allem was existiert interessiert bin. Diese Grundlagen kann man nicht ohne Mathematik und Philosophie ergründen, weshalb ich seit 2000 auch mit Philosophen und Naturforschern wie Platon, Leibniz, Kant, Mach und zuletzt Cohen beschäftige – aber auch zeitgenössische Autoren wie Jiddhu Krishnamurti und Robert Pirsig gehören dazu. Dabei interessiert mich der fruchtbare Austausch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Lassen sich Trennlinien finden, gibt es gemeinsame Arbeitsweisen und ist eine Übersetzung zwischen den Disziplinen möglich? Professionell habe ich mich als promovierter Diplom-Physiker über ein halbes Jahrzehnt mit nicht-linearer Dynamik, Festkörpertheorie und Beschleunigerphysik beschäftigt. Dennoch blieb die zentrale Frage nach einem sinnvollen und vernünftigen Weltbild und den Menschen in der Welt (inklusive des Zusammenlebens) – verknüpft mit der Einsicht, dass dieses „Bild“ dynamisch ist und jede Form von endgültiger Antwort (sei ihre Erscheinungsform ein Ismus, eine politische Ideologie oder eine dogmatische Religion) fehl gehen muss. Das ist der Hintergrund zu meinen beiden Leitsprüchen für meine Arbeit bei Solon-line:

  • Wer auf eine Frage eine endgültige Antwort gibt, hat in den meisten Fällen die Dimension der Frage nicht verstanden.
  • Sowie: Es ist das Kennzeichen einer jeden Ideologie, dass sie einen an einem bestimmten Punkt daran hindert weiterzudenken.

Die Frage muss immer wieder neu gestellt werden und von immer neuen und immer wieder anderen Seiten beleuchtet werden. Wird die Suche zur Sucht, so lautet die Droge häufig „Ideologie“, die, wie andere Drogen auch, den Süchtigen selbstbezogen macht und eine wahre Begegnung mit dem Anderen verhindert. Eine der vielen spannenden Themen, wo diese Dynamik und die Gefahr der Erstarrung deutlich zu Tage treten ist in der Informationssicherheit zu sehen. Die Frage nach Sicherheit stellt sich jeden Tag neu. Wer glaubt sie endgültig beantwortet zu haben, wurde gestern schon gehackt. Und wie verhält sich Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zur Sicherheit? Und was macht die Technik mit dem Menschen, mit seiner Sprache, mit seiner Art für sich und miteinander zu leben?

An der Arbeit bei Solon-line schätze ich, dass unterschiedliche Personen mit jeweils eigener Sensibilität für solche lebendigen Prozesse mit jeweils eigener Herangehensweise zusammenkommen – bisweilen wird so ein echter transmethodischer Diskurs möglich. Ich freue mich auf Beiträge von Autoren mit naturwissenschaftlichen und (natur)philosophischen Arbeiten, aber auch auf kreative und kritische Beiträge zu aktuellen Themen.

Frank Hahn, freier Autor und Publizist; frank.hahn(Adresse geschützt vor Spambots)solon-line.de

Nach der persönlichen Erfahrung, wie „großer Ideen“, weltanschaulicher Modelle und philosophischer Systeme scheitern könne, habe ich begonnen, nach möglichen Ursachen solch Scheiterns zu forschen – wobei selbstverständlich nicht die Ideen scheitern, sondern jene Menschen, die vorgeben, sich für solche einzusetzen. In den letzten Jahren habe ich mich daraufhin u.a. dem Studium des jüdischen Sprachdenkens gewidmet. Daraus habe ich gelernt, dass eine Befreiung von der Totalität nur gelingen kann, wenn wir bestimmte Fragen stellen, wie z.B. die folgenden; wäre es nicht geboten, die Ich-Zentrierung des philosophischen Denkens durch ein Primat des Du zu überwinden? Sollten wir nicht die Verdinglichung der Sprache als gesellschaftliches oder politisches Problem ersten Ranges wahrnehmen? Bedürfen wir eines anderen Zeitdenkens, das nicht über die Zukunft durch ein nach vorne Schieben der Gegenwart verfügen will? Demnächst wird dazu von mir ein Buch über das Sprachdenken des deutsch-jüdischen Denkers Franz Rosenzweigerscheinen.

Als freier Autor und Publizist werde ich mich auch weiterhin in den Grenzgebieten zwischen Philosophie und Poesie, Ethik und Ästhetik, Sprache, Religion und Politik bewegen, um Fragen wie die oben aufgeworfenen zu stellen. Deswegen habe ich das Online-Journal SOLON mit ins Leben gerufen – als ein Forum des In-Frage-Stellens. Unabhängig davon biete ich in Berlin mit dem Verein Spree-Athen e.V. öffentliche Gesprächsrunden und private Lesekreise in den gleichen Grenzgebieten an.

Reinhard Hildebrandt, Politologe und Buchautor, reinhard.hildebrandt(Adresse geschützt vor Spambots)solon-line.de

Meine Interessengebiete erstrecken sich von der Globalisierungsproblematik bis hin zur Zivilgesellschaft. Abgedeckt wird ebenfalls das große Feld der Staatsanalyse, des Rechts, der Ökonomie und das der Philosophie. Aus meiner Tätigkeit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (Verlagsdruckerei, Gewerkschaften, Universität, öffentliche Verwaltung, Goethe-Institut, DAAD) habe ich die Erfahrung gewonnen, wie isoliert die gesellschaftlichen Sphären voneinander leben und wie notwendig es ist, gebietsübergreifend zu denken, zu handeln und zu publizieren. Neben meiner Redaktionstätigkeit wird das Schreiben von Texten in den verschiedenen Wissensgebieten weiterhin von großer Bedeutung sein. Den Solon zu einem vielgelesenen und beachteten Onlinedienst zu entwickeln, betrachte ich als eine wichtige Aufgabe.

Michael Liebig, Freier Publizist/Diplom Politologe, michael.liebig(Adresse geschützt vor Spambots)solon-line.de

Die langjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist hat mich zweierlei gelehrt: Einerseits das Eingegrenztsein und die (Selbst-)Korrumpierung durch polit-ideologische Vorgaben und finanzielle Abhängigkeit. Anderseits die faszinierende Schnittfläche von Sicherheits- und Wirtschaftspolitik sowie kulturellen Formationen in der multipolaren Welt als Arbeitsschwerpunkt zusammen mit der journalistischen Auslandserfahrung in West-/Osteuropa, USA, Russland, Balkan und Indien.Diese Erfahrungen sind auch der Ausgangspunkt für die Schwerpunktverlagerung hin zum politikwissenschaftlichen Beschäftigung mit der Dialektik von politisch-kultureller Diversität und Interaktion sowie politisch-kultureller Kontinuität und Wandel. Aktuell arbeite ich an dem (Dissertations-)Projekt „Endogene politisch-kulturelle Ressourcen: Kautilyas Arthashastra und die strategische Kultur Indiens“. Daneben gilt mein besonders Interesse den (politikwissenschaftlichen) Intelligence Studies, wobei der Fokus die Methodik der Intelligence Analysis/Auswertung ist.