Denken mit Glissant – Poesie und Philosophie der Vielfalt aus karibischer Sicht

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Ein Jahr vor seinem Tod wurde ein Film über den karibischen Dichter, Essayisten und Philosophen Edouard Glissant (1928 – 2011) gedreht, der nun in voller Länge im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ gezeigt wurde. Anschließend gab es ein Gespräch zwischen dem Regisseur Diawara Manthia und dem Schriftsteller Mukoma Wa Ngugi, das von Barbara Wahlster vom Deutschlandradio moderiert wurde. Der Autor hat seine Eindrücke zu diesem Abend im Folgenden zusammengetragen.

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Cecile Wajsbrots „Die Köpfe der Hydra“: von der Scham des Überlebens und der Abwesenheit der Sprache

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Die Schriftstellerin Cecile Wajsbrot, als Tochter polnischer Juden in Frankreich geboren und aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren wechselweise in Paris und Berlin. Dort hat sie Ende März ihr neuestes Buch „Die Köpfe der Hydra“ – erschienen 2012 im Verlag Matthes und Seitz – einem breiteren Publikum vorgestellt. Von Frank Hahn

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Rezension: Thomas Harlan, Veit.

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Thomas Harlan, Veit. Unter Mitarbeit von Jean-Pierre Stephan und Sieglinde Geisel, Rowohlt Verlag, Reinbek, 156 Seiten, 17,95 € Von Bettina Klix

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Das Unbegründete nicht vergessen

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Gedanken zum Anti-Semitismus heute und gestern Wie anti-semitisch ist unsere Gesellschaft noch oder schon wieder? Die Frage wird gerade in diesen Wochen verstärkt aufgeworfen – Antworten aber, die sich als offen zu haltende Fragen läsen, gehen im Getöse des Meinungsstreits unter oder werden erst gar nicht ausgesprochen. Wir wagen an dieser Stelle zumindest einen Zwischenruf zum Thema – unter Bezugnahme auf Überlegungen des Philosophen Jean-Francois Lyotard.

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Unendliche Fäden aus einem Knäuel gezogen – Jahresrückblick 2011

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Man kann sich gegen Ende des Jahres 2011 kaum vor Jahresrückblicken retten. In selbigen werden aber eher konstruierte Zusammenhänge gezeigt: So sieht man dann innerhalb einer Minute Bilder von der Strahlung in Fukushima und dem strahlenden Glamour der Hochzeit von Prinz William und Kate. Trivialerweise ist richtig, dass in 2011 viel passiert ist in Deutschland, in Nordafrika, im Nahen Osten, in Japan, aber auch in unserem Denken und unseren „Werten“, wo vieles was in 2010 noch als wichtig erachtet wurde, unwichtig oder gar falsch geworden ist. Es gab so viele Fäden, nicht nur rote, an die man in Texten anknüpfen könnte, aus denen man Texturen schaffen könnte und sie bilden ein echtes Knäuel. Wir wollen hier gar nicht versuchen, alle Fäden abzuwickeln und zu einem einheitlichen, gar abgeschlossenen, Bild zu weben, aber wir wollen einige Fäden herausziehen. Denn es lohnt auch der ausschnitthafte Blick zurück auf 2011, von dem wir hier einen möglichen skizzieren und damit unsere Leserinnen und Leser zum eigenen Weben anregen wollen.

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Die Gewalt der Positivität – zu Byung-Chul Hans Buch „Topologie der Gewalt“

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Der vor allem durch seine Bücher „Was ist Macht“ und „Müdigkeitsgesellschaft“ bekannt gewordene Professor für Philosophie und Medientheorie Byung-Chul Han hat nun mit der „Topologie der Gewalt“ eine ungewöhnlich mutige Kritik der spätmodernen Leistungsgesellschaft verfasst. Der aus Korea stammende und heute in Karlsruhe lehrende Han traut sich u.a., der Gewalt der Transparenz nachzuspüren, wie sie sich in der zunehmend vernetzten und digitalisierten Welt manifestiert. Von Frank Hahn

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Braucht Deutschland ein Zentrum für verfolgte Schriftsteller, Künstler und Mu­siker?

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Auf einer Tagung des Moses-Mendelssohn-Zentrums zum jüdischen Kulturerbe hielt Prof. Dr. Jakob Hessing (s. Bild) aus Jerusalem am 27. Oktober 2011 im Berliner Centrum Judaicum die folgende Rede. Hessing arbeitet als Schriftsteller und leitet die germanistische Abteilung der Hebräischen Universität Jerusalem (http://pluto.huji.ac.il/~jhessing/). Die Überschrift seines Vortrags verweist auf die Bemühungen um den Aufbau eines „Zentrums der verfolgten Künste“, wie es namentlich von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft (http://www.exil-zentrum.de/ sowie http://www.exil-club.de/ ) seit Jahren gefordert wird. Aber auch die Nobelpreisträgerin Herta Müller hat sich in letzter Zeit mehrfach öffentlich für ein Museum des Exils eingesetzt (eine Kurzinfo dazu ist nach dem Redetext zu finden). Hessings Vortrag greift diese Bemühungen auf, um sie jedoch in den weiteren Zusammenhang einer Betrachtung zum Verhältnis von Macht und Kunst hinüberzuführen. Dabei ist es ihm gelungen, diese uralte Frage der Menschheit – wie nämlich die Kunst sich gegenüber der Macht behaupten kann – aus der gleichzeitigen Perspektive biblischer und moderner Zeiten sowie poetischer, religiöser und philosophischer Annäherungen lebendig werden zu lassen. Von Prof. Dr. Jakob Hessing

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Der „Holocaust des Kaisers“ immer noch Tabu? Wie stellt sich Deutschland dem Völkermord an Herero und Nama ?

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Weder in den Schulbüchern noch im kollektiven Gedächtnis ist der zwischen 1904 und 1908 verübte deutsche Völkermord an den Herero und Nama präsent. Nun gibt es Hoffnung auf einen Wandel: Ende September hatte eine 73-köpfige Delegation aus Namibia Berlin besucht, um die Schädel von 20 Opfern dieses ersten Völkermords des 20.Jahrhunderts in die Heimat zurückzubringen, nachdem diese Gebeine vor 100 Jahren zu „Forschungszwecken“ an die Berliner Charite gebracht worden waren und hier bis heute lagen. Während das Presseecho größer als erwartet ausfiel, demonstrierte die Bundesregierung jedoch arrogante Gleichgültigkeit. Organisiert und begleitet wurde das Besuchsprogramm von einem breiten zivilgesellschaftlichen Aktionsbündnis, zu dem sich insgesamt acht Organisationen zusammengeschlossen hatten, u.a. AfricAvenir e.V. und der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag. Die Besonderheit dieses Bündnisses lag darin, dass hier Gruppen aus verschiedenen afrikanischen Herkunftsländern mit Afrodeutschen und Deutschen eine gemeinsame Plattform gefunden hatten.

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Rezension: Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem

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Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem von Bettina Klix 50 Jahre nach Beginn des Prozesses gegen Adolf Eichmann in Jerusalem im April 1961 eröffnete im Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin eine Sonderausstellung. Die klug konzipierte Schau zeigte mit ihren sorgsam ausgewählten Filmbildern und Originaltönen lieber zu wenig als zu viel von diesem Ausnahme-Prozess.

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Erbschaft unserer Zeit und Bericht an die Welt: Zu Ernst Bloch und Jan Karski

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Die Berliner Schriftstellerin Bettina Klix ist u.a. durch ihre treffenden und kurzen Rezensionen von Filmen und auch Büchern bekannt. Aus letzteren veröffentlichen wir zwei, die thematisch verflochten sind, da sie anhand der Autoren Ernst Bloch und Jan Karski die Entstehung der Nazi-Diktatur sowie ihre Folgen behandeln. Von Bettina Klix

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