Der Dual der Erlösung. Zur Genealogie des Wir bei Rosenzweig

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Der jüdische Sprachdenker Franz Rosenzweig wird äußerst selten mit dem Spachforscher Wilhelm von Humboldt in Verbindung gebracht. Im folgenden Beitrag wird Rosenzweigs Bezug auf Humboldt am Beispiel der grammatischen Form des Dualis erörtert, die neue Perspektiven eröffnet, ein gemeinschaftsbildendes Wir nicht in totalitären kollektiven Ideologien enden zu lassen. Die Autorin lehrt Sprachwissenschaften an der La Sapienza Universität in Rom sowie Jüdische Philosophie am Collegio Rabbinico Italiano der Hebräischen Universität Jerusalem. Von Prof. Dr. Donatella Di Cesare

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Dialog oder Monolog? Universalität und Individualität bei Wilhelm von Humboldt

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Aus Anlass des 175. Todestages Wilhelm von Humboldts veranstaltete die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Anfang April eine internationale Tagung unter dem Titel „Wilhelm von Humboldt: Universalität und Individualität“, die gleichzeitig einen von mehreren Beiträgen der Akademie zum Berliner Wissenschaftsjahr 2010 ausmachte. Dabei traten ganz unterschiedliche Zugänge zu Humboldts Werk und Ideen zu Tage – ein Hinweis auf die Vielschichtigkeit unserer eigenen Geistestradition zwischen dialogischem und monologischem Denken, der nachzuspüren es ermöglichte, auch manche aktuelle Fragen aus neuem Blickwinkel zu beleuchten.

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Back to the Future: The Humboldt University System & the “Bologna Reforms”

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The most important production factor in any economy is the quality of its labour force, which decisively depends on the quality of primary, vocational and higher education. The key criterion for the quality of university education is whether it provides students with the intellectual capacity to contribute to the generation of scientific and technological innovations. The Humboldt university system, with its characteristic symbiosis of teaching and research, has that quality. But in 1999, the “Bologna reforms,” subjecting German universities to American “management methods,” were launched. These “reforms” have undermined the foundations of both the university system itself and the German economy.

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200 Jahre Berliner Universität: Was ist von Humboldt noch zu lernen?

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Die Berliner Humboldt-Universität feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Damit werden wir an das wegweisende, reformerische Bildungskonzept ihres Gründers Wilhelm von Humboldt erinnert, das über Berlin hinaus weltweit Nachahmer fand. Insofern sind auch die Feierlichkeiten der nächsten 15 Monate ein Thema, das nicht nur Berlin betrifft, sondern die bildungspolitische Diskussion dieser Tage mit Humboldts Ideen bereichern könnte. Der Eröffnungsfestakt am 12. Oktober begann dementsprechend wegweisend mit einer Debatte zur Frage: „Was ist von Humboldt noch zu lernen?“

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Anders zur Welt kommen — im Humboldt-Forum Berlin

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Seit über einem Jahr begleiten wir bei solon-line.de die Diskussion über das Berliner Humboldt-Forum. In diesem Sommer wird nun – nach Beendigung des Architektenwettbewerbs sowie der endgültigen Räumung des Schlossplatzes – der breiteren Öffentlichkeit das Thema Humboldt-Forum präsentiert. Am 8.Juli wurde im Alten Museum die Ausstellung „Anders zur Welt kommen“ eröffnet, in der man Idee und Konzeption des Humboldt-Forums im „Werkstattblick“ zu sehen bekommt. Parallel dazu haben der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sowie der ehem. Kultursenator Thomas Flierl im Verlag Theater der Zeit ein Buch herausgegeben: „Humboldt-Forum Berlin – Das Projekt“. Wir nehmen beides zum Anlass, die Leser von Solon auf den neuesten Stand der Diskussion zu bringen.

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Zusammendenken und Zusammenleben. Alexander von Humboldt als Herausforderung für das Humboldt-Forum

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„Alles ist Wechselwirkung“ lautet eines der Axiome im Wissenschaftsverständnis Alexander von Humboldts, mit dem er gegen jegliches Systemdenken auftrat. Wechselwirkung zwischen Natur und Kultur, zwischen verschiedenen Kulturen und Zivilisationen, zwischen diversen Wissenschaften, Kunst und Geschichte – diesen Gedanken angemessen auszuschöpfen und aufzufüllen, wäre der Weg zu einer modernen, globalen Weltgesellschaft des 21.Jahrhuderts. Damit beschäftigt sich vorliegender Aufsatz von Ottmar Ette, dem wohl zur Zeit renommiertesten Alexander von Humboldt Forscher in deutscher Sprache. Ette ist seit 1995 Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Neben zahlreichen Gastdozenturen in verschiedenen Ländern Lateinamerikas sowie in den USA war er 2004-2005 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seine Buchpublikationen zum Thema Alexander von Humboldt umfassen u.a. A.v.Humboldt: Reise in die Äquinoktial-Gegenden (1991), Weltbewusstsein. Alexander von Humboldt und das unvollendete Projekt einer anderen Moderne (2002) sowie Alexander von Humboldt und die Globalisierung (2009). Von Ottmar Ette

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„Alexander von Humboldt und die Globalisierung“ – eine Buchbesprechung

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Rechtzeitig zum 150.Todestag Alexander von Humboldts ist das neueste Buch des renommierten Humboldt-Forschers Ottmar Ette „Alexander von Humboldt und die Globalisierung“ erschienen. Der Leser lernt Humboldt nicht nur aus ganz neuer und eigener Perspektive kennen, sondern wird gleichzeitig herausgefordert, Humboldt aus der Rolle des halb vergessenen „letzten Universalgelehrten“ zu befreien, um mit ihm tätigen und lebendigen Umgang zu pflegen, den Verästelungen und Verflechtungen seines Denkens – MOBILE DES WISSENS – zu folgen, damit die heutige Phase der Globalisierung friedvoll gestalten werden kann.

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Vielfalt – Individualität – Gesetz: Wilhelm von Humboldts politische Theorie

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Die politische Theorie Wilhelm von Humboldts unterscheidet sich von anderen Denkern darin, dass er vom Menschen und nicht vom Staat, vom Vertrag oder vom Naturrecht ausgeht. Gerade diese Freiheit seiner denkerischen Bewegung hilft uns Heutigen, manch festgefahrener Diskussion im Politischen eine überraschende Wendung und einen erfrischenden Neustart zu geben. Der vorliegende Text von Roberta Pasquare, Doktorandin der Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin sowie der Universität La Sapienza in Rom, ist die ausführliche Version eines Vortrags, den sie am 18.Februar in Berlin vor der Vereinigung Spree-Athen e.V. gehalten hat.

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Informationsflut und Sprache: wird uns bald hören und sehen vergehen?

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Sprache ist nicht Information, auch wenn dies in der „Informationsgesellschaft“ häufig behauptet wird. Wir drohen manches Mal, in der Informationsflut zu ertrinken, und gleichzeitig verarmt unsere Sprache zusehends, wie man am öffentlichen Gebrauch von „Plastikwörtern“ sehen – oder besser – hören kann. Weil das Denken vom Sprechen abhängt, ist dringend ein Bewusstseinswandel geboten bzw. ein besseres Verständnis, was Sprache eigentlich sei. Vom Ursprung der Sprache, von Plastikwörtern und von großen Sprachdenkern wie Humboldt, Herder oder Liebrucks handelt der folgende Text, der als Vortrag in Berlin am 16.Oktober 2008 vor dem Verein „Spree-Athen e.V.“ gehalten wurde.

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Das Humboldt – Forum in Berlins Mitte als Ort des Zuhörens und der Katharsis?

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„Was erwartet die Welt vom Humboldt-Forum?“ – unter diesem Motto fanden in den letzten beiden Monaten in Berlin zwei Veranstaltungen der „Initiative Humboldt-Forum“ an symbolträchtigen Orten wie der Rotunde des Alten Museums sowie im Neubau der Akademie der Künste am Brandenburger Tor statt. Der japanische Philosoph Ohashi sowie der ehemalige UNO-Generalsekretär Boutros Boutros Ghali waren eingeladen, um die Frage nach der Erwartung an das Humboldt-Forum zu beantworten. Im November soll der Architekturwettbewerb um die innere Gestaltung des Berliner Schlosses entschieden sein, so dass die Debatte um das Konzept des Humboldt-Forums in die nächste Runde gehen kann. Damit richtet sich die Frage an die Welt gleichermaßen an uns alle – an die Menschen in Berlin, Deutschland und Europa.

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