Der Geist von Al-Andalus – Liebe in Zeiten der Furcht Das Sufi-Festival aus Fès in Berlin

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Mitte August fand über drei Tage in Berlin zum ersten Mal eine europäische „Ausgabe“ des Festival de la Culture Soufie de Fès statt, bei dem die zahlreichen Besucher einen ganz „anderen“ Islam erleben konnten.

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Plurale Ökonomie – Reichtum, Entfaltung und Fülle in Zeiten der Krise

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In seinem neuen Buch zur „Pluralen Ökonomie“ zeigt Rudolf zur Lippe Wege auf, wie die ökonomische Theorie und die öffentliche Debatte zu Fragen der Wirtschaft aus ihrer einseitigen Verengung auf Optimierungsstrategien, Input-Output-Modelle und Kosten-Nutzen-Analysen zu befreien wären und der Entfaltung des Lebens mehr Raum zu geben wäre. (Rudolf zur Lippe: „Plurale Ökonomie – Streitschrift für Maß, Reichtum und Fülle“, Verlag Karl Alber, Freiburg 2012).

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Denken mit Glissant – Poesie und Philosophie der Vielfalt aus karibischer Sicht

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Ein Jahr vor seinem Tod wurde ein Film über den karibischen Dichter, Essayisten und Philosophen Edouard Glissant (1928 – 2011) gedreht, der nun in voller Länge im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ gezeigt wurde. Anschließend gab es ein Gespräch zwischen dem Regisseur Diawara Manthia und dem Schriftsteller Mukoma Wa Ngugi, das von Barbara Wahlster vom Deutschlandradio moderiert wurde. Der Autor hat seine Eindrücke zu diesem Abend im Folgenden zusammengetragen.

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Die Rolle der Tragödie in der zeitgenössischen Philosophie – Über die ethisch-politische Dimension tragischer Erfahrung

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Dem Athen des 5. Jahrhundert v. Chr. verdanken wir zwei kulturelle Ereignisse, deren globaler Erfolg bis heute nicht zu überschätzen ist: die Tragödie und Sokrates. Die zeitnahe Entstehung argumentativ operierender Philosophie und dramatischer Kunst in der attischen Polis ist keine zufällige Koinzidenz. Vielmehr entwickelt sich die philosophische Reflexion des platonischen Sokrates, Mitbürger und Gesprächspartner von Sophokles und Euripides, in Konkurrenz zur Kunst der Tragödie, die sie einerseits mit einer inhaltlichen, insbesondere ethisch-politischen Kritik und andererseits durch eine Transformation des Dramas in den Dialog abzulösen beansprucht.1 Richtet sich die inhaltliche Kritik gegen den von der Tragödie vorgeführten Bruch zwischen dem gutem, im sozialen Zusammenhang der Polis sich behauptenden Leben und der es leitenden Rationalität, nimmt die Form der platonischen Philosophie das Dialogische auf, um es von seiner bis zur Peripethie zugespitzten Dramatik und der Funktion des Chores zu trennen. Beides, die inhaltliche Kritik an der Tragik der Tragödie und die Auflösung der Tragödie in den Dialog und seine sich „diesseits von Tragik und von Komik“2 entfaltende Dialektik, hat nach Platon allerdings nicht zur endgültigen Aufhebung der Tragödie oder zu ihrem seit Nietzsche mehrfach proklamierten „Tod“3 durch Reflexion geführt.4 Von Asmus Trautsch

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Braucht Deutschland ein Zentrum für verfolgte Schriftsteller, Künstler und Mu­siker?

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Auf einer Tagung des Moses-Mendelssohn-Zentrums zum jüdischen Kulturerbe hielt Prof. Dr. Jakob Hessing (s. Bild) aus Jerusalem am 27. Oktober 2011 im Berliner Centrum Judaicum die folgende Rede. Hessing arbeitet als Schriftsteller und leitet die germanistische Abteilung der Hebräischen Universität Jerusalem (http://pluto.huji.ac.il/~jhessing/). Die Überschrift seines Vortrags verweist auf die Bemühungen um den Aufbau eines „Zentrums der verfolgten Künste“, wie es namentlich von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft (http://www.exil-zentrum.de/ sowie http://www.exil-club.de/ ) seit Jahren gefordert wird. Aber auch die Nobelpreisträgerin Herta Müller hat sich in letzter Zeit mehrfach öffentlich für ein Museum des Exils eingesetzt (eine Kurzinfo dazu ist nach dem Redetext zu finden). Hessings Vortrag greift diese Bemühungen auf, um sie jedoch in den weiteren Zusammenhang einer Betrachtung zum Verhältnis von Macht und Kunst hinüberzuführen. Dabei ist es ihm gelungen, diese uralte Frage der Menschheit – wie nämlich die Kunst sich gegenüber der Macht behaupten kann – aus der gleichzeitigen Perspektive biblischer und moderner Zeiten sowie poetischer, religiöser und philosophischer Annäherungen lebendig werden zu lassen. Von Prof. Dr. Jakob Hessing

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Das Denken zum Tanzen bringen – neue Einsichten zur Philosophie des Wandels und der Bewegung

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Mit seinem neuen Buch zur Philosophie des Wandels und der Bewegung möchte Rudolf zur Lippe unser Denken zum Tanzen bringen. Der Autor, der von 1974 bis 2002 als Professor für Sozialphilosophie und Ästhetik an der Universität Oldenburg lehrte, hat bereits zahlreiche Bücher zu den Themen „Sinnenbewusstsein“, „Am eigenen Leibe“, „Entfaltung der Sinne“ etc. verfasst. Bekannt ist der in Berlin und Hude lebende Philosoph, Künstler und Ausstellungsmacher nicht zuletzt für die „Karl Japsers Vorlesungen zu Fragen der Zeit“, in denen er über 15 Jahre lang Denker aus Europa, Asien und Afrika in Hude zum gemeinsamen Gespräch eingeladen hatte. Das transkulturelle Philosophieren sowie seine zahlreichen anderen Projekte aus dem Bereich der Kunst konzipiert er im Rahmen seiner Stiftung „Forum der Kulturen“. Die folgende Rezension seines neuesten Buches wurde nicht zuletzt von der mitreißenden Präsentation desselben im Berliner Radialsystem V angeregt, die aus einem Gespräch des Autors mit dem japanischen Philosophen Ryosuke Ohashi und der international renommierten Choreographin Sasha Waltz bestand.

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Miteinander der Kulturen: Eine andere Aufklärung – ein Symposion in Berlin

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Im Rahmen des Berliner Wissenschaftsjahres 2010 fand am 30.Juni ein Symposium zum Thema „Miteinander der Kulturen: eine andere Aufklärung“ statt, das gemeinsam von Spree-Athen e.V. und der Initiative Humboldt-Forum veranstaltet wurde. Es sollten dabei Ansätze zu anderen als nur „wissenschaftlichen“ Formen des Wissens, also sinnlichem, gestischem, ästhetischem und ethischem Wissen in einem Lernen der Kulturen von und miteinander erprobt werden. Dazu waren sieben außergewöhnliche zeitgenössische Denker aus Asien, Europa und Afrika zusammengekommen, die ihre Beiträge als Ansätze einer „Aufklärung der Aufklärung“ verstanden wissen wollten. Zweifelsohne trug dieses Symposium über den Rahmen des Berliner Wissenschaftsjahres hinaus auch zu einer Begegnung verschiedener Denkstile jenseits der oft zu eng gefassten europäischen Selbstreflexion bei. Dass diese Begegnungen in einer multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts, die zunehmend asiatisch und afrikanisch geprägt sein wird, von eminenter Bedeutung für das friedliche „Miteinander der Kulturen“ sind, bedarf wohl kaum der Erwähnung.

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Das Humboldt – Forum in der Mitte Berlins: Öffnung zur Welt

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In 7 Jahren soll die Mitte Berlins ein neues Gesicht haben: Die Museumsinsel wird mit dem Schlossneubau zum Zentrum für Ausstellungen außereuropäische Kulturen und zur Begegnung Deutschlands und Europas mit der Welt – und sich selbst. Der Name für diese visionäre Aufgabe heißt „Humboldt-Forum“, und ganz im Sinne der Brüder Humboldt soll die Mitte der Hauptstadt der Kultur und nicht der politischen Macht gehören. Das Hinhören auf den Anderen und das Erkunden der Welt als Begegnung eigenen Verstehens könnte auch ein neues Verständnis von Staat und Gesellschaft in der Welt von morgen bedingen. Die Debatte um das Humboldt-Forum hat längst begonnen und sollte die Menschen hierzulande aufhorchen lassen und zur Teilnahme ermuntern.

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Preussens Kulturblüte — Modell für heute? Ein Salonabend in der Akademie der Wissenschaften

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Ein Salonabend der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Mitte Berlins für fast 2000 Menschen − da denkt man an Großveranstaltung und nicht an Salon. Und doch ist es der Akademie der Wissenschaften zum dritten Mal in ihrem „Salon Sophie-Charlotte“ gelungen, mit Lesungen, Musik, wissenschaftlichen Vorträgen und Ausstellungen auf fünf Stockwerken so etwas wie eine Salonatmosphäre herzustellen. Auch bei Rahel Varnhagen war zu Zeiten der Andrang groß und der Raum eng. Am 19. Januar wurde sechs Stunden lang gelesen, musiziert und referiert − dieses Mal zum Thema Preußen. Und während ein öffentlicher Salon für 2000 Leute noch als Sensation erscheinen mag, dann gilt dies für das Thema Preußen wohl weniger. Allerdings hatte die Behandlung dieses Themas singulären Charakter und kündet eher von Neuem als von Vergangenem, vermittelt nicht simple bildungsbürgerliche Behaglichkeit, sondern Aufbruch und frischen Wind. Wer an dieser Stelle neugierig werden sollte, dem empfehlen wir: Weiterlesen.

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Humboldt ist tot – es lebe Humboldt

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Im Rahmen des „Jahres der Geisteswissenschaften“ veranstaltete der Deutsche Kulturrat am 26.09. und 27.09.2007 in Berlin einen Kongress unter dem Titel „Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler“. Unterstützt wurde der Kongress vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Gerda Henkel Stiftung. Das Kulturbüro der EKD stellte als Kooperationspartner die Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt als Tagungsort zur Verfügung. In diesem kulturhistorisch ansprechenden Ambiente wurde diskutiert, wie sich der Kulturbereich als Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler verändert, welche Qualifikationen von Geisteswissenschaftlern erwartet werden und welche Beschäftigungsmöglichkeiten es gibt. von Maria Schmitz

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