Schillers Jungfrau von Orleans

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In der „Jungfrau von Orléans“ sind verschiedene Ebenen ineinander verwoben. Obwohl sich Schiller in diesem Drama so weit wie in keinem anderen von der Geschichte entfernt, existiert dennoch die historische Jeanne d’Arc. Selbstverständlich gibt es den Bezug auf die politische Situation und die Ereignisse zu Schillers Lebzeit und die Bezüge zur Literatur und Philosophie. Das Drama gilt wohl deswegen als schwierig, weil keine dieser Ebenen überbewertet oder verkürzt werden darf, wenn man versucht, Schillers Wirken und Absicht als Künstler zu verstehen. Dieses wird in dem folgenden Aufsatz versucht.

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Verwirklichende Räume. Poetik und Raumkonzeption bei Paul Celan und Martin Buber

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Kann Poesie Räume verändern oder schaffen – und damit eine neue Wirklichkeit entstehen lassen? Der Versuch einer Antwort führt auf das dialogische Prinzip, das wahre Poesie zur Sprache bringt. Zwei jüdische Denker, ein Dichter (Paul Celan) und ein Philosoph (Martin Buber), begegnen sich in dem Bemühen, die Wirklichkeit aus der Ich-Du-Beziehung neu zu gewinnen. Das Gedicht wird als Selbstbegegnung durch die Begegnung mit dem anderen verstanden – nur aus dem Du heraus kann das Ich wahres und aufrechtes Ich werden. Der Philosoph möchte einen neuen Zugang zum Raum als Wirklichkeit erschließen, wobei er ebenfalls das Dialogische dafür als grundlegend erkennt. Von Dr. Marko Pajevic

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Der Dual der Erlösung. Zur Genealogie des Wir bei Rosenzweig

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Der jüdische Sprachdenker Franz Rosenzweig wird äußerst selten mit dem Spachforscher Wilhelm von Humboldt in Verbindung gebracht. Im folgenden Beitrag wird Rosenzweigs Bezug auf Humboldt am Beispiel der grammatischen Form des Dualis erörtert, die neue Perspektiven eröffnet, ein gemeinschaftsbildendes Wir nicht in totalitären kollektiven Ideologien enden zu lassen. Die Autorin lehrt Sprachwissenschaften an der La Sapienza Universität in Rom sowie Jüdische Philosophie am Collegio Rabbinico Italiano der Hebräischen Universität Jerusalem. Von Prof. Dr. Donatella Di Cesare

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Lebensprozess und Mitteilung: Bewusstsein als Organ des Menschen

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Die Frage nach dem Bewusstsein stellt uns – gerade angesichts eines manchmal überzogenen Anspruchs der Neurowissenschaften – vor nicht geringere philosophische Schwierigkeiten als die nach dem Leben. Volker Gerhardt, der an der Berliner Humboldt-Universität Philosophie lehrt (Web-Präsenz), scheut die Erörterung dieser Fragen schon deswegen nicht, weil er der Versuchung endgültiger Antworten widersteht und also Fragen offen lässt. In vorliegendem Text überrascht Gerhardt zunächst mit der These vom Bewusstsein als einem „Organ“. Die noch überraschendere Beobachtung jedoch hebelt die scheinbar gängige – in Wahrheit von Internalismus und Idealismus verbreitete – Vorstellung vom Bewusstsein als Ausdruck einer „autistischen Binnensphäre des Selbstbewusstseins“ aus, denn für Gerhardt ist das Bewusstsein unser „Organ der Welterschließung“. Dass diese nur in der „Öffnung für anderes und Andere“ gelingen kann und so das Ich allein durch seinen Bezug zu einem Du Sinn bekommt, leuchtet unmittelbar ein, ist jedoch im philosophischen Diskurs nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Gerhardt spannt denn auch den Horizont der Fragestellung viel weiter auf, indem er nach dem wechselweisen Bezug von Subjektivität und Objektivität, Individualität und Universalität, privatem und öffentlichem Leben in ihrer jeweiligen Verbindung und Abgrenzung sucht. Der vorliegende Beitrag wurde von Volker Gerhardt am 16. April 2009 auch als Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe „Funktionen des Bewusstseins“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gehalten. Von Prof. Dr. Volker Gerhardt

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Was vorüber schien, beginnt: zur Neugründung der Moses-Mendelssohn -Stiftung

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80 Jahre nach Gründung der ersten Moses-Mendelssohn-Stiftung zur Förderung der Geisteswissenschaften fand im Anhaltinischen Theater zu Dessau am 6. September 2009 die Feier zur Neugründung dieser Stiftung statt, die den Namen des großen jüdischen Aufklärers, Philosophen und Menschenfreundes trägt. Auch dies ist ein Erfolg, der auf das jahrelange geduldig-ungeduldige Bemühen von Eva Engel-Holland – der Herausgeberin der Mendelssohn Jubiläumsausgabe – zurückgeht.

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Was ist Leben? – Volker Gerhardt und die Philosophie in der Mitte Berlins

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Volker Gerhardt feierte im Juli seinen 65. Geburtstag, ihm zu Ehren erschien bei Duncker und Humblot eine Festschrift seiner Schüler mit dem Titel „Was ist Leben?“. Nicht nur wird hier einer der herausragenden Philosophen unserer Zeit (LINK) gewürdigt, sondern wir erfahren auch etwas über das Leben der Philosophie im heutigen Berlin, wo Gerhardt seit 1993 Philosophie an der Humboldt-Universität lehrt. Wer sich ein Urteil über Denkwege in der zeitgenössischen Philosophie erlauben möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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„Exemplarisches Denken“ – eine Buchbesprechung

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Anfang 2009 erschien im Münchner Wilhelm Fink Verlag unter dem Titel „Exemplarisches Denken“ eine Sammlung mit Aufsätzen und Essays des Philosophen Volker Gerhardt. Die Texte zur Ethik, Politik und Philosophie stammen aus den Jahren 2000 – 2008 und sind alle in der Zeitschrift „Merkur“ veröffentlicht worden. Wer Gerhardt, Professor für praktische Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin nur als Interpreten Kants oder Mitglied des Nationalen Ethikrats kennt, wird angesichts der Vielseitigkeit seiner Themen und Denkbewegungen überrascht sein.

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Die Autonomie der Politik – auch ein Kapitel zur Kritik der Politischen Theologie

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Wenn es um den Zusammenhang von Politik und Moral geht, wächst die Begriffsverwirrung heutzutage rasch zum scheinbar unauflösbaren Knäuel. Spätestens seit dem 11. September 2001 wird in der öffentlichen Diskussion auch noch die „Rückkehr des Religiösen“ behauptet. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum das Thema der Politischen Theologie offenbar noch immer oder erneut aktuell ist. Der Philosoph Volker Gerhardt bezieht dezidiert Position gegen eine Begründung des Politischen aus der Theologie und für die Autonomie der Politik, um damit gleich diverse ineinander verschlungene Knäuel aufzulösen. Dabei führt er uns von aktuellen Fragestellungen bis zur Antike und wieder zurück. Volker Gerhardt, der an der Humboldt-Universität seit 1992 Praktische Philosophie lehrt (www.philosophie.hu-berlin.de/institut/lehrstuehle/politik/mitarbeiter/gerhardt ), und als Autor zahlreicher Bücher und Essays zu den meistgelesenen Philosophen der Gegenwart gehört, hielt den folgenden Vortrag am 8.Juli 2008 in Berlin im Literaturhaus vor dem Verein Spree-Athen e.V. von Prof. Dr. Volker Gerhardt

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Buchbesprechung: Gesucht: ein Mendelssohn heute

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Eva Engel ist Herausgeberin der 42-bändigen Jubiläumsausgabe von Mendelssohns Gesammelten Schriften (1972 – 2006) und arbeitet an der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Seit beinahe 40 Jahren hat sie ihr Leben als Wissenschaftlerin und Forscherin Moses Mendelssohn gewidmet. von Prof. Dr. Eva J. Engel

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Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schiller: Der Wallenstein-Brief und die Sprachphilosophie

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Die Hauptinitiatorin des Humboldt-Forums Christine von Heinz, beschäftigt sich im folgenden Text mit der Entstehungsgeschichte der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts. Häufig übersehen, doch bestens dokumentiert, ist dabei der Bezug zu Schillers Wallenstein. Ein wichiger geisteswissenschaftlicher Beitrag, der gut zum Geburtstag Wilhelm von Humboldts (22. Juni), zum wiedererwachten Interesse an klassischen Themen sowie der Debatte um das Humboldt-Forum paßt. von Christine von Heinz

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