Hängt nicht alles am Und? Ein vernehmlicher Einspruch gegen das grausame Entweder-Oder Bericht von der Internationalen Rosenzweig Konferenz in Rom

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Immer auf Wanderschaft, so sieht sich die Internationale Rosenzweig-Gesellschaft selbst; ihre Zelte schlägt sie alle zwei Jahre in irgendeiner gastfreundlichen Stadt auf, dieses Mal – im Februar 2017 – in Rom. Und eben hier haben vier Tage lang über 90 Referenten aus 14 Ländern sich wieder einmal dem Werk und dem Leben des deutsch-jüdischen Denkers

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Vom Denken des Ursprungs zum Sprachdenken: Hermann Cohen und Franz Rosenzweig

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Immer wieder gilt es zu erinnern, welchen Verlust das deutsche und europäische Geistesleben durch Vertreibung und Vernichtung der Juden unter der NS-Diktatur erlitten hat. Die Namen Hermann Cohen und Franz Rosenzweig sind unter Philosophen natürlich bekannt, aber die Bedeutung dieser jüdischen Denker im Kontext unserer Geistesgeschichte wird selten in der Tiefe gewürdigt und verstanden. Frank Hahn hat in einem philosophischen Kolloquium an der Humboldt-Universität Berlin über die Bedeutung des Infinitesimalen bei Hermann Cohen und das Sprachdenken von Franz Rosenzweig gesprochen. In der jüdischen Denkwelt hat das gesprochene Wort eine gleich große Bedeutung wie das geschriebene Wort, verhindert das Sprechen im Augenblick doch das Erstarren des Denkens in Dogmen und abgeschlossenen Systemen. Das Sprachdenken Rosenzweigs will zu dieser Methodik des Nicht-Systemdenkens vordringen und die Dynamik des Lebens, das sich immer im Jetzt und immer wieder neu vollzieht, besser erfassen. Die jeweilige Öffnung des Systems und die Dynamisierung der Begriffe war auch Cohens Anliegen, jedoch mithilfe der Mathematik und nicht der Sprache. Die Verwandtschaft mancher Aspekte des jüdischen Denkens mit der ostasiatischen Gedankenwelt unterstreicht die Aktualität der Themen – schließlich wird das Bedürfnis nach einem Gespräch der Kulturen immer drängender. Es folgt der überarbeitete Vortrag

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