Die Lehre von der Verfassung – Politische Theorie in Platons NOMOI

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Wachsender Distanz und Entfremdung zwischen Politik und Bürgern entgegenzuwirken ist angesichts mannigfacher Unsicherheiten im Inneren wie in der Welt nötiger denn je. Am Beginnsolchen Wirkens sollten begründbare Einsichten stehen. Deswegen bemüht sich Volker Gerhardt, der als Professor an der Humboldt-Universität Berlin lehrt und dort den Lehrstuhl für praktische Philosophie innehat, seit Jahren um die Verbreitung der philosophischen Begründung politischen Handelns– so in seinem letzten Buch „Partizipation- Das Prinzip der Politik“ . Jenseits utopischer oder ideologischer Muster versteht es Gerhardt hinter dem Pragmatismus der Politik die Sicht auf die ursprüngliche Idee freizulegen, um durch eine stets neu zu gewinnende Vergewisserung unserer geistigen Wurzeln die Teilnahme am politischen Geschehen anzuregen. In seiner Terminologie stehen wir am „Beginn des Zeitalters der Konstitution“ – und aus dieser Sicht beschäftigt sich Gerhardt mit der ersten Lehre von der Verfassung, die von Platon in seinem zu wenig beachteten Spätwerk „Nomoi“ vor 2350 Jahren dargelegt worden ist. Wie modern – und vor allem zukunftsweisend (!) – dieses letzte Buch Platons für eine auf den MENSCHEN ausgerichtete Politik ist, zeigt Gerhardt an den zwei zentralen Begriffen der SELBSTERZIEHUNG und der EINIGKEIT DES EINZELNEN MIT SICH SELBST. Und noch etwas: Gerhardt unterstreicht die Überlegenheit der platonischen Verfassungslehre gegenüber den Vertragsmodellen der Moderne, weil bei Platon die freiwillige Zustimmung der Bürger zur Verfassung die Grundlage ihrer Legitimität darstellt. Der folgende Essay wurde von Volker Gerhardt am 21. November 2007 auch als Vortrag an der Berliner Humboldt-Universität in der Reihe „Institutsvorträge“ gehalten von Prof. Volker Gerhardt

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Wie souverän ist das Volk? Betrachtungen zum Verhältnis Staat und Zivilgesellschaft

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Politikverdrossenheit, verkrustete politische Strukturen, Parteiendemokratie sind arg strapazierte, um nicht zu sagen, inzwischen triviale Schlagworte, die jedoch auf das Unbehagen wenig durchlässiger Strukturen in unserer parlamentarisch verfassten Demokratie hinwiesen. Der Politikwissenschaftler Dr.Reinhard Hildebrandt beschäftigt sich seit längerem mit der Frage, wie die “Zivilgesellschaft” größeren Spielraum an der politischen Gestaltung gewinnen kann. Er arbeitet an einem neuen Buch mit dem Titel “Öffnung des Staates zur Zivilgesellschaft – Abkehr von der Vorstellung staatlicher Administration als heilige Ordnung (Hierarchie) und Aufbrechen der Hierarchie”. Ein Kapitel dieses Buches hat Dr.Hildebrandt solon-line.de freundlicherweise vorab zur Verfügung gestellt, um den Diskurs zu eröffnen. In diesem Teil beschäftigt er sich vor allem mit dem Kommentar zum Grundgesetz und den Bezügen zu den Theorien von Hobbes, Rousseau und Carl Schmitt. Seine teilweise brisanten Thesen und Interpretationen sind bei näherem Hinsehen durch genaue Zitate gestützt, deren adäquate Beurteilung allerdings durch die Kenntnis der Geschichte politischer Philosophie erleichtert wird. Sind “wir” tatsächlich “das Volk”? Geht alle Macht vom Volk aus? Oder ist „unsere” Souveränität nur eine Chimäre? Der nachfolgende etwas längere Aufsatz reizt zur leidenschaftlichen Debatte, die wir im Solon gerne führen möchten.

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